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Ich bin Michi
trinke jeden Abend 4 Bier und mittlerweile kann ich nicht mehr darauf verzichten. Seit einiger Zeit geht es mir schlecht damit. Heute Abend werde ich nichts mehr trinken
@michi ok, "wieder normal am Alltag teilzunehmen" ist recht abstrakt. Versuch das mal mehr in Bilder zu verpacken. Wie würde dein perfekter Tag aussehen wenn du Alkohol gar nicht kennen würdest? Stell ihn dir mal genau vor. Nicht was du NICHT willst, sondern was du willst.
Hintergrund: Einfach ausgedrückt: Das Gehirn arbeitet mit Bildern. Es kann mit dem Wort "nicht" nix anfangen. Runtergebrochen auf deinen Post sind hier 3 Bilder enthalten: 1. verkatert aufstehen (das "nicht" lässt sich nicht so wirklich im Bild ausdrücken) 2. den ganzen Tag lustlos auf dem Sofa verbringen 3. Haushalt erledigen.
Dein Unterbewusstsein sagt sich nun: Ok, diese 3 Bilder bekomme ich, das will sie wohl haben. Da helfe ich ihr dabei.
Ich habs lange Zeit nicht einen Tag geschafft bzw. erst gar nicht versucht, weil ich den für mich passenden Grund nicht hatte.
Dein Leidensdruck muss hoch genug sein, ohne den musst du nichts ändern.
Oder eben der Leidensdruck von jemand anderem, der dir so wichtig ist, daß du für ihn deine Lebenssituation ändern möchtest.
Ich selbst brauchte zum Beispiel an meinem Konsum eigentlich nichts ändern, mir ging es gut mit meiner Sauferei zumindest die letzten 25 Jahre nachdem ich es geschafft hatte, die Menge auf reduziertem Niveau konstant zu halten ohne die vormals häufigen Exzesse.
Ich war wohl das, was ich selbst als kontrollierten Trinker bezeichnet hätte und weder störte mich ein Kater noch sonstwie eine Nebenwirkung meines Alkoholkonsums.
Für mich war alles in Butter, nur meine liebe Frau hatte Leidensdruck. Ich sei abends nicht mehr klar gewesen und das Zusammensein mit mir schwierig bis nicht so angenehm.
Irgendwann hatte sie das Buch unter meine Bettlektüre geschmuggelt und bei der Lektüre fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren:
Ich konnte das nicht so lassen ohne nicht zumindest einmalig ausprobiert zu haben vielleicht mal 30 Tage das Guzek Protokoll zu machen. Wenn das nichts für mich ist, würde ich danach ja direkt wieder aufhören können mit dem Aufhören, tröstete ich mich.
Das war jetzt das erste Mal in 50 Jahren, daß ich freiwillig länger als 3 oder 4 Tage an einem Stück keinen Alkohol getrunken habe und der Leidensdruck meiner lieben Frau ist weg und wir haben eine Zeit, die schöner ist, als die Zeit davor, obwohl ich davor doch jederzeit meinen leckeren Wein trinken konnte.
Aus meiner Erfahrung lohnt es sich auf jeden Fall für einen Trinker mal mit dem Trinken aufzuhören und das so lange durchzuhalten, wie das schön ist, ein Grund kann auch ein lieber Mensch sein.





