Ich bin Angehörige und es geht um meinen Mann. Alkohol ist lange schon ein Thema und sein Konsum hat sich in den letzten Monaten massiv gesteigert. Inzwischen ist er bei 1 Flasche Wodka täglich – mindestens – und das seit mehreren Monaten.
Seit 4 Wochen ist keine Kompensation mehr möglich, d.h. es ist regelrecht gekippt und mein Mann entgleist körperlich zusehends (starke Schwäche, kaum Appetit, Schmerzen, Stürze, Einnässen, liegt meist im Bett).
Er hat den Alkohol jahrelang zur Dämpfung körperlicher (seit 2021 ME/CFS-ähnliche Symptomatik) und seelischer Schmerzen (Depressionen, Traumata aus der Kindheit) benutzt, ebenso gegen Stress und Frust. Er hat nie wirklich gelernt, auf eine reife, erwachsene Art damit umzugehen. Er ist hochintelligent und hat lange unbewusst viel Energie aufgebracht, den Druck im Kessel zu halten. Ich sehe die Zusammenhänge schon lange, kam aber bisher nicht soweit an ihn ran, Hilfe anzunehmen. In den letzten 4 Wochen seit der Entgleisung hat sich einiges getan und ich bin endlich ins Handeln gekommen. …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Häufig gestellte Fragen zu Alkoholismus und Angehörige (FAQ)
Wann wird Alkoholkonsum für den Körper lebensbedrohlich?
Lebensbedrohlich wird es, wenn der Körper die toxische Belastung nicht mehr kompensieren kann. Anzeichen dafür sind unter anderem starke körperliche Schwäche, Stürze, Appetitverlust und Bewusstseinsstörungen. Bei diesen Warnsignalen ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig.
Was bedeutet Selbstmedikation mit Alkohol?
Selbstmedikation bedeutet, dass Alkohol gezielt eingesetzt wird, um körperliche oder seelische Beschwerden wie Depressionen, Traumata oder chronische Schmerzen zu unterdrücken. Der Alkohol beseitigt die Ursache nicht, sondern verschleiert sie – während gleichzeitig eine Abhängigkeit entsteht.
Wie können Angehörige helfen, wenn der Partner nicht aufhören will zu trinken?
Angehörige können professionelle Beratung in Anspruch nehmen, etwa bei einer Suchtberatungsstelle. Dort erhalten sie konkrete Strategien, um Grenzen zu setzen und Hilfsangebote zu vermitteln – ohne sich selbst dabei aufzugeben.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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