Mein Angehöriger trinkt – was kann ich tun?

Angehörige von Alkoholikern leiden manchmal sogar mehr als der Trinker selbst. Sie fühlen sich hilflos dabei zusehen zu müssen, wie ein geliebter Mensch sich zerstört und verändert. Dahinter stecken handfeste medizinische Stoffwechselprobleme, die den Alkoholiker immer weiter in die Sucht treiben.

Es gibt aber durchaus ein paar Dinge die die Angehörigen tun können. Das gilt für den Umgang mit dem Alkoholiker, aber auch für den eigenen Alltag.

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5 thoughts on “Mein Angehöriger trinkt – was kann ich tun?

  1. Das ist eine sehr gute Frage, zumal man in einer aktiv co-abhängigen Beziehung mehr und mehr den Eindruck gewinnen kann, dass sowieso nichts bringt, und dass man allmählich den Verstand verliert. Mir haben folgende Dinge sehr geholfen: 1) Viel zum Thema Alkoholismus UND Co-Abhängigkeit zu lesen.Beide Partner/innen beeinflussen sich gegenseitig. Je abhängiger der eine wird, desto co-abhängiger der andere und genauso ist es auch andersherum: Begreift der Co-Abhängige Partner seine Rolle im Spiel und gewöhnt sich andere Verhaltensweisen an, dann muss sich der trinkende Partner auch was neues einfallen lassen. Verlässt einer der Partner den gemeinsamen Weg, kann es sehr ungemütlich und gleichzeitig heilsam werden. Mit wachsendem Wissen konnte ich die Verhaltensweisen und Mechanismen besser einordnen und mich mehr und mehr von meinem Klammern, Sorgen und Überhelfen befreien. Am Ende hat uns beiden das wohl das Leben gerettet. 2) Hilfe in Suchtberatungestellen und bei Selbsthilfegruppen, wie Al-Anon suchen. Diese Leute haben Suchtund Co-Sucht in allen Erscheinungsformen kapiert. Das waren in meinem Lebensweg die ERSTEN Menschen, denen ich nicht alles bis ins letzte erklären musste, um dann den Satz zu hören, “na komm, so schlimm kann es doch gar nicht sein.”Die Leute in den Suchtberatungen haben mich auf Anhieb verstanden und MIR selbst die Verantnwortung überlassen, das nächste zu tun. In keinem Fall haben sie meine Situation verharmlost oder mir Schuld daran gegeben, dass mein Partner trank. Leute, die nicht geschult oder suchterfahren sind, kommentierten damals  “na, da musst du einfach mal mit deinem Partner reden…. ” oder “du musst einfach noch mehr probieren, deinen Partner zu beeinflussen”.Gerade das wäre co-abhängiges Verhalten. 3) Anerkennen, dass Du das Verhalten der die Sucht Deines Partners nicht verändern kannst. Es ist leider unmöglich. Anerkennen, dass die geliebte Person ihre Wahl jeden Tag neu treffen kann, trifft, und dass das ausschließlich ihre Sache ist. Ihre Aufgaben, ihre Schulden, ihre Entschuldigungen zu übernehmen ist im harmlosesten Falle anmaßend und im gravierendsten Falle tödlich.Ich sage das so dramatisch, wei co-abhängigkeit zuende gedacht das Trinken des Partners weiter unterstützt, und das wiederum vorzeitig tödlich verlaufen kann.4) Frag Dich selbst, wie DU eigentlich leben möchtest. Verschiebe die Antworten nicht auf den Sanktnimmerleinstag. Stelle Dir vor, dass dieses Leben Deine einzige Chance ist (egal, ob es stimmt oder nicht) irgendwas daraus zu machen. Frag Dich Was ist ein respektvoller Umgang miteinander?Ist mein Verhalten meinem Partner gegenüber respektvoll? Und zwar unabhängig (!) davon, wie respektvoll Dein Partner sich Dir gegenüber benimmt.Was soll aus Deinem Leben werden? Viele Co-Abhängige suchen den tieferen Sinn in allem. Wenn diese Sinnsuche sich auf das eigene Leben bezieht, kann es ein guter Weg sein.In jedem Fall kann die Vision eines guten Lebensweges Dir die Richtung weisen, wenn Du wieder mehr in die Co-Abhängigkeit gerutscht bist – die Vision eines schönen Lebens kann Dir Richtschnur und Handlungsmaxime werden. Spürst Du doch innerlich recht genau, wenn Du Dinge tust, die Du eigentlich nicht mehr tun wolltest, wie beispielsweise, das Handy des Partners durchsuchen, Gläserzählen oder lügen, damit der Partner sein Gesicht wahren kann….All das kommt wahrscheinlich in keiner herrlichen Zukunftsvision vor.

  2. Das Spiel habe ich hinter mir gelassen.
    Meine Frau ist Alkoholikerin wie ich selbst.
    Alles habe ich versucht.
    Gut und Böse, sehr Böse. Ich habe Alkohol weggekippt, Alkohol gekauft, gesucht, gefunden und versteckt. Einmal sogar 10 Kisten Bier gekauft und sie ihr auf die Wand gestellt, mit der Bitte sich tot zusaufen. Zur Therapie bewegt und sie zu Kliniken gefahren.Auf ihr flehen reagiert, ihr doch zu helfen.
    Das bringt alles nichts !
    Einen richtigen Weg gibt es auch nicht ohne die Einsicht der eigenen Sucht des Trinkenden. Gaby schildert es richtig in dem Video und erklärt, dass es etwas mit Urinstinkten zu tuen hat die tief in uns schlummern.
    Der Alkoholiker will vielleicht sogar mit dem Trinken aufhören aber er kann einfach nicht. Dies ist auch nicht nur auf psyschiche Probleme zurückzuführen, es besteht eine körperliche Abhängigkeit darüber hinaus.
    Da nützen keine Sprüche aus Büchern oder von Angehörigen, derjenige muss fallen. Bis er den Punkt “rock bottom” erreicht hat. Dann besteht vielleicht eine Chance, dass derjenige selber die Einsicht bekommt.
    Klar sollte man die Problematik ansprechen und auf den “richtigen” Moment warten wenn es den gibt. 
    Wenn ein Alkoholiker noch rezeptiv dafür ist diese Ratschläge anzunehmen ist das auch gut. Ist derjenige in einem fortgeschrittenen Stadium seiner Sucht wird er diese Ratschläge auch als “Schläge” auffassen.
    Dann hat man verloren und ist dem Alkohol genauso machtlos gegenüber, wie der Alkoholiker selbst. Erst dann hat man es kapiert.
    Ich lebe seit 4 Jahren von meiner Frau getrennt, mit dem Bewusstsein das sie es nicht schaffen wird. Ich war tatsächlich Coabhängig in allen Details die man durchmachen kann. Heute bin ich egoistisch und kümmere mich um mich zuerst.
    Ein wichtiger weiser Satz den ich mir immer wieder sage:
    “Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.”
    Erst wenn es dir gut geht, dann fühlen sich andere um dich herum auch wohl.
    Hilfe zur Selbsthilfe ist der einzige Weg, solange der Trinker gewillt ist die Hilfe anzunehmen.

    1. @freddy Ja, das Härteste ist, dass man als Angehörige*r seine eigenen Bedürfnisse ignorieren muss, und der Angst um den Partner*in irgendwie zum Trotz loslassen muss. Ich hatte Angst, dass er sich totsäuft, wenn ich gehe,  und die war nicht unbegründet. Und meine eigenen Pläne und Ziele für diese Bezieung musste ich begraben. Das war für mich eine Art Rock Bottom. Ein innerer Tod. Die eine Nacht hätte ich gerne nicht weiter gelebt…Aber weisst Du was? Er hat aufgehört zu trinken, und eine andere Frau gefunden.Ich bin glücklich und strahle mit neuer Karriere und einem neuem gesunden, total anderen Typen, haha!Was ich mir niemals hätte vorstellen können, wurde wahr und das Leben ist reicher und besser als je zuvor!

  3. Hallo zusammen,
    ich wollte mich hier auch mal melden. Mein Partner trinkt. Er trinkt nicht täglich, sondern hat eher so Schübe. Diese Schübe sind allerdings extrem und können auch mal 2-3 Tage anhalten. Er weiß auch selber, dass er ein Problem hat. Vor 8 Jahren, am Anfang unserer Beziehung, ist mir das nicht aufgefallen. Aber mit den Jahren wurde es immer deutlicher. Eine Therapie will er nicht machen. Es ist immer das gleiche Schema bei ihm. Er trinkt 2-3 Tage, ich bekomme ich irgendwie hin, dass er wieder nüchtern wird. Dann ist er total niedergeschlagen und traurig und nimmt sich vor nichts mehr zu trinken. ein paar Wochen später fängt er wieder an heimlich zu trinken, dann am Wochenende (man darf sich ja mal belohnen). Und zack hängen wir wieder in der Spirale. Wenige Tage später trinkt er 2-3 Tage durch. Nach seinem Vorletzten Mal habe ich recherchiert und dieses Buch gefunden. Ich habe es direkt gekauft und ihm einfach nur hingelegt, falls er es mal lesen möchte. Ich habe ihm kurz erklärt, um was es geht. Da lag es nun. Nach seinem letzten “Rückfall” hat er es angefangen zu lesen. Er hat es in zwei Tagen durchgelesen und war begeistert. Genau das hat er gesucht und gebraucht. Wir haben alles direkt bestellt und er ist jetzt eine Woche dabei. Allerdings hat er unglaublich schlechte Laune. Kommt das von den Tabletten und Pülverchen oder eher davon, dass er sich jetzt damit auseinandersetzen muss? Ich glaube auch, dass ihn nervt, dass er ständig an die Tabletten denken muss. Ich versuche ihn aufzuheitern, in dem ich ihm sage,
    dass die Tabletten nicht sein Feind sind, sondern alles wieder ins Gleichgewicht bringen,
    dass es “nur” 30 Tage sind und dann werden es weniger Tabletten,
    dass er sich danach besser fühlen wird
    Habt ihr Tipps, wie ich ihn noch unterstützen kann? Natürlich habe ich das Buch auch gelesen. Ich fand es auch so spannend, dass ich es an einem Sonntag durchgelesen habe.
    Ich hoffe so sehr, dass die schlechte Laune bald verfliegt und es ihm leichter fällt die Tabletten zu nehmen.
    Vielen Dank und liebe Grüße,
     

    1. @enibas 
      Liebe Enibas,
      die schlechte Laune ist das Dopaminsystem, das sich da meldet. Steht ja auch Einiges zu im Buch. Gib ihm die Gewissheit: Es wird besser, wirklich! Dein Mann ist übrigens sehr wahrscheinlich ein sogenannte “Gamma Trinker” nach der Typologie nach Jellinek. Dieser Trinkertyp sucht ganz bewusst den totalen Rausch, anders als der Entspannungstrinker, der “nur” Entspannung sucht (und am Ende ja auch betrunken ist, aber oft nicht bis zum totalen Blackout).
      Hat Dein Mann denn außer den Nährstoffen auch mal über Strategien nachgedacht, über Trinkfallen, Trinktrigger etc? Also so den ganzen dritten Teil des Buches auch mal aufmerksam gelesen und die Tipps darin umgesetzt?
      Nährstoffe unterstützen, aber sie haben noch niemanden allein trocken gelegt.
      Was Dich betrifft: Es ist toll, dass Du hier schreibst – aber warum nicht er? Er wäre es, der hier mitlesen und schreiben muss! Für Dich solltest Du (allein schon aus Selbstschutzgründen) mal das Thema Co-Abhängigkeit genauer anschauen. Irgendwann könnte auch für Dich der Zeitpunkt kommen, wo Du zunächst mal an Dich denken musst. Merke: Ein Alkoholiker wird NIE für andere trocken. Nur für sich selbst. Alles andere funktioniert nicht.
      Beste Grüße
      Gaby

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