Fazit: Es war so ein toller und unterhaltsamer Abend. Ich konnte mich besser auf die Gespräche konzentrieren, ich war klar und wach. Konnte mich am nächsten Tag an Details erinnern und das beste war, an so einem alkoholfreien Abend kann man alles durcheinander saufen und dir geht’s nächsten Tag Bombe🤣😉. Meine Freundin hat ihre zwei Gläser Wein getrunken, was mich echt überraschender Weise null gejuckt hat. Ja vielleicht am Anfang kurz weil das Suchthirn kurz angesprungen ist. Ich bin mit Erleichterung und einem Grinsen nach Hause gefahren und musste wieder an meinen Lieblings Satz denken
“Glaube nicht alles was du denkst“. Also wieder eine Hürde geschafft und …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkohol adé-Forum. Zum geschützten Austausch für Betroffene
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Wie gelingt ein entspannter Restaurantbesuch in der Abstinenz, wenn der Partner Wein trinkt – und warum kann schon der bloße Anblick kurz das Suchtgedächtnis aktivieren?
Dass beim Anblick des Weinglases kurz „das Suchthirn anspringt”, ist ein normales Phänomen und kein Zeichen von Instabilität. Fachlich spricht man hier von Reizreaktivität: Das Gehirn hat über Jahre gelernt, bestimmte Situationen – ein gemeinsames Abendessen, ein Glas am Nachbartisch – mit Alkohol zu verknüpfen. Dieser gelernte Automatismus meldet sich kurz, auch wenn die Abstinenz längst gefestigt ist. Entscheidend ist, dass dieser Impuls in aller Regel schnell wieder abklingt, wenn er nicht zusätzlich genährt wird, etwa durch Grübeln oder Vermeidungsverhalten. Die Erfahrung, klar und wach zu bleiben, sich am nächsten Tag an den Abend erinnern zu können und ohne Nachwirkungen aufzuwachen, ist genau der Gegenbeweis, den das Gehirn braucht, um neue, alkoholfreie Muster zu festigen. Jeder so erlebte Abend schwächt die alte Verknüpfung ein Stück weiter ab.
Mehr zum Mechanismus dahinter: Reizreaktivität (Cue Reactivity) und Saufdruck (Craving).
Häufig gestellte Fragen zu Abstinenz und Suchtdruck im Restaurant (FAQ)
Warum wird beim Anblick von Alkohol kurz Suchtdruck ausgelöst, obwohl man schon lange nicht mehr trinkt?
Das liegt an der Reizreaktivität: Situationen wie ein gemeinsames Abendessen wurden früher fest mit Alkohol verknüpft. Dieses gelernte Muster kann kurz reaktiviert werden, verliert aber mit zunehmender Abstinenz an Kraft.
Wie geht man damit um, wenn der Partner beim gemeinsamen Essen Alkohol trinkt?
Es hilft, den eigenen Nüchternheitswunsch klar für sich zu vertreten, ohne den Konsum des Partners bewerten zu müssen. Viele Betroffene berichten, dass die anfängliche Anspannung mit der Zeit deutlich nachlässt.
Wird der kurze Suchtdruck beim Ausgehen mit der Zeit schwächer?
Ja. Mit jeder Situation, die ohne Rückfall durchlebt wird, verliert das Suchtgedächtnis an Einfluss. Klarheit am Abend und ungetrübte Erinnerung am nächsten Tag verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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