Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Ich heiße Ulrich und bin Alkoholiker, nach 30 Jahren exzessiven Trinkens bin ich seit knapp 23 Jahren trocken.
ich frage mich wieso du hier bist. Die Seite heißt: Alkohol ade, oder? Wenn du kein Problem mit Alkohol hast, gut. Aber nochmals, was willst du dann hier? Einen Freibrief zum Trinken? Den kann ich dir nicht geben. Oder hast du doch ein Problem? Ich habe in meiner Trinkzeit auch immer wieder gesagt, schau doch den an, der trinkt viel mehr wie ich. Der erste Schritt zum trocken werden ist kapitulieren. Schau dir mal die 12 Schritte der AA an und entscheide dann was gut für dich ist, aber schau genau hin. Wenn du abhängig bist kannst du nicht mehr "normal" trinken, ich bin abhängig und kann nicht "normal" Alkohol trinken, hier hilft nur Ehrlichkeit mir selber gegenüber. Wenn ich heute Alkohol trinke dann bin ich schneller wieder drin als ich denken kann und das will und brauche ich nicht, das Leben ist schön OHNE Alk.
@ulrich
Hallo lieber Ulrich,
ich war genau in der Phase in der Du jetzt bist und zwar war ich dort nicht nur ein Mal. Natürlich ist es der Traum, wieder kontrolliert zu trinken und ich kenne einige nüchterne Alkoholiker, die das - wie ich auch - über einen unbestimmten Zeitraum schaffen. Aber bei allen baut sich das alte Verhalten nach einiger Zeit wieder auf, bei manchen immer stärker. So war es bei mir bis vor 6 Monaten, da habe ich mir vorgemacht, daß ich den Alkohol endlich unter Kontrolle hatte, aber es war umgekehrt. Ein sehr netter erfahrener Mann aus meiner Selbsthilfegruppe hat mir das klar gemacht (und es war auch so) und ich habe den Ausstieg relativ leicht wieder geschafft, fühle mich augenblicklich sehr gut! "Alokohol ist eine Krankheit, die Dir und anderen sagt, daß Du sie nicht hast" - steht in einem schlauen Buch, das ich gelesen habe. Und es stimmt: in Alkoholismus steckt viel Selbstbetrug und auch das "Verstecken" von krankhaftem Trinkbverhalten vor anderen. Ich bin überzeugt, jeder muß das für sich selbst herausfinden, jeder findet seinen eigenen Weg. Ich wünsche Dir viel Glück und vor allem, daß Du gesund bleibst und falls es nötig bei Dir ist, aussteigst bevor Du körperlich angeschlagen und / oder seelich erschöpft bist.
Liebe Grüße,
Jutta
@jutta, ich habe nur eine Antwort gegeben, ich habe kein Problem mit kontrolliert trinken weil ich es gar nicht mache und nie gemacht habe. Ich bin zufrieden trocken seit langer Zeit.
@ulrich
jetzt erst sehe ich: Du hast Mickey geantwortet, ein Mißverständnis und schön, daß Du schon nüchtern bist seit langer Zeit!
@mickey ich glaube, unser neues Mitglied @gitte100 kann Dir da ein paar Dinge zu erzählen. Guck mal hier
Viele Grüße
Gaby
@ulrich
Du teilst ganz gut aus. ich weiß, ich habe ein Problem. Ja. Ich krieg das aber nicht in den Kopf, dass das nicht auch irgendwann wieder ganz weg ist. Wenn ich mir in die Hand schneide, heilt das ja auch wieder.
Ich habe ganz schön geschluckt, als ich Deine Antwort gelesen habe. Ich dreh mich im Kreis. Ich weiß, es ist zuviel. Ich weiß, es muss Schluss sein. Aber ich will nicht für immer aufhören müssen, wenn ich einmal aufgehört habe. Dann verschiebe ich das lieber noch.
Klingt alles doof, ich weiß. Ist es wohl auch. Ich krieg so die Kurve nicht.
@mickey die Alkoholkrankheit ist nicht heilbar. Wenn du abhängig bist dann ist du das dein ganzes Leben lang. Ich weiß nicht wie alt du bist, ich bin bald 71 Jahre alt und habe vor noch ein bisschen auf dieser Erde zu bleiben. Wer nicht aufhört zu trinken dem wird der Körper irgendwann sagen: es reicht! Der Alkohol zerstört alles, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, den Magen, die Speiseröhre, das Gehirn. Ich habe viel gesehen in Krankenhäusern, in der Psychiatrie und habe immer gesagt, mir passiert das nicht. Und das ist genau der Trugschluss den viele Abhängige haben. Mit dem Kopf wirst du es nicht begreifen, geh mal an deine Gefühle. Wenn du willst helfe ich dir, aber DU musst es wollen, und schalt den Kopf aus!
Hi Mickey,
ich würde mir an deiner Stelle überlegen, was dich an deinem Trinkverhalten stört. Stell dir dann vor, dass das was dich stört, immer häufiger auftritt und immer schlimmer wird.
Wenn du das Buch von Gaby liest, willst du verstehen, warum man immer mehr trinken muss. Nicht von heute auf Morgen, aber mit der Zeit. Es ist ein schleichender Prozess, aber die Sucht ist ohne eine Reißleine zu ziehen, nicht aufzuhalten. Wenn man weiter trinkt, verliert das Leben immer mehr an Qualität. Man kämpft sich durch die Tage nur noch durch, auch wenn es viele gibt die dennoch "funktionieren".
Es ist die Sucht, die uns sagt, dass wir kontrolliert trinken können. Es ist die Sucht, die uns sagt, dass das Leben ohne Alkohol öde wäre. Es ist der kleine Entzug (Kater), der uns das Gefühl der Unzufriedenheit verleiht und uns zum Glas greifen lässt. Tag für Tag, im Teufelskreis.
Ich glaube nicht an kontrolliertes Trinken. Wenn man Alkohol trinkt wird er mit Nebenwirkungen abgebaut. Das muss nicht der schlimme Kater sein. Es ist auch leichte Müdigkeit, Gereiztheit, Unzufriedenheit. Irgendwann habe ich für mich entdeckt, dass das Gefühl der Unzufriedenheit in Wirklichkeit eine Entzugserscheinung war. Gegen die Unzufriedenheit half Wein. Aber am nächsten Tag war die Unzufriedenheit wieder da.
Ich persönlich finde es schade, dass ich nicht schon früher aufgehört habe. Es wäre vielleicht leichter und ich hätte mir so viele furchtbare verkaterte und vor allem verlorene Tage erspart. Der Schritt es zu tun, fiel aber auch mir sehr sehr schwer. Aber ich habe es versucht.
Versuch es auch du - und zwar lieber früher als später.
Und wie schon andere gesagt haben, denk an heute und nicht daran, dass du nie mehr trinken darfst. Ich trinke auch seid 16 Tagen nur einfach heute nicht und das klappt wunderbar 🙂
Nach einigen Tagen ohne Alkohol wirst du merken, wie gut es einem ohne gehen kann.
@ulrich
Sagenhaft! Toll, lieber Ulrich, wie hast Du das geschafft?
@jutta, das ist nicht ganz einfach zu beantworten, es kam vieles zusammen, aber letztendlich habe ich kapituliert. Und das ist auch ein Appell an alle die es noch nicht geschafft haben: Ich kann den Alkohol nicht besiegen und eine Kapitulation ist kein Versagen sondern ein Sieg und ein JA zum Leben.





