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Hallo,ich bin Sylvie,64 Jahre alt und neu hier.Bin seit 26 Jahren geschieden und habe 3 erwachsene Kinder.Trinke, (habe) seit über 30 Jahren regelmässig getrunken.Ich habe mich schon immer mit meinem Konsum auseinandergesetzt und die Bremse gezogen,wenn ich merkte es nimmt überhand.Ich habe mich unter anderem um einen Entzug in der Klinik gekümmert,besuchte Gruppen und so weiter.Ich bin nicht Körperlich abhängig,setzte den Alkohol als Medizin ein.War mit 3 Kindern und einem schlecht bezahlten Beruf ohne Familiäre Hilfe einfach überfordert.Anstatt mir Hilfe zu holen,griff ich zum Alkohol.Jetzt bin ich in Rente,es gibt keinen Grund mehr zu trinken.Jetzt ist es die Einsamkeit am Abend und an den Wochenenden.gestern morgen wachte ich auf,nachdem ich am vorabend 8 Flaschen Bier konsumiert habe und dachte,stopp,so möchte ich nie wieder aufwachen.Im gegensatz zu früher,da wollte ich meinen Konsum wieder in den Griff bekommen,stand diesmal für mich fest,nie wieder.Ich sah mir you tube Videos an und stiess auf Beiträge von Gaby Guzek und dieses Forum.Habe mir ihr Buch bestellt und ja ,hier bin ich.
@s1288 Erst einmal ein ganz herzliches Willkommen hier in der Runde.
Es ist wirklich schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast. Deine Geschichte berührt mich – 26 Jahre als Alleinerziehende zu stemmen, dazu ein anspruchsvoller Job und kaum Unterstützung… das zeigt, wie stark du bist. Dass du jetzt, wo etwas mehr Ruhe im Leben eingekehrt ist, so klar sagst: „Stopp, so möchte ich nicht mehr aufwachen“ – das ist ein kraftvoller Moment und ein großer Schritt.
Die neue Lebensphase, die Einsamkeit am Abend, all das ist nicht leicht. Aber du gehst es an: mit Klarheit, mit dem Buch von Gaby und hier im Austausch. Das ist ein wunderbarer Start und ein Zeichen, dass du dir selbst etwas Gutes tun willst.
Ich wünsche dir dabei viel Erfolg
@harley @lagertha @natarie @baileys23 @ulli1962 @mina
@s1288 Herzlich willkommen im Forum. Gut, dass du hier bist.
Dein Beitrag wirkt sehr klar und ehrlich. Viele Menschen tragen solche Geschichten lange mit sich herum und sprechen kaum darüber. Du hast dagegen sehr genau beschrieben, wie es über Jahrzehnte gelaufen ist und warum Alkohol für dich eine Rolle gespielt hat. Das zeigt, dass du dich mit deinem Konsum schon lange bewusst auseinandersetzt.
Was du schilderst, kennen viele: Alkohol war kein „Partygetränk“, sondern eher ein Werkzeug. Bei mir en Entspannungsmittel. Ein Mittel, um Belastung, Überforderung oder später auch Einsamkeit etwas abzufedern. Drei Kinder großziehen, wenig Unterstützung, finanzieller Druck – das sind Situationen, in denen viele Menschen irgendwann zu einer schnellen Lösung greifen. Alkohol funktioniert in solchen Momenten zunächst tatsächlich wie eine Art kurzfristige „Medizin“. Nur verlangt er mit der Zeit immer mehr dafür zurück.
Der Gedanke gestern Morgen – „so möchte ich nie wieder aufwachen“ – ist oft ein sehr wichtiger Moment. Viele berichten hier im Forum von genau so einem Punkt. Nicht dramatisch inszeniert, sondern einfach eine klare innere Entscheidung: So geht es nicht mehr weiter.
Dass du danach aktiv geworden bist, Videos gesucht hast, das Buch bestellt hast und dich hier angemeldet hast, zeigt etwas Entscheidendes: Du hast nicht nur gedacht, dass sich etwas ändern muss. Du hast sofort einen Schritt gemacht.
Und noch etwas ist wichtig: Du hast in deinem Leben schon mehrfach gezeigt, dass du bremsen kannst, wenn es nötig ist. Du hast Entzug, Gruppen und andere Wege ausprobiert. Diese Erfahrung verschwindet nicht. Sie gehört zu deinem Werkzeugkasten.
Die Einsamkeit am Abend, von der du schreibst, ist tatsächlich für viele eine der größten Hürden. Tagsüber ist das Leben strukturiert. Abends wird es still. Genau in dieser Lücke hat sich bei vielen über Jahre das „Abendritual“ mit Alkohol festgesetzt. Das bedeutet aber auch: Wenn man diese Zeit neu gestaltet, verliert der Alkohol oft nach und nach seine Bedeutung.
Hier im Forum bist du mit diesem Thema jedenfalls nicht allein. Viele sind in einem ähnlichen Alter hier angekommen und haben genau diesen Punkt erreicht: Die Lebensphase hat sich verändert, und plötzlich wird sichtbar, was Alkohol eigentlich im Alltag übernommen hat.
Dass du mit 64 noch einmal sagst „Jetzt möchte ich das wirklich ändern“, ist kein spätes Aufbäumen. Im Gegenteil. Viele Menschen beginnen genau in dieser Lebensphase einen neuen Abschnitt.
Nimm dir Zeit. Lies in Ruhe im Buch, stöbere hier im Forum und erzähle gern mehr von dir, wenn du möchtest.
Der wichtigste Schritt ist bereits passiert: Du hast gestern Morgen eine klare Entscheidung getroffen und heute bist du hier.





