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Hallo...
mit der Anmeldung hier und meinem ersten Beitrag, ist das wohl das offizielle Eingeständnis, dass ich ein Problem habe. Eigentlich weiß ich es schon lange. Gerne erzähle ich euch kurz was zu mir...
Ich habe schon immer einen Hang zur Sucht. Mit 14 wurde mir meine erste Pille angeboten, die ich ohne nachzudenken sofort nahm... Das war der Anfang meiner Drogen- und Alkoholkarriere. Mit Mitte 20 habe ich dann mit härteren Drogen aufgehört und "nur" noch gekifft und Alkohol getrunken. Vielleicht ein oder zweimal im Jahr gekokst.
Ich bin Anfang 40, glücklich verheiratet, habe zwei wundervolle Kinder und trinke unter der Woche auch keinen Alkohol. Am Wochenende trinke ich allerdings regelmäßig und zwar fast jedes Mal so viel, dass ich am nächsten Tag einen Filmriss habe und körperlich und seelisch am Ende bin. Ich kann nicht mehr zählen wie oft ich mir geschworen habe, das nächste Mal weniger zu trinken. Geschafft habe ich es aber fast noch nie. Ein oder zwei Gläser kann ich einfach nicht, es endet fast immer im Delirium. Mein Mann trinkt auch regelmäßig, kann damit aber besser umgehen und wird nie unangenehm oder peinlich. Er sorgt immer dafür, dass ich im Vollrausch sicher in mein Bett komme.
Jedes Jahr im Januar mache ich einen Monat Alkoholpause. Das schaffe ich auch ganz gut, aber ich weiß ja auch, dass ich dann im Februar wieder mit gutem Gewissen weitertrinken kann. Ganz aufzuhören kann ich mir einfach nicht vorstellen, auch wenn ich weiß, dass ich es eigentlich muss, da alles andere so nicht weiter geht.
Ich habe durch mein krankes Trinkverhalten schon so viel zerstört in der Vergangenheit. Ich habe große Angst, dass ich irgendwann im Rausch wieder mal etwas Dummes machen könnte und somit meine Familie gefährde. Trotz meiner ganzen schlechten Erfahrungen, schaffe ich es nicht aufzuhören.
Das Buch habe ich mir heute bestellt, aber große Hoffnung, dass es mir hilft, habe ich leider nicht. Wie gesagt bin ich auch nicht der "typische" Trinker, da ich es unter der Woche ja auch unter Kontrolle habe.
Habt ihr Tipps wie ich meine Abstinenz am besten starte? Hattet ihr einen entscheidenen Auslöser dafür oder was war bei euch der Durchbruch?
Am Freitag fahren wir in den Urlaub. Ich kann mir einen Urlaub / ein Leben ohne Alkohol einfach nicht vorstellen, auch wenn ich weiß, dass ich so nicht weiter machen kann.
Vielen Dank schon mal fürs "zuhören"...
@sirius : moin - schau doch auch mal auf "foodpairing ohne Alkohol" in Gabys Genussecke. Dort wurden schon ähnliche Tips ausgetauscht. 😃
Guten Morgen,
ich möchte gerne mein aktuelles Befinden niederschreiben.
Heute sind es 3 Wochen ohne Alkohol!!! Ich freue mich sehr darüber. Der Unterschied zu meinem sonstigen "Dry January" ist nämlich, dass ich ganz normal am Leben teilnehme. Somit sind diese 3 Wochen auch ziemlich schnell vergangen. Im Januar habe ich mich schon immer sehr gequält, bin nicht ausgegangen und konnte es kaum erwarten, dass ich endlich wieder trinken konnte. Diesmal ist es anders... ich freue mich fast nichts trinken zu müssen.
Am Freitag waren wir mit Freunden lecker essen. Es war ein sehr schöner Abend. Alle außer mir haben getrunken, aber das war ok für mich. Mein Mann meinte am nächsten Morgen, dass er stolz auf mich ist. Wenn ich an dem Abend getrunken hätte, wäre der nächste Morgen/Tag im Arsch gewesen und der Abend wäre trotzdem nicht besser gewesen. Ich wäre höchstens peinlicher gewesen und hätte zu Hause weiter trinken wollen. So konnte ich die Kinder morgens ohne Fahne bei der Oma abholen 😊
Ab und zu erwische ich mich bei dem Gedanken, dass es ja so gut läuft, dass ich vielleicht irgendwann doch mal 1 oder 2 Gläser trinken könnte und es dann dabei belasse. Gott sei Dank habe ich es bisher geschafft diesen Gedanken wieder schnell zu verdrängen und mir bewusst gemacht, dass ich es in der Vergangenheit nie geschafft habe und es auch zukünftig ziemlich sicher nicht im Griff haben werde.
Ich merke, dass ich noch nicht da angekommen bin, wo so viele von euch schon sind. Ich habe gelesen, dass bei vielen nach ca. 3 Monaten eine innerliche Veränderung stattgefunden hat. Darauf hoffe ich jetzt auch. Ich merke deutlich wie der "Verzicht" mir gut tut, aber 100 % überzeugt ist mein innerlicher Teufel noch nicht davon.
Viele berichten von ihren "Alkträumen". Ja, das kann ich nur bestätigen. Jede zweite Nacht werden meine Träume von Alkohol bestimmt. In einem Traum schütte ich heimlich mein Bier weg, damit die neuen Nachbarn nicht merken, dass ich nichts trinke. In dem anderen Traum laufe ich suchend über ein Festivalgelände und finde nirgendwo etwas zu trinken... Ist schon Wahnsinn, was da im Unterbewusstsein abgeht.
Ärgerlich ist, dass ich seit gestern eine fette Erkältung habe. Jetzt muss ich mein Sportprogramm erstmal auf Eis legen, obwohl ich gerade erst wieder richtig reingekommen bin. Echt blöd. Der Sport hilft mir nämlich extrem bei depressiven Gedanken. Aber die paar Tage ohne werde ich wohl überstehen, habe es vorher ja auch jahrelang ohne geschafft 😉
Wünsche Euch allen einen schönen Wochenstart!
Lass es einfach geschehen und auf Dich zukommen. In dem Moment nicht zu viel hineininterpretieren... annehmen, wie es sich anfühlt... das war vermutlich in den letzten Jahren nicht mehr der FAll. DAS ist das Coole an der Abstinenz, so viele neue erste Male zu erleben.
Übrigens, mein Lieblingsgetränk zu Gans, zu Fisch oder zum Grünkohl ist WASSER. Unglaublich, oder? Endlich schmecke ich die Gans, den Fisch, den Grünkohl, pur, ohne Geschmacksverirrung. 🙂
das läuft bei Dir. Viele tolle bewusste erste Male wünsche ich Dir.
LG
Sandra
@sirius klasse gemacht. Der Teufel aka Weinhexe wird schon immer mal wieder aus dem Loch krabbeln. Denn nichts anderes ist der Gedanke an ein oder zwei Gläser Wein. @soberrebel hat mir damals mal Craig Beck empfohlen: "Alkohol hat mich belogen" Ein echter Augenöffner und Gamechanger. Danach willst du echt nichts mehr trinken.
Erhol dich jetzt erstmal gut. Der Sport kann warten. Dein Körper ist so schon mitten in der Erholung.
Gute Besserung wünscht dir die Mermaid 🧜♀️
Vielen Dank 😊 Das Buch werde ich mir gleich mal bestellen, freue mich schon darauf darin zu lesen!
Das stimmt! Habe jetzt schon so viele neue Momente erlebt und freue mich auf weitere. Es tut auch so gut keine Angst haben zu müssen wieder mal abzustürzen wenn man Abends weggeht.
Wasser ist auch mein absolutes Lieblingsgetränk! Aber es gibt bestimmt einige alkoholfreie Alternativen, die ich noch kennenlernen möchte, die eine gute Ergänzung zu einem leckeren Essen sind.
Liebe Grüße
Hallo....
da bin ich wieder. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken wieso ich länger nichts geschrieben habe... weil ich mich geschämt habe.
Nach meiner anfänglichen Euphorie übers trocken sein, kamen dann Mitte Dezember schleichend die alten Gewohnheiten wieder. Am Anfang waren es nur ein bis zwei Gläser Wein, weil ich ja alles sooo gut unter Kontrolle hatte. Da dachte ich wiedermal, dass ich es mit dem kontrollierten Trinken ja vielleicht doch schaffen könnte....
Was soll ich sagen... natürlich habe ich es nicht geschafft.... keiner wird das je können und ich war wieder mal zu dumm es zu begreifen.
7 Wochen hatte ich nichts getrunken und dann habe ich alles wieder kaputt gemacht. Dabei ging es mir so gut. Aber irgendwie habe ich wieder so eine Leere gefühlt, dass ich dachte ohne Alkohol macht alles nur halb so viel Spaß. In den Osterferien war ich dann wieder komplett in meinem alten Muster. 3 Wochen lang täglich getrunken und ab Mittags nur über das nächste Glas am Abend nachgedacht und somit den Urlaubstag gar nicht richtig genießen können. Gestern wieder total Absturz obwohl ich mir soooo fest vorher vorgenommen hatte wenig zu trinken.... vorm ins Bett gehen dann heimlich noch schnell ein paar Schlücke Gin aus der Flasche... das hat nichts mit Genuss zu tun sondern ist einfach pure Sucht...
Ich möchte das nicht mehr. Werde morgen wieder mit den NEM starten und hoffe, dass ich diesmal durchhalte und mein Leben ohne Alkohol als Geschenk sehe und nicht als Verlust!
Schöne Woche euch allen
@sirius Bist nicht der erste, dem es passiert, scheint aber "kontrolliert" nicht zu gehen ... aufstehen, Staub abschütteln, weiter machen!
Falls Du sie noch nicht kennst, hier in der Videothek stehen zwei gute Beiträge zum Thema:
https://www.alkohol-ade.com/rueckfall-und-nun-2/
und ...
https://www.alkohol-ade.com/rueckfall-desaster-oder-chance-2/
Danke für die Videos. Versuche es zu verinnerlichen.
Habe anscheinend ein sehr ausgeprägtes Suchtgedächtnis. Schade, dass mein Verstand nicht dagegen ankommt. Ich leide unter Depressionen, die sobald ich Alkohol trinke wieder stärker werden. Den paar Stunden im glücklichen Rausch folgen Tage mit Scham, Trauer, Wut und Selbsthass. Wieso blende ich das einfach aus wenn ich anfange zu trinken?
Es müssen doch mal Pillen erfunden werden, die das Suchtgedächtnis einfach löschen!





