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eine gemeinsame Freundin von Gaby und Bernd hat mir die Seite empfohlen, deshalb bin ich jetzt hier. Ich stelle mich dann mal kurz vor. Ich bin 55 und mein Lebensgefährte trinkt. Ich glaube das er zu viel trinkt, er sagt aber, er hat kein Problem. Ich merke, dass ich immer trauriger werde im Alltag. Früher hatten wir viel Spaß zusammen. Als mein Mann starb, war er erst für mich da und dann kamen wir zusammen. Jetzt schläft er so viel auf der Couch, ich bin viel alleine und weine. Ich will mich mal umsehen, vielleicht finde ich ja Hilfe für ihn.
Viele Grüße, Nette
Liebe Nette,
schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast. Dass Dein Partner ein Alkoholproblem hat, steht glaube ich ziemlich fest, oder? Es gibt (leider) eine sehr feste Regel, die sich immer wieder bewahrheitet: Man kann einem Alkoholiker nicht helfen. Wenn er nicht selber will, wird sich nichts ändern. Du kannst nur eines tun und das lege ich Dir sehr ans Herz: Kümmere Dich um Deine eigenen Belange, um Dich selbst! Du bist auch auf der Welt, um glücklich zu sein. Such nicht Hilfe für ihn, sondern für Dich. Es gibt auch Selbsthilfegruppen für Angehörige. Geh da hin, spüre, dass Du nicht allein bist. Lass Dir Dein eigenes Leben nicht kaputt machen. Vielleicht magst Du ja auch im Angehörigenforum hier vorbei sehen. Wir haben hier mit @Karmen eine echte Expertin an Bord. Sie weiß noch viel besser als ich, wie es Angehörigen und Co-Abhängigen von Alkoholikern geht.
Fühl Dich wohl hier. Viele Grüße!
Hallo liebe Nette,
und liebe Gaby, danke für Deinen Wink mit dem Zaunpfahl.
Nette, erstmal war es ein kluger und sehr mutiger Schritt, Dich zu öffnen, und dem Rat Deiner Freundin zu folgen, Dich hier im Forum anzumelden.
Was Du beschreibst kann ich sehr gut nachvollziehen. Und ja, es ist furchtbar traurig, dem geliebten Menschen bei der Selbstzerstörung zuzusehen. Kaum auszuhalten...
Dein Wunsch, Hilfe für Ihn zu finden, ist normal und ehrenhaft, und leider nicht zielführend.
wir lernenvon klein auf, dass es einen guten Charakter ausmacht, anderen beizustehen, loyal zu bleiben und zu helfen.
Bei der Alkoholsucht unterstützen jedoch die "normalen" Verhalten der Loyalität und Hilfestellung verdeckt die Sucht, und leider nicht den Partner beim Ausstieg aus der Sucht.
Zwei drei Dinge, die wirklich helfen, sind
- sich wirklich schlau zu machen über den Alkoholismus und Co-Abhängigkeit. Also lesen, lesen, lesen, sich in der Suchtberatungsstelle informieren, Leuten zuhören, deren Leben mit odernach der Co-Abhängigkeit irgendwie weiterging.
- Selbsthilfegruppen besuchen.
Das ist jetzt mit Corona leider nur eingeschränkt möglich, doch vielleicht ist da bald Land in Sicht. Eine tolle Angehärigen-Gemeinschaft ist Al-Anon.
- und dann wird irgendwann auch der Moment kommen, in dem Du Dich fragen wirst - "Wie soll mein Leben eigentlich aussehen? Wie lebe ich, wenn ich so bin, wie ich bin?"
Bist Du wirklich in Deinem Herzen die Frau die neben dem betrunkenen Mann alleine weint?
Oder gibt es etwas anderes, das Du in Deinem Leben einrichten möchtest?
Auch, wenn Dir diese Fragen vielleicht abgehoben vorkommen oder Dir Angst machen - sie sind ein Wegweiser zu einem frohen Leben.
Und ja - es gibt ein Leben nach der Co-Abhängigkeit. MAnchmal mit dem alkoholkranken Partner und manchmal ohne.
Der Einstieg ist, denke ich aber, sich schlau zu machen, und Bücher und Videos zu suchen, in denen Co-Abhängige (und Alkoholiker) zu Wort kommen.
Ich finde es toll, dass Du da bist.
Das zeigt, dass Du auf der Suche nach Auswegen und Heilung bist.
Herzlich Willkommen!
Frag bitte, was Du fragen möchtest und was Dir auf der Seele brennt.





