Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Hallo und Guten Abend,
möchte mich kurz oder vielleicht auch lang 😊 vorstellen....
ich bin 66 Jahre jung, männlich und seit 3 Wochen Abstinent. Ein Wunsch war es mir schon lange damit aufzuhören doch so richtig geklappt hatte es nie. Mal eine Woche ohne Alkohol, mal ein paar Tage und dann ging alles wieder, meist schleichend und trotz Guten Willens wieder von vorne los.
Es ging Jahrzehnte so... vor 15 Jahren etwa schaffte ich es sogar mal zwei Jahre mich nur mit an Wochenenden abzutörnen... aber das war gezwungener Maßen auf Grund von Dingen die ich hier nicht genauer erwähnen möchte, nur so viel dazu: Ehe kaputt, Job Verlust/neuer Job/Führerscheinverlust und vieles mehr.
Nachdem sich das alles wieder einigermaßen geregelt hatte ging es munter weiter, alles andere war ja auch im Aufwind.. Es schmeckte einfach...
Die tägliche Dosis waren so 6 Bier natürlich nur Abends nach Feierabend, der Klassiker... Am Wochenende dann noch eine Flasche Wein dazu und manchmal auch zwei oder auch ein ganzer Kasten Bier das ganze Wochenende....
Dass dann natürlich nur noch Notprogramm am nächsten Tag war versteht sich von selbst. Ich wusste dass das es mir nicht gut tat und wollte es eigentlich auch nicht so aber es gelang mir nur tageweise oder mal eine Woche oder sogar zwei damit aufzuhören. Kein Wunder, denn ich wusste wirklich nicht was da in mir im Körper und Geist so wirklich los war. Immer suchte ich nach Antworten, Möglichkeiten und und. Suchtberatung war ich schon damals, brachte nix, Hausarzt kannst vergessen, Suchtkliniken- Bundeswehrbarracken mit Mehrbettkomfort und wahrscheinlich völlig unkompetenten Fachleuten im Stuhlkreis und dann Schach spielen oder so ….nee
Bin keiner der alles neu lernen muss wie Körperpflege oder Alltag bewältigen, alles nix für mich. Vielleicht so eine Betty Ford Klinik, aber ich bin nicht Eric Clapton oder Slash.... kann ich mir nicht leisten... Wenn ich dann auch noch meine Nachbarn anschaue die nichts auf die Reihe bringen, immer nur Stunk suchen wegen irgendwelcher Lappalien wie das Auto steht 50cm zu weit in der Straße und dann Suchtberater sind bin ich bedient...
Also, bin jetzt seit 2 Jahren in Ruhestand nach 48 harten Arbeitsjahren und hatte mir so einiges vorgenommen.... hatte... der Alkohol nahm es mir. Ich betete Gott befreie mich... ich wollte nicht mehr so. Ausschlag gebend war dann ein Besuch letztes Jahr bei einem Freund in einer Großstadt im Norden, war lange vereinbart... Wohlhabend gute Gegend, der Alkohol floss 3 Tage lang in Form von feinsten Weinen, ab da war dann täglich eine Flasche Wein schon am Nachmittag kein Thema mehr, dazu noch 6-8 Bier am Abend und bis in die Puppen Musik gehört ... Alles was ich mir vorgenommen hatte als ich in Ruhestand ging blieb liegen... ich konnte nicht...
An Heilig Abend dann 25/26 war ich schon Mittags so dicht dass das ganze Essen das ich für meinen Sohn und seine Lebensgefährtin und für mich gekocht hatte ungenießbar war auch lallte ich und laberte nur Müll.. furchtbar....
Bis drei Könige gings dann so mit Alkohol Normalprogramm (6 Bier 1 Flasche Wein0,75)
Ich schrie mich selber an... warum ... du A..... ich WOLLTE DIESES LEBEN NICHT MEHR und betone das bis heute ICH WILL DIESES LEBEN NICHT MEHR
Ich bin dann auf der suche nach Antworten auf die Seite von Gaby gestoßen, zum ersten mal fand ich Antworten, Antworten die mich erreichten. Die Suchtlüge bestellte ich einen Tag später. Ich bin so froh dieses Meisterwerk aufgenommen und gelesen zu haben. Ich glaube, nein ich weiss es jetzt endgültig was in der ganzen Suchtberatung / therapie schräg läuft, wenn ich es auch schon früher wusste....
So, nun genug zum Vorstellen geschrieben, blicke nun gespannt mit den gewonnenen Erkenntnissen über Sucht und was das Oberstübchen anbetrifft auf das andere Leben auf das ich mich freue.
Herzliche Grüße Joseph
@joseph herzlich willkommen bei uns – und Glückwunsch zu deinen drei Wochen Abstinenz.
Deine Vorstellung liest sich wie ein ganzes Kapitel Lebensgeschichte, und sie zeigt vor allem eins: wie unglaublich viel Kraft du schon aufgebracht hast, lange bevor du hierher gefunden hast.
Mich beeindruckt besonders, wie klar du heute siehst, was du nicht mehr willst – und wie entschlossen du den Weg in ein anderes Leben eingeschlagen hast. Diese Klarheit ist ein starkes Fundament.
Ich freue mich sehr, dass du hier bist und deinen Weg weitergehst. Du musst das nicht mehr allein stemmen – hier bist du in guter Gesellschaft.
Viele Grüße!
@harley @lagertha @natarie @baileys23 @ulli1962
Herzlich Willkommen, lieber Josef, in unserem Forum!
Grossen Glückwunsch, dass Du alleine so weit gekommen bist und auf 3 nüchterne Wochen zurückblicken kannst! Ich kann Dich nur ermutigen so weiter zu machen, was Du schreibst ist sehr stimmig und konsequent.
Ich musste etwas schmunzeln, denn heute erinnerte ich mich, ebenfalls 66jährig, an mein Trinkverhalten. 45 Jahre habe ich mehr oder weniger trinkend verbracht. Erst die Lektüre der Guzeks brachte eines Nachts ganz spontan den Wendepunkt. Mit Hilfe der NEMs und diesem Forum nähere ich mich bald meinem 2-jährigen.
Meine Motivation war, ähnlich der Deinigen, einfach schlagend. In diesem Alter gilt es keine Zeit mehr zu verlieren. Man muss dankbar sein, wenn man, trotz der Trinkerei, gesund und leistungsfähig in den Herbst des Lebens gehen kann. Mach weiter! Du wirst Dich neu entdecken, neue Kraft und Freude finden.
Für diesen Weg wünsche ich Dir alles Gute! Schreib hier weiter, wenn Du magst, wir freuen uns über guten gemeibsamen Austausch.
Viele Grüsse, Birgitta
Herzlichen Dank,
ich weiß dass auch Schwierigkeiten auftreten werden, doch mit dem Wissen über meine Sucht und dem was da so alles vorgeht in der Kommandozentrale da oben auch mit den zusammenhängen Ernährung, Lebensstil den ich mir gerade jetzt im Ruhestand so gestalten kann wie ich will möchte ich das wirkliche Leben haben das ich schon lange wollte.
Natürlich begegneten mir auch schon böse Trigger Fallen, doch bisher war der Wunsch und die Sichtweise auf ein anderes Leben auf das ich sehr sehr gespannt bin stärker. Gestern nach heftiger Auseinandersetzung mit Nachbarn die ich absolut vermeiden wollte da ich das innere Gefühl hatte dass ich für so was noch nicht bereit sei es aber die Situation erforderte zu handeln und ich mit zitterndem rechten Bein vor denen stand spürte ich meine momentanen Grenzen, Normalerweise wäre ich bei so was an die nächste Versorgungsstelle gefahren und hätte mit Sicherheit eine ganze Flasche Wein erstmal ex gesoffen. Natürlich hallte die ganze Situation nach und ich war unruhig ohne Ende doch wenn ich so sagen kann/darf meisterte ich es mich nicht zu alkoholisieren. Es ging um Belästigung in Form von Beleuchtungsorgien und lauter Wärmepumpe dererseits nachdem sie immer wieder auch mein Grundstück betreten ohne zu fragen was sie da früh morgens wieder taten direkt vor meinem Wohnzimmer, abgesehen von der Bauwut andauernd seit 20 Jahren... ich wurde sogar ausgelacht von ihr, der Nachbarin, Ärztin !!!
Der Gedanke in nicht alte Muster verfallen zu wollen steuerten dem Dopamin Gedächtnis stark entgegen, eine völlig andere Art, völlig neu und ungewohnt, gerade in solch einer Stress Situation die selbst unter gesundestem Zustand einiges abfordert... puhhh .. in nächster Zeit versuche ich besser auf so was zu verzichten so weit wie möglich. Es war eindeutig zu früh, aber ich danke für die Trainingseinheit, war hart.
So, nun dann Bis demnächst
Grüße Joseph
@Gaby Autorin von Suchtlüge: Thema Motivations Schreiben, ich verwende entgegen deiner Empfehlung außer dass ich Notizen mache ein kleines Diktiergerät zum auf sprechen von Gedanken, für mich ist es ok, ständig greifbar und authentisch
Herzliche Grüße Joseph
@joseph Herzlich willkommen im Forum – ich habe selten etwas hier gelesen, was so stark mit meinen eigenen negativen Erfahrungen mit der Suchtbehandlung in Deutschland übereinstimmt. Mein trauriger Höhepunkt war ein frisch examinierter Sozialpädagoge, wohl mit Wochenendkurs, der das frisch erlernte Wissen unvollständig herunterbetete. Auf Kosten der Kasse.
Geholfen hat mir Gabys erstes Buch "Alkohol adé" und ihr Coachingprogramm, das ich als einer der ersten testen durfte.
Schau nach vorn. Es gibt ein Leben ohne das Nervengift, und dieses Leben ist gut. Getrunken hast Du wie wir alle schon genug, neue Erfahrungen warten da nicht mehr auf Dich. Jedenfalls keine guten.
Ich wünsche Dir alles Gute und freue mich, wieder von Dir zu lesen.
@lagertha, @natarie, @baileys23 @ulli1962
@joseph Auch von mir herzlich willkommen hier im Forum!
Deine erste Triggersituation hast Du großartig gemeistert, auch wenn Du schreibst, dass es dafür eigentlich noch zu früh war. Du hast es als "Trainingseinheit" verarbeitet und bist für den nächsten Trigger jetzt schon etwas besser gewappnet. Super!
Aus eigener Erfahrung kenne ich es nur zu gut, wie es sich anfühlt, solche Situationen ohne Alkohol durchzustehen. Danach fühlte ich mich jedesmal ein bißchen gestärkter und mein verloren gegangenen Selbstwertgefühl kehrte nach und nach zurück.
Trotzdem kann es ganz hilfreich sein, starken Triggern in der ersten Zeit wenn möglich aus dem Weg zu gehen.
Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg!
@joseph herzliches Willkommen, vielen Dank für deine ausführliche Vorstellung. 🤗
Was hast du gedacht als du alles niedergeschrieben hast? Vielleicht auch eine Art von Erleichterung,das du es schriftlich fixiert? Das ist schon ein Unterschied ob man jahrelang denkt,mensch,was passiert mit mir, oder sich dann wirklich mal so reflektiert,so wie du in deiner Forumsvorstellung.
Wunderbar das du die ersten Schritte gegangen bist;-) Herzlichen Glückwunsch zu den ersten 3 Wochen.





