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Wie ist das?
Wenn ein Reflex den Rückfall ankündigt.
Wie kann ich mir selbst helfen?
„Denk nach!“, befiehlt mein Alter Ego. „Du weißt, wie es geht! Du hast ein Rezept dagegen, es ist nur für dich gültig, aber vielleicht hilft es ja auch den Brüdern im Geiste, die noch da draußen herumirren …”
Ich führe mir jeden Schritt vor Augen, genauso, wie es früher immer war und wie es sein wird, wenn ich jetzt diesem, zugegeben irrsinnigen Drang etwas zu Trinken, nachgebe.
Ich werde Geld besorgen müssen, viel Geld, denn mein Rückfall soll nicht mit einem Fusel beginnen. Wenn schon - denn schon. Ich will besten Stoff, mindestens Kategorie Single Malt Whiskey oder Cognac vom Feinsten. Ich will eine Montechristo-Zigarre rauchen. Nachschub holen und wieder Nachschub.
Ich werde kein Geld mehr haben. Ich werde Angst bekommen. Ich werde zittern vor Angst. Ich werde Freunden aus dem Weg gehen, mich verleugnen lassen, den Wahnsinn am nächsten Morgen mit Resten aus den leeren Flaschen bekämpfen. Ich werde irgendwo billiges Bier trinken, das ich nicht bezahlen kann. Und ich werde nie mehr in den Spiegel schauen können.
Will ich das wirklich?
Nein!
Ich weiß, das klingt so einfach. Aber in diesem Fall ist die einfachste Antwort auch die beste: Nein! Heute nicht.
©text & foto by suffade
@nancy87 ach Mensch… wenn ich so etwas lese, möchte ich dich am liebsten direkt an die Hand nehmen und da ein Stück rausbegleiten. Dieses Gedankenkarussell kenne ich nur zu gut – und auch diesen Wunsch nach genau diesem Gefühl, das abgespeichert ist wie ein vermeintlicher Zufluchtsort.
Abschalten kann man das nicht einfach. Bei mir hat es lange gedauert, bis dieser Reflex leiser geworden ist. Jeder Einkauf war damals ein Spießrutenlauf, weil dieser Gedanke mitlief wie ein hartnäckiger Schatten. Aber eines wusste ich: Wenn ich ihm nachgebe, schicke ich meinen Selbstwert sofort wieder in den Keller.
Was mir am Ende wirklich geholfen hat, waren nicht die großen Durchbrüche, sondern diese winzigen, fast unscheinbaren Erfolge. Momente, in denen ich trotz allem standgehalten habe. Diese kleinen Siege bauen sich aufeinander – und irgendwann tragen sie.
Du bist nicht schwach, weil du gerade so kämpfst. Du bist stark, weil du trotzdem schreibst, weil du trotzdem suchst, weil du trotzdem da bist.
Und auch wenn es sich für dich gerade nicht so anfühlt: Instabilität heißt nicht Hoffnungslosigkeit. Manchmal beginnt Veränderung genau in solchen tiefen Tälern, in denen man denkt, dass nichts mehr geht.
Ich wünsche dir von Herzen weiterhin viel Kraft für deinen Weg!





