Alkohol verbieten – eine Schnapsidee (?)

Seien wir ehrlich: Bier, Wein & Co sind überall präsent. Nicht nur kann man der Werbung kaum entrinnen – auch auf Parties, Geschäftsessen oder Grillabenden ist es quasi ein Muss, Prozente im Glas zu haben.

Wie groß der Druck ist – auch auf Betreiben der Alkohol-Lobby – zeichnet ja die wirklich sehenswerte Doku „Der globale Rausch“ eindrucksvoll nach. „Verbietet den Mist doch einfach“ zuckt es einem da unwillkürlich durchs Hirn. Vor allem, wenn man selber abstinent lebt und weiß, dass das Leben ohne Alkohol noch um so vieles schöner ist.

Wenn es denn mal so einfach wäre.

Vor 100 Jahren haben es die Amerikaner ja versucht: Die Prohibition war das größte Drogen-Eindämmungs-Experiment der Weltgeschichte. Und ging fürchterlich daneben. Statt weniger wurde mehr gesoffen, die Kriminalität erblühte. Einen tollen Hintergrund dazu gibt es bei der Rhein-Neckar-Zeitung – eine echte Leseempfehlung.

Was meinen Sie? Wären striktere Gesetze gegen den immer steigenden Alkoholkonsum sinnvoll? Wenn ja: Wie könnte man das anpacken? Ihre Meinung interessiert mich sehr. Diskutieren Sie hier mit uns.

Gaby Guzek, Autorin “Alkohol adé”


Bild: Polizeirazzia ca. 1925 zu Zeiten der Prohibition in Amerika. Archives of Ontario, C.H.J. Snider fonds, Reference Code F 1194 S 15000, I0015265., Public domain, via Wikimedia Commons

10 thoughts on “Alkohol verbieten – eine Schnapsidee (?)

  1. Verbieten trägt sicherlich zum Gegeneil bei. Die Neugier wird gesteigert, hinter verschlossenen Türen wird das hochstilisierte Gut der Glückseligkeit gepriesen..
    Verteuern fände ich gut.
    Mahnmale (bei Nikotin wird es ja auch so gehändelt) auf Verpackungen, Werbungen etc. – mehr Bewusstsein schaffen, WIE gefährlich Alkohol ist.
    Das wird einfach übersehen, da es zum normalen Leben angeblich dazugehört.
    Komplett als Sucht wird sich die Droge Alkohol nie ganz verhindern lassen.
    Erschweren wäre schon ein großartiger Gewinn.

      1. @harley Sowas hat es immer gegeben, und wird es sicherlich immer geben. Selbst das Gepansche von synthetischen Drogen findet statt.
        Dennoch bin ich überzeugt, wenn Alkohol teuerer wird (warum muss es eine Flasche Sekt für 1,99 Euro geben oder Schnaps für 0,99 cent?), wird sich der Einstieg erschweren.
        Die Kosten für Zigaretten steigen permanent.
        Wenn dann die Aufklärung dazu kommt, gelingt es vielleicht den Einen oder Anderen abzubringen.
        Alleine, wenn der Alkohol nicht mehr so zum Alltag gehört wie heutzutage, bekommen Kinder ein ganz anderes Gefühl dafür.
        Ich würde das sehr begrüßen.

  2. Soviel ich weiß, ist in Schweden der Alkohol teurer und schwerer zu bekommen. Das hat zu einem nicht geringen Absinken des Alkoholverbrauchs geführt. Autofahren mit Alkohol , auch wenn’s nur ein Glas ist, ist z.B. viel verpönter als bei uns.
     
     

    1. @isabel Tja … das mag sicher sein. Aber wer wie ich immer mal wieder innerskandinavische Fähren über Nacht nehmen muss der weiß, dass man da am Morgen über Schnapsleichen drübersteigen muss. Ist schon irre, was da manchmal abgeht.

      1. @harley Das glaube ich Dir. Extreme wird es immer geben.
        Es wird sicherlich auch nicht passieren, Alkoholkonsum komplett zu verbannen (siehe Haschisch und Co; Pillen etc.).
        Etwas mehr Hürden aufbauen könnte helfen.
        Anscheinend hat diese Branche eine enorme Lobby, denn sonst könnte über das Gesundheitssystem einiges entgegen gesteuert werden (Ersparnis).
         

  3. “Es ist dringend nötig, das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebsrisiko in der Politik und der Öffentlichkeit zu schärfen“, fasst die französische Forscherin Harriet Rumgay zusammen. Eine geringere Verfügbarkeit von Alkohol, Vermarktungsverbote, Warnhinweise auf alkoholischen Getränken sowie eine effiziente Steuer- und Preispolitik hält sie für dringend geboten.
    Habe ich aus dem Artikel zum Thema Alkohol und Krebserkrankungen aus dem Forum “geklaut” – das würde ich total unterstützen.

  4. Habe ich schon erzählt, daß ich mit meinem Nachbarn zusammen an 4 Wochenenden im Jahr selbst Bier gebraut habe?
    Wer gut kochen kann, kann auch gut Bier brauen. 😊 Die Frau von Martin Luther war eine gute Köchin und hat ihm immer das Bier gemacht.
    Ende Februar haben wir das Maibock gemacht, im Mai dann ein helles Lagerbier für den Sommer, im August ein Stout für den Herbst und Ende Oktober unser Spitzenprodukt, ein dunkles Bockbier: unser Weihnachtsbier mit ein bißchen Lebkuchengewürz und ganz zartem Mandarinenaroma.
    Der Alkoholgehalt ließ sich über die Stammwürze ausrechnen und wurde von uns zwischen 4.6 für das Lager und 9.6 für die Bockbiere festgelegt.
    Auch da kann der Herr also -wenn er mag- autark sein – mit einer Einschränkung freilich:
    Als Hobbybrauer darfst du zuhause höchstens eine Menge von 200 Litern im Jahr herstellen, ohne hierfür Biersteuer bezahlen zu müssen. Dabei muß auch darauf geachtet werden, daß das Bier ausschließlich für den eigenen Verbrauch hergestellt (was natürlich nie das Problem war) und nicht verkauft werden darf.Bevor man anfängt muß man am Jahresanfang dem zuständigen Hauptzollamt den Beginn der Herstellung, den Herstellungsort und die voraussichtliche Menge an Bier, die im Kalenderjahr erzeugt werden soll, formlos mitteilen.
    Sehr lecker übrigens auch mein selbst gebackenes Treberbrot, das wir am Brauabend unter den Nachbarn verteilt haben.
    das Bier wurde übrigens NICHT verteilt
    Euer Rumpel

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