… Entspannung versuche ich mit Muskelentspannung nach Jakobsenart einzuholen … mit Sport Joggen/ Krafttraining versuche ich Stress abzubauen … was auch mal gut mal weniger gut gelingt … ansonsten ja versuchen Dinge zu machen die einem Spass machen … wobei ich sagen muss, dass vieles dann auch irgendwo nicht mehr soviel Spass macht wie vorher… also ist alles ein bisschen schwierig …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkohol adé-Forum. Zum geschützten Austausch für Betroffene
Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek – Anhedonie und Abstinenz
Nichts macht mehr Spaß ohne Alkohol – ist diese Freudlosigkeit in der Abstinenz normal?
Was hier beschrieben wird, ist ein typisches Zeichen der sogenannten Anhedonie – einer Phase, in der das Gehirn natürliche Belohnungsreize kaum noch als befriedigend wahrnimmt. Regelmäßiger Alkoholkonsum überflutet das Belohnungssystem mit Dopamin und erzwingt eine Gegenregulation: Rezeptoren werden heruntergefahren, die Empfindlichkeit sinkt. Fällt der Alkohol weg, fehlt dem Gehirn der gewohnte Reiz – normale Aktivitäten wie Sport oder Entspannung wirken gedämpft. Dass der Verfasser trotzdem aktiv bleibt – mit progressiver Muskelentspannung, Joggen und Krafttraining – ist medizinisch wertvoll: Bewegung fördert die Ausschüttung körpereigener Endorphine und unterstützt die Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, sich an die alkoholfreie Normalität anzupassen. Die Anhedonie ist in den meisten Fällen vorübergehend. Je länger die Abstinenz gehalten wird, desto stärker erholt sich das Belohnungssystem.
Häufig gestellte Fragen zu Anhedonie und Abstinenz (FAQ)
Nichts macht mehr Spaß ohne Alkohol – ist das normal?
Ja. Alkohol überflutet das Belohnungssystem mit Dopamin. In der Abstinenz sind die Rezeptoren noch herunterreguliert – normale Reize lösen deutlich weniger Freude aus. Dieser Zustand heißt Anhedonie und ist in der Regel vorübergehend.
Hilft Sport wirklich gegen Suchtdruck und Freudlosigkeit?
Körperliche Aktivität fördert die Ausschüttung von Endorphinen und Dopamin über natürliche Wege. Regelmäßiges Training unterstützt die Neuroplastizität und hilft dem Gehirn, sich schneller zu erholen. Die Wirkung kann aber schwanken, besonders in der frühen Abstinenz.
Wie lange dauert die Freudlosigkeit nach dem Aufhören mit Alkohol?
Die Dauer ist individuell. Bei vielen Betroffenen bessert sich die Anhedonie innerhalb weniger Wochen bis Monate. In manchen Fällen können Symptome im Rahmen von PAWS bis zu ein bis zwei Jahre anhalten – mit abnehmender Intensität.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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