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32 Beiträge
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556 Ansichten
nana
 nana
(@nana)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  

Hallo an Alle, ich bin Nana. Ich versuche zum dritten mal vom Alkohol loszukommen. Zur Zeit zum Glück mit Hilfe eines Vereins, welcher Süchtigen anonym hilft. Alle 2 Wochen hab ich ein Gespräch und bin sehr froh darüber. Trotzdem quäle mich etwas durch die Zeit. Ich trinke seit 4 Wochen keinen Alkohol mehr und es fällt mir noch immer sehr schwer. Ich bin gestern über dieses Buch (Alkohol ade) gestoßen und es gibt mir Hoffnung, mir diese Lebensphase etwas zu erleichtern. Ich werde mich noch etwas mehr belesen müssen, da mir zB nicht klar ist, welche Wirkstoffe nach den nüchternen 4 Wochen sinnvoll sind. Ich habe mich trotz reichlichen Alkoholkonsums immer versucht gut zu ernähren, merke aber, dass mein Kopf mir keine Ruhe lässt. Ich habe depressive Verstimmungen, weine meinem Alkohol hinterher und schlafe sehr schlecht. Ich freue mich sehr über einen Austausch hier.



   
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4364
 

@nana

In den Sticks ist pro Portion 750mg. Das ist natürlich deutlich weniger. In einer Portion "Sandmann" (also im Schlafcocktail) hingegen sind vier Gramm (4g) und die verträgst Du besser, sagst Du?

Kann es sein, dass Du das Pulver auf leeren oder fast leeren Magen nimmst, den Schlafdrink aber nicht?

Im Übrigen finde ich 6g als Empfehlung derbe überzogen, das haut ja ne Kuh im Stall aus den Socken. Die Sticks kommen u.a deshalb mit weniger GABA aus, weil da ja auch noch Glycin, Theanin, Magnesium mit drin ist.

Liebe Grüße

Gaby



   
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nana
 nana
(@nana)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  

Ja den „Sandmann“ Drink vertrage ich etwas besser, aber ich nehme da auch nur eine halbe Portion (maximal einen halben Meßlöffel) und meist dazu trinke ich ihn erst im Bett im Liegen.

Ich vertrage den zwar besser, aber ich spüre auch hier die Reaktion, aber es zwingt mich nicht so in die Knie.

Ich werde morgen mal versuchen vom Gaba nur einen Viertel Meßlöffel zu nehmen, da es mir wie gesagt - wenn der Spuk vorbei ist - auch gut geht. Wenn auch mit hochrotem Kopf 😊 

Ich möchte nicht mit Fragen nerven, aber was hältst du in meiner Situation von Tyrosin und Niacin? Das sind beides noch Substanzen, die ich nach der Lektüre sehr passend fände...

...und meine wirklich aller-, allerletzte Frage: Wenn einige dieser Aminosäuren letztendlich die Produktion von Serotonin (Tryptophan) und Dopamin (Tyrosin) ankurbeln können, ist dann der Körper nach einiger Zeit in der Lage, dies wieder selbst im ausreichenden Maße zu tun?

Falls von Haus aus ein Ungleichgewicht vorliegt  - wie in eurem Buch beschrieben - (was ich bei mir vermute), kann man es damit regulieren oder müsste man es unter Umständen immer nehmen?

Ich frage dies auch, weil ich vor Urzeiten mal gehört habe (als das noch gar nicht mein Thema war), das ein Alkoholikergehirn auf immer geschädigt ist (bzw. sein kann), wenn die Produktion dieser Botenstoffe einmal aus dem Lot geraten ist. Einmal Andockstelle im Eimer - immer immer Eimer. Das wäre eine frustrierende Vorstellung. 

Nochmals Danke!!!

 



   
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4364
 
Verfasst von: @nana

Ich möchte nicht mit Fragen nerven

Du nervst nicht. Dafür ist das Forum doch genau da!

Verfasst von: @nana

was hältst du in meiner Situation von Tyrosin und Niacin

Sorry, ich steh jetzt ein wenig auf dem Verständnisschlauch: Was meinst Du jetzt genau mit "meine Situation?" Vom Alkohol weg wollen hier ja alle :-). Du meinst doch bestimmt was Spezielles? Magst Du mir mal auf die Sprünge helfen?

Verfasst von: @nana

ist dann der Körper nach einiger Zeit in der Lage, dies wieder selbst im ausreichenden Maße zu tun?

Die Radio Eriwan-Antwort: Im Prinzip ja. Wenn er dazu auch alle Co-Faktoren hat (also im Falle von Serotonin beispielsweise Zink, Magnesium, B6) und der gesamte Stoffwechsel reibungslos läuft. Das schließt auch unter anderem die Hormonproduktion mit ein. Es kann also immer sein, dass es irgendwo hakt. Aber es kann auch wieder alles rund laufen.

Verfasst von: @nana

Falls von Haus aus ein Ungleichgewicht vorliegt  - wie in eurem Buch beschrieben - (was ich bei mir vermute), kann man es damit regulieren oder müsste man es unter Umständen immer nehmen?

Ein Ungleichgewicht ist sicherlich durch Substitution leichter in den Griff zu bekommen, als beispielsweise unempfindliche Rezeptoren oder ein hyperaktives Wiederaufnahmesystem in den Nerven (habe ich im Buch ja auch erklärt). Ich kann nur vielleicht aus eigener Erfahrung beisteuern, dass auch bei mir noch immer GABA in der Schublade liegt, gleich neben dem Glycin, dem Theanin, dem Tryptophan .... also: Ja. Ich kenne das so. Auch mein System braucht - beispielsweise stressabhängig - immer mal wieder einen sanften Schubs in die richtige Richtung.

Verfasst von: @nana

das ein Alkoholikergehirn auf immer geschädigt ist (bzw. sein kann), wenn die Produktion dieser Botenstoffe einmal aus dem Lot geraten ist. Einmal Andockstelle im Eimer - immer immer Eimer. Das wäre eine frustrierende Vorstellung. 

Hier kann ich Dich beruhigen: Das ist Unsinn. Was - leider - erhalten bleibt ist das sogenannte Suchtgedächtnis, aber auch das schrumpft mit der Zeit und wird zum Zwerg.

Liebe Grüße

Gaby



   
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nana
 nana
(@nana)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  
Verfasst von: @gaby_guzek

Sorry, ich steh jetzt ein wenig auf dem Verständnisschlauch: Was meinst Du jetzt genau mit "meine Situation?" Vom Alkohol weg wollen hier ja alle :-). Du meinst doch bestimmt was Spezielles? Magst Du mir mal auf die Sprünge helfen?

 



   
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nana
 nana
(@nana)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  

Ja, ich meinte damit, dass ich letztendlich unter Depressionen leide (Gott, ich nenne es nicht gern so - es macht einen kränker als man ist....) Allerdings hab ich seit dem Alkoholentzug oft wieder recht heftige Episoden und es ist mega schwer in diesen Situationen nicht zum Kellerschlüssel zu greifen und die Alkoholreserven, die da noch lagern, direkt vor Ort in mich hineinzuschütten (das Zeug liegt da für meinen Mann, der auch noch regelmäßig trinkt -auch nicht die beste Situation). Ich schrieb schon, ich nehme noch eine mini Menge Fluoxetin und ich hätte jetzt die Wahl, dies wieder hoch zu dosieren, was ich nicht möchte (es würde auch ewig dauern bis eine Veränderung eintritt), oder zu versuchen, ob Tyrosin und Niacin eine Unterstützung wären (in Richtung Antrieb). 

Ich weiss jetzt auf jeden Fall, dass Alkohol für mich wie eine Art Antidepressivum wirkte und ich das wieder ins Lot bringen muss....



   
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nana
 nana
(@nana)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  

Oh, das habe ich hier nicht richtig hinbekommen mit der Antwort 😊



   
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4364
 

@nana

Stichwort Antrieb. Ich verstehe, dass Du alles möglichst schnell wieder ins Lot bekommen möchtest. So war ich auch. Getreu meinem Lebensmotto: "Lieber Gott, gib mir Geduld - sofort!"

Das funktioniert so aber nicht. Leider. Gib Dir bitte mehr Zeit. Diese Zeit musst Du nicht nur aushalten, das klingt so negativ. Du bist ganz, ganz frisch trocken.Guck doch mal,wie Dein Gehirn (genauer: Dein Dopaminsystem) aktuell aussieht (gelb ist das Dopaminsystem) Erste Zeile: Frisch trocken. Zweite Zeile 15 Tage, unterste ein Monat.

Du musst Dir auch die Zeit geben. Dopamin ist für den Antrieb zuständig, das weißt Du ja. Es ist auch (aus Nährstoffsicht) das "zickigste" System. Das will sich erholen und ein wenig gekitzelt werden. Das funktioniert sehr gut über körperliche, leichte Bewegung oder kleine Freuden, die man sich gönnt. Oder kleine Aufgaben, die man sich stellt und die man dann erledigt (eine Kramschublade aufräumen).

Die etwas schlappere Zwischenzeit, bis das alles wieder ins Laufen kommt, die nutzt Du. Du gönnst Dir die Ruhe, die Du brauchst (Du bist in der Rekonvaleszenz einer Erkrankung, mach Dir das bitte klar!) und schmiedest Pläne. Überlegst, wie Du in Zukunft besser auf Dich aufpasst (Stichwort Achtsamkeit). Es ist auch die Zeit der Reflektion und des Kräftesammelns.

Nicht zu ungeduldig werden - das programmiert den Rückfall geradezu vor!

Liebe Grüße

Gaby



   
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nana
 nana
(@nana)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  

@gaby_guzek

Liebe Gaby, danke für die ausführliche und ehrliche Antwort. Ja, du hast natürlich recht. Ich bin sehr ungeduldig. Zu ungeduldig. 

Es ist nur manchmal so schwer auszuhalten...aber das kennen ja alle hier und es gibt kein Zaubermittel dagegen.

Und eigentlich weiss ich ja auch, dass ich zu blinden Aktionismus neige und damit kann man sich genauso platt machen, wie mit Alkohol. 

Ich werde es mit ein wenig mehr Ruhe und Geduld versuchen. Den Beitrag über das Gehirn schaue ich mir auch nachher an.

Heute bin ich zumindest mit einem befreiteren Gefühl wach geworden, als die letzten Tage. Es ist doch eigentlich auch schön, dass man nicht mehr trinken MUSS. Kein Warten mehr auf irgendwas, das besser ist als das, was gerade passiert. Das ist schon auch eine Befreiung.

Nochmal: Vielen Dank!!



   
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4364
 
Verfasst von: @nana

Ich bin sehr ungeduldig. Zu ungeduldig. 

Es ist nur manchmal so schwer auszuhalten.

Vielleicht noch als Nachtrag: Die Forschung weiß heute, dass genau eben so ungeduldige Menschen zum Alkohol tendieren. Denn auch da steckt ja das Dopaminsystem dahinter. Es möchte seine Belohnung. Jetzt! Sofort!

Sie halten die zeitliche Distanz zwischen "ich möchte mich belohnt fühlen" und dem tatsächlich dann eintretenden Belohnungsgefühl nicht aus.

Wenn das nicht subito kommt, ist das Dopaminsystem beleidigt. Und sinnt darauf, wie es denn dann an eine rasche Dopamindusche bekommen könnte. Wenn es dann gelernt hat, dass Alkohol sowas aber ganz fix regelt, kommt der Suchtdruck.

Auch hier: Sag Dir, das bist nicht "Du", die hier ungeduldig ist. Das ist Dein hyperaktives Belohnungssystem, das hier nach Aufmerksamkeit kräht. Gib ihm das, bespaße es. Aber nicht mit Alkohol. Und erziehe es ein wenig. Auch so ein Hampelmann im Hirn kann Geduld lernen 🙂

Liebe Grüße

 

 



   
1
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nana
 nana
(@nana)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  

@gaby_guzek

Bei dieser Antwort musste ich echt lachen! 

Ja, das Belohnungssystem ist wirklich ein hyperaktiver Hampelmann... sehr schön! 😃

 



   
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