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Ich heisse Sandra, bin 50 Jahre alt, Schweizerin.
Mein Leben lang liebte ich Alkohol, begriff auch vor Jahrzehnten schon, dass ich wohl eine Art Alkoholikerin bin, und das, obwohl ich in meinem Leben nur gerade zwei Abstürze hatte. Ich trank regelmässig, dafür nicht so viel (2 - 3 dl Wein mehrmals die Woche). Da ich aber eine Histamin-Unverträglichkeit (und noch weitere Unverträglichkeiten ☹️) habe, schadet mir der Alkohol rasch und merkbar: Bauchweh, Müdigkeit, Restless Legs Syndrom, Schlafstörung, Herzrasen. Ich trank auch während der zweiten Schwangerschaft und während der Stillzeit. Ich hatte Glück, meine Kinder scheinen unbeschadet. Schlimm, oder? Ich konnte es einfach nicht lassen, damals war ich sehr gestresst und unter Druck.
Vor drei Jahren gelang mir schon mal der Ausstieg: Fast zwei Jahre lang war ich trocken, dann schlitterte ich nach und nach wieder in den regelmässigen moderaten Konsum. Nun ist meine körperliche Reaktion auf Wein schlimmer geworden, sodass ich eigentlich frei werden möchte. Aber vom Sozialen her, fällt mir das schwer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man wirklich eine Festbremse ist, denn die Trinkenden merken sehr wohl, dass sie nicht mehr so klar sind und dass das die Eine am Tisch merkt. Man stört als Abstinente, Diskussionen werden geführt, meistens wollen sich die Trinkenden rechtfertigen ... Das stinkt mir.
Ich war im Frühling einen Monat trocken und nach einem "Rückfall" nun seit ca. 2 Wochen wieder mehrheitlich abstinent. Ich habe in meinem Urlaub letzte Woche zweimal einen Drink genommen zum Aperitif, mehr aus "Langeweile", salopp gesagt. Mein Partner trank jeden Abend seinen Zweier Rotwein zum Essen, ich trank nichts, und ich vermisste auch nichts. Ich weiss, dass ich damit vermutlich nicht so richtig hierher passe. Oder doch?
Ich habe Gabys Buch gelesen und dann auch meinen persönlichen Cocktail an Nahrungsergänzungen zusammengestellt und ebenfalls Allen Carrs Buch "Endlich ohne Alkohol" gelesen. Es geht mir persönlich sehr gut ohne. Aber demnächst bin ich an einem Mitarbeiterfest und danach an einer Weindegustation eingeladen (weil ich den Organisator so gerne mag, Wein würde ich nur aus Höflichkeit kaufen). Da ich eigentlich nicht so eine Gesellige bin, sondern eher eine introvertierte, häusliche Person, war es bisher hilfreich, sich solche Anlässe "schön zu saufen".
Irgendwie hoffe ich immer noch, dass ich an solchen externen Anlässen mal ein, zwei Gläser trinken kann, aber dann im Alltag wieder gar nichts. Vielleicht schaffe ich es diesmal?
Danke fürs Interesse. Ich bleib vorderhand mal bei Euch.
Herzliche Grüsse, Sandra
Bravo ! Ich bin ebenso hochsensibel und wetrage das Gelärme betrunkener Menschen gar nicht mehr. Am meisten quält mich das völlige Fehlen von Empathie und das Nicht Zuhören Können von Betrunkenen. Ich sehe keinen Grund warum ich mir das antun sollte und bin mittlerweile bekennende Mimose. Ich gehe nicht in Discos oder Clubs, das hab ich auch zu teinkzeiten nicht getan. In die Trinkkneipen gehe ich nicht mehr und mein engerer Kreis benimmt sich nicht so. Eine Feierlichkeit, die ausser Rand und Band gerät würde ich verlassen. Seit ich nicht mehr trinke halte ich stundenlanges Zusammensein in Gruppen nicht mehr gut aus. Ich unterhalte mich gut und intensiv, dann gehe ich oder ich lege einen Spaziergang ein dazwischen oder ziehe mich sonst zurück. Hat bislang gut geklappt.
Herzlichen Gruß
Nina
Hallo Sandra, ich finde das toll, wie Du diese Situationen gemeistert hast. Aber bitte nicht abheben..auch das wäre eine Rückfallgefahr, aus meiner Erfahrung.
Ich handhabe das meistens so, dass ich sage, ich muß einige Medikamente nehmen, die sich mich alk nicht vertragen. das stimmt sogar! (hat mich aber früher nicht davon abgehalten, zu trinken) da wars mir egal, die Leberwerte auch, die sich dadurch nochmal multizipliert haben. Zum Schluß hatte ich bei einem Konsum von 1-2 Flaschen Wein am Tag einen GGT von knapp 700 und Ammoniak um die 80, glaube ich. Horror!
LG, Josefin.





