Zum Inhalt springen
Frau steigt sichtbar erschöpft eine Treppe hinauf, stützt sich am Geländer ab und legt eine Hand auf den Oberschenkel. Überschrift: „Muskelschwäche durch Alkohol: Wenn plötzlich selbst die Treppe schwerfällt.“

Muskelschwäche durch Alkohol: Wenn plötzlich selbst die Treppe schwerfällt

Muskelschwäche durch Alkohol ist weit häufiger, als die meisten ahnen. Bei bis zu zwei Dritteln der Menschen mit einem langjährigen Alkoholproblem baut sich die Muskulatur an Oberschenkeln und Schultern schleichend ab. Die Medizin nennt das alkoholische Myopathie. Warum der Alkohol ausgerechnet diese Muskeln trifft, woran Du die Schwäche erkennst und wie viel Kraft nach dem Aufhören zurückkommt, erklärt dieser Beitrag.

Dr. med. Bernd Guzek
Dr. med. Bernd Guzek Arzt & Wissenschaftsjournalist

Die Treppe in den zweiten Stock war nie ein Thema. Jetzt greift die Hand wie von selbst zum Geländer. Aus dem tiefen Sofa kommst Du nur noch mit Schwung hoch oder mit beiden Händen auf den Knien. Beim Haareföhnen werden die Arme schwer, beim Einräumen des oberen Küchenregals auch. Wer so etwas bemerkt, denkt an das Alter, an zu wenig Bewegung oder an den Rücken. An den Alkohol denkt kaum jemand.

Dabei gehört die alkoholische Myopathie zu den häufigsten Muskelerkrankungen überhaupt. Myopathie heißt übersetzt Muskelleiden. Gemeint ist eine Erkrankung des Muskels selbst. Fachleute schätzen, dass die chronische Form rund zehnmal häufiger vorkommt als die häufigste erbliche Muskelerkrankung. Erkannt wird sie trotzdem selten.

Was ist eine alkoholische Myopathie?

Alkohol kann die Skelettmuskulatur auf zwei Arten schädigen: schleichend über Jahre oder plötzlich nach einem schweren Absturz. Die chronische Form entwickelt sich langsam. Die Muskeln werden dünner, die Kraft lässt nach, Schmerzen gibt es meist keine. Die akute Form tritt nach einem massiven Trinkexzess auf, innerhalb von Stunden bis Tagen, und geht oft mit starken Muskelschmerzen und Schwellungen einher. Beide Formen können beim selben Menschen vorkommen, auch abwechselnd.

Die chronische Form ist die weitaus häufigere. Je nach Untersuchung zeigt sie sich bei einem bis zwei Dritteln der Menschen mit langjährigem Alkoholmissbrauch. Betroffene können bis zu einem Fünftel ihrer gesamten Muskelmasse verlieren. Bei einem Mann mit 80 Kilo Körpergewicht sind das mehrere Kilogramm Muskulatur.

Einfach weg.

Warum es ausgerechnet Oberschenkel und Schultern trifft

Jeder Muskel besteht aus zwei Sorten von Fasern. Die Typ-I-Fasern sind die Ausdauerspezialisten: langsam, zäh, sie ermüden kaum. Man könnte sie die Marathonläufer des Muskels nennen. Die Typ-II-Fasern sind die Sprinter. Sie liefern kurze, kräftige Schübe, etwa wenn Du Dich aus dem Sessel stemmst oder eine Stufe nimmst. Alkohol trifft vor allem diese schnellen Kraftfasern.

Buchanzeige Mehr als Beratung

Dazu kommt ein zweites Muster. Die Schwäche zeigt sich zuerst an den rumpfnahen Muskeln, also an Oberschenkeln, Gesäß und Schultern. Mediziner sprechen von proximaler Muskelschwäche, proximal heißt körpernah. Genau diese Muskeln tragen Dich die Treppe hinauf, heben Dich vom Stuhl und halten die Arme über dem Kopf.

Die Treppe wird so zum ersten Messgerät.

So baut Alkohol die Muskeln ab

Alkohol greift den Muskel an drei Stellen gleichzeitig an: Er bremst den Aufbau, er fördert den Abbau, und er lässt den Muskel hungern. Um das zu verstehen, hilft ein Bild. Ein Muskel ist eine Dauerbaustelle. Jeden Tag werden alte Eiweißbausteine abgerissen und neue eingebaut. Solange Abriss und Neubau im Gleichgewicht sind, bleibt der Muskel gleich groß.

Der Neubau stockt

Unter Alkohol stellt der Muskel weniger neues Eiweiß her. Gleich mehrere Signale geraten durcheinander. Der Wachstumsfaktor IGF-1, eine Art Bauauftrag für den Muskel, kommt schwächer an. Gleichzeitig steigt die Menge an Myostatin. Das ist die körpereigene Bremse für Muskelwachstum. Und Acetaldehyd, das giftige Zwischenprodukt des Alkoholabbaus, legt die Eiweißfabriken in den Muskelzellen zusätzlich lahm. Forscher der Louisiana State University in New Orleans haben diese Mechanismen in einer großen Übersichtsarbeit zusammengetragen.

Der Bauauftrag schwächelt offenbar schon, bevor etwas zu spüren ist. Russische Mediziner fanden bei Männern mit langjährigem Alkoholmissbrauch erniedrigte IGF-1-Werte bereits in einem frühen Stadium, noch bevor Kraftverlust oder Faserschwund nachweisbar waren.

Schon ein einzelner Abend wirkt nach

Selbst ein einziger Trinkabend dämpft den Muskelaufbau messbar. Australische Sportwissenschaftler ließen acht trainierte Männer ein hartes Kraft- und Ausdauertraining absolvieren. Danach tranken sie entweder einen Eiweißshake oder eine große Menge Alkohol, im Schnitt rund zwölf Standardgläser. Mit Alkohol lag der Muskelaufbau um 24 Prozent niedriger, obwohl die Männer zusätzlich Eiweiß bekamen. Ohne Eiweiß waren es 37 Prozent.

Die Gruppe war klein und die Menge hoch. Das Prinzip ist trotzdem eindeutig. Wer jeden Abend trinkt, lässt die Baustelle jede Nacht ruhen.

Entzündung, Zellstress und Mangelernährung

Chronischer Alkoholkonsum hält den Muskel in einem Dauerzustand aus Entzündung und oxidativem Stress. Oxidativer Stress bedeutet, dass aggressive Sauerstoffverbindungen die Zellbestandteile angreifen. Nach heutigem Wissen ist genau dieses Milieu der wichtigste Treiber des Muskelschwunds.

Dazu kommt der Mangel. Wer viel trinkt, isst oft wenig und schlecht, und der Alkohol stört zusätzlich die Aufnahme vieler Nährstoffe im Darm. Besonders schwer wiegt ein Mangel an Vitamin B1. Ohne Thiamin können Zellen Zucker kaum noch in Energie umwandeln, und Muskeln gehören zu den großen Energieverbrauchern. Vitamin B1 ist für alle, die trinken oder gerade aufhören, deshalb Pflichtschutz für Gehirn, Nerven und Muskeln. Auch niedrige Werte bei Kalium und Magnesium schwächen die Muskulatur. Und Alkohol drückt den Spiegel von Testosteron, einem der wichtigsten Muskelhormone.

Auch ein Mangel an Vitamin D ist bei Menschen mit Alkoholproblem häufig und schwächt für sich genommen die körpernahen Muskeln. Ein niedriger Phosphatspiegel kann die Muskelzellen zusätzlich anfällig für Zerfall machen. Mehr dazu, warum gerade das Thiamin so wichtig ist, erklärt der Beitrag zu Vitamin B1 und Alkohol.

Muskelschwäche durch Alkohol kommt auf leisen Sohlen

Die meisten Betroffenen merken lange nichts. Britische Ärzte entnahmen 151 Klinikpatienten mit langjährigem schwerem Alkoholkonsum Gewebeproben aus dem Oberschenkelmuskel. Bei 60 Prozent war das Muskelgewebe krankhaft verändert, am häufigsten durch einen Schwund der Kraftfasern. Ob jemand über Muskelbeschwerden klagte, sagte über den Befund kaum etwas aus. Der Körper gleicht lange aus. Erst wenn die Reserven aufgebraucht sind, fällt die Treppe plötzlich schwer.

Entscheidend sind Menge und Dauer. Je mehr ein Mensch im Laufe seines Lebens insgesamt getrunken hat, desto schwächer werden die Muskeln. Russische Forscher sahen die chronische Myopathie in der Regel erst nach rund zehn Jahren Alkoholmissbrauch entstehen. Das Wort „plötzlich“ in der Überschrift stimmt also nur für das Empfinden. Der Abbau selbst hat Jahre gebraucht.

Frauen trifft es früher

Frauen reagieren empfindlicher auf die Muskelgifte im Alkohol. Das zeigte eine Studie aus dem Universitätsklinikum Barcelona, erschienen im Fachblatt JAMA. Die Ärzte untersuchten 50 alkoholkranke Frauen und 100 alkoholkranke Männer, die alle keine Beschwerden angegeben hatten. Die Frauen hatten im Laufe ihres Lebens nur rund 60 Prozent der Alkoholmenge der Männer getrunken. Muskelerkrankungen fanden sich bei ihnen trotzdem genauso häufig.

Die Hälfte der Frauen war messbar geschwächt, und bei der Hälfte zeigten Gewebeproben eine Myopathie. Bei den Männern lagen die Werte bei 39 und 45 Prozent. Dieselbe Studie fand bei beiden Geschlechtern auch häufig Schäden am Herzmuskel. Mehr dazu, warum Frauen anders trinken und anders unter Alkohol leiden, findest Du in einem eigenen Beitrag.

Die akute Form: Wenn nach dem Absturz die Muskeln zerfallen

Die akute alkoholische Myopathie kann ein Notfall sein. Nach einem schweren Trinkexzess, oft kombiniert mit stundenlangem Liegen in derselben Position, gehen Muskelzellen massenhaft zugrunde. Mediziner nennen das Rhabdomyolyse, zu Deutsch Muskelzerfall. Die betroffenen Muskeln schmerzen, schwellen an und werden schwach. Aus den zerstörten Zellen gelangt der Muskelfarbstoff Myoglobin ins Blut und von dort in die Nieren. Dort kann er die feinen Filter verstopfen, bis hin zum Nierenversagen. Gleichzeitig strömt Kalium aus den zerfallenen Zellen ins Blut. Ein plötzlich zu hoher Kaliumspiegel kann das Herz aus dem Takt bringen.

Infografik „Warnzeichen Muskelzerfall nach einem Trinkexzess“. Gezeigt werden fünf mögliche Anzeichen einer Rhabdomyolyse: starke Muskelschmerzen, geschwollene oder druckempfindliche Muskeln, plötzliche Schwäche in Armen oder Beinen, dunkler colafarbener Urin und auffallend wenig Urin. Ein Warnfeld fordert dazu auf, nicht abzuwarten oder die Beschwerden auszuschlafen, sondern den Notruf 112 zu wählen oder sich sofort in die Notaufnahme bringen zu lassen. Hinweis: Je früher die Nieren geschützt werden, desto besser.

Folgende Beschwerden können auf eine Rhabdomyolyse hindeuten:

  • Starke Muskelschmerzen
  • Geschwollene oder druckempfindliche Muskeln
  • Plötzliche Schwäche in Armen oder Beinen
  • Dunkler, colafarbener Urin
  • Auffallend wenig Urin

Nicht abwarten und nicht ausschlafen!

Diese Zeichen können auf eine Rhabdomyolyse hindeuten. Ruf den Notruf 112 oder lass Dich sofort in die Notaufnahme bringen.

Je früher die Nieren geschützt werden, desto besser.


Leichtere akute Formen bilden sich bei Abstinenz meist innerhalb von zwei Wochen zurück. Eine Sonderform entsteht durch Kaliummangel, etwa nach häufigem Erbrechen. Sie verursacht eine schmerzlose Schwäche der körpernahen Muskeln und lässt sich über eine Blutuntersuchung erkennen. Warum Trinker so leicht Kalium verlieren, erklärt der Beitrag zu Kalium und Alkohol.

Muskel oder Nerv? So unterscheidest Du Myopathie und Polyneuropathie

Alkohol schädigt häufig Muskeln und Nerven gleichzeitig, und beides kann schwach machen. Lange stritten Mediziner sogar darüber, ob die Kraftlosigkeit von Trinkern überhaupt aus dem Muskel kommt oder ob die Nerven dahinterstecken. Heute gilt der Muskelschwund als eigenständige Erkrankung, auch wenn er oft zusammen mit Nervenschäden auftritt.

Für den Alltag hilft eine einfache Faustregel. Die Polyneuropathie durch Alkohol beginnt ganz außen, an Zehen und Füßen, mit Kribbeln, Brennen oder Taubheit. Die Myopathie beginnt in der Körpermitte, an Oberschenkeln und Schultern. Dort fehlt Kraft, aber das Gefühl bleibt normal.

Infografik „Nerv oder Muskel?“ zum Unterschied zwischen Polyneuropathie und Myopathie. Kribbeln, Brennen oder Taubheit an Zehen und Füßen sprechen eher für eine Polyneuropathie; Kraftlosigkeit an Oberschenkeln und Schultern bei normalem Gefühl eher für eine Myopathie. Merksatz: „Die Nerven melden sich von außen, die Muskeln von innen.“ Beide Störungen können gleichzeitig auftreten. Eine ärztliche Untersuchung ist zur Abklärung erforderlich.

Nerven melden sich von außen:
Kribbeln, Brennen oder Taubheit an Zehen und Füßen sprechen für die Nerven, also für eine Polyneuropathie.

Muskeln melden sich von innen:
Kraftlosigkeit an Oberschenkeln und Schultern bei normalem Gefühl spricht für die Muskeln, also für eine Myopathie.

Merksatz: Die Nerven melden sich von außen, die Muskeln von innen.

Beides kann gleichzeitig vorkommen. Klären kann es nur eine ärztliche Untersuchung.


Wie Ärzte eine alkoholische Myopathie feststellen

Das wichtigste Werkzeug ist ein ehrliches Gespräch über die Trinkmenge. Ohne diese Information sucht der Arzt womöglich lange an der falschen Stelle. Danach prüft er die Kraft, etwa beim Aufstehen aus der Hocke oder beim Anheben der Arme gegen Widerstand.

Im Blut wird unter anderem die Kreatinkinase bestimmt, abgekürzt CK. Dieses Enzym tritt aus, wenn Muskelzellen zerfallen. Bei der akuten Form ist der Wert oft stark erhöht, bei der chronischen Form kann er unauffällig sein. Dazu kommen Kalium, Magnesium, Leberwerte und Vitaminspiegel. Eine Messung der elektrischen Muskelaktivität, das sogenannte EMG, und eine Messung der Nervenleitung helfen, Muskel und Nerv auseinanderzuhalten. Eine Gewebeprobe aus dem Muskel ist nur selten nötig.

Wer an Oberschenkeln und Schultern Kraft verliert, sollte auch das Herz untersuchen lassen. Der Herzmuskel reagiert auf Alkohol ähnlich wie die Skelettmuskulatur, nur mit gefährlicheren Folgen. Mehr dazu im Beitrag über die alkoholische Kardiomyopathie.

Kommt die Kraft zurück?

Nach dem Aufhören kehrt die Kraft bei vielen Betroffenen deutlich zurück, allerdings nicht bei allen vollständig. Am genauesten haben das Ärzte in Barcelona untersucht. Sie begleiteten über fünf Jahre 30 alkoholkranke Menschen, die abstinent wurden, und 20, die weiter tranken. Die gemessene Muskelkraft der Abstinenten stieg im Schnitt von 18,6 auf 23,2 Kilogramm. Bei den Rückfälligen sank sie weiter, von 21,7 auf 18,2 Kilogramm, und viele entwickelten erst in dieser Zeit sichtbare Muskelschäden.

Das ist die eine Seite. Die andere: Auch nach fünf Jahren ohne Alkohol blieben die Abstinenten im Schnitt schwächer als gesunde Vergleichspersonen. Fast die Hälfte erreichte keine normalen Werte mehr. Die chronische Myopathie ist also nur teilweise umkehrbar. Je früher jemand aufhört, desto mehr Muskel ist noch da, auf dem sich aufbauen lässt.

Dasselbe Team hat in einer Folgeuntersuchung mit 58 Männern noch einen weiteren Befund veröffentlicht. Auch bei elf Männern, die ihren Konsum auf höchstens 60 Gramm Alkohol am Tag begrenzten, besserte sich die Muskelkraft. 60 Gramm entsprechen etwa anderthalb Litern Bier, täglich. Das liegt weit über allem, was als risikoarm gilt. Gemessen wurde in dieser Studie nur die Kraft der Muskeln. Was diese Menge mit Leber, Herz und Gehirn macht, war nicht Gegenstand der Untersuchung.

Für die Muskeln zählt jedes Glas weniger. Für den Rest des Körpers reicht das nicht.

Was den Muskeln beim Wiederaufbau hilft

Der wichtigste Schritt ist, den Alkohol wegzulassen. Erst dann kann die Baustelle wieder arbeiten. Damit der Neubau gelingt, braucht sie Material. Eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß ist deshalb in den ersten Monaten besonders wichtig, ebenso eine insgesamt ausreichende Kalorienzufuhr, denn viele Trinker sind unter der Oberfläche mangelernährt.

Muskeln wachsen außerdem nur, wenn sie gefordert werden. Gezielte Übungen für Oberschenkel und Schultern bringen am meisten, und die Treppe, die vorher Mühe gemacht hat, wird dabei zum Trainingsgerät. Wenn auch das Herz betroffen sein könnte, sollte ein Arzt vor dem Einstieg ins Training grünes Licht geben.

Mängel an Vitamin B1, Kalium oder Magnesium lassen sich per Blutuntersuchung erkennen und gezielt ausgleichen. Welche Nährstoffe Alkoholikern typischerweise fehlen, zeigt der Überblick zum Vitaminmangel bei Alkoholikern. Und dann braucht es Geduld. Die akuten Veränderungen bilden sich in Tagen bis Wochen zurück, der Wiederaufbau nach der chronischen Form dauert Monate, manchmal Jahre.

Das Wichtigste in Kürze

Muskelschwäche durch Alkohol trifft bis zu zwei Drittel der Menschen mit einem langjährigen Alkoholproblem. Sie beginnt an Oberschenkeln und Schultern und fällt deshalb zuerst beim Treppensteigen und Aufstehen auf. Alkohol bremst den Muskelaufbau, fördert Entzündung und Abbau und verschärft Nährstoffmängel. Frauen erkranken schon bei geringeren Mengen. Nach einem schweren Absturz kann akuter Muskelzerfall die Nieren bedrohen. Nach dem Aufhören kommt ein großer Teil der Kraft zurück, aber nicht bei allen vollständig. Je früher, desto besser.

Du kennst das mit der Treppe? Tausche Dich mit anderen Betroffenen in unserem Alkoholiker-Forum aus.

button zur Diskussion im Leserforum

Häufig gestellte Fragen zu Muskelschwäche durch Alkohol


Kann Alkohol Muskelschwäche verursachen?

Ja. Muskelschwäche durch Alkohol gehört zu den häufigsten Folgen eines langjährigen Alkoholproblems. Je nach Untersuchung betrifft die sogenannte alkoholische Myopathie ein bis zwei Drittel der Menschen mit langjährigem Alkoholmissbrauch. Sie beginnt meist an Oberschenkeln und Schultern und entwickelt sich über Jahre.


Woran erkenne ich eine alkoholische Myopathie?

Typisch ist, dass Treppensteigen, das Aufstehen aus einem tiefen Sessel oder das Heben der Arme über den Kopf zunehmend Mühe machen. Die Kraft fehlt vor allem in den körpernahen Muskeln, das Gefühl in Armen und Beinen bleibt dabei normal. Kribbeln und Taubheit an den Füßen sprechen eher für eine Polyneuropathie. Klären kann das eine ärztliche Untersuchung.


Kommt die Muskelkraft zurück, wenn ich aufhöre zu trinken?

Bei vielen Betroffenen bessert sich die Kraft nach dem Aufhören deutlich. In einer Langzeitstudie über fünf Jahre erreichte allerdings fast die Hälfte der Abstinenten keine ganz normalen Werte mehr. Je früher jemand aufhört, desto mehr Muskel ist noch da, auf dem sich aufbauen lässt.


Wann ist Muskelschwäche nach dem Trinken ein Notfall?

Starke Muskelschmerzen, geschwollene Muskeln und plötzliche Schwäche nach einem schweren Trinkexzess können auf einen akuten Muskelzerfall hindeuten, die Rhabdomyolyse. Ein dunkler, colafarbener Urin ist ein besonderes Warnzeichen, weil der freigesetzte Muskelfarbstoff die Nieren schädigen kann. Dann sofort den Notruf 112 wählen oder die Notaufnahme aufsuchen.


Sind Frauen stärker von Muskelschäden durch Alkohol betroffen?

Ja, Frauen reagieren empfindlicher. In einer Studie aus Barcelona hatten alkoholkranke Frauen im Leben nur rund 60 Prozent der Alkoholmenge der Männer getrunken, Muskelerkrankungen fanden sich bei ihnen trotzdem genauso häufig. Die Hälfte der untersuchten Frauen war messbar geschwächt, obwohl keine von ihnen über Beschwerden geklagt hatte.


Bremst Alkohol den Muskelaufbau beim Sport?

Ja, schon ein einzelner Trinkabend kann den Muskelaufbau nach dem Training messbar dämpfen. In einer australischen Studie lag er nach großen Mengen Alkohol um 24 Prozent niedriger, obwohl die Sportler zusätzlich Eiweiß bekamen. Wer regelmäßig trinkt, arbeitet mit jedem Training gegen die eigene Muskelbaustelle.


Weiterlesen auf Alkohol adé

Weiterführende Literatur

Close Popup

Wir müssen Dir kurz auf den Keks gehen

Auch Alkohol adé braucht Cookies. Wir aktivieren aber nur technisch absolut notwendige Cookies, damit Dein Besuch dieser Seite möglichst nicht durch Dritte verfolgt werden kann.

Einige wenige brauchen wir aber - z.B. um diesen Hinweis anzuzeigen, damit Du Dich nicht für jede Seite erneut anmelden oder dieses Popup nicht bei jeder Seite neu sehen musst.

Sowie Du aber einen externen Link oder ein Video anklickst, können von den Betreibern dieser Seiten Cookies gesetzt werden, die wir nicht beeinflussen können. Mehr auf unserer Datenschutzseite.

Close Popup
Privacy Settings saved!
Wir aktivieren nur absolut notwendige Cookies

Auch Alkohol adé braucht Cookies Wir aktivieren nur technisch absolut notwendige Cookies, damit Ihr Besuch dieser Seite möglichst nicht durch Dritte verfolgt werden kann. Einige wenige brauchen wir aber - z.B. um diesen Hinweis anzuzeigen, damit Sie sich nicht für jede Seite erneut anmelden oder dieses Popup nicht bei jeder Seite neu sehen müssen. Sowie Sie aber einen externen Link oder ein Video anklicken, können von den Betreibern dieser Seiten Cookies gesetzt werden, die wir nicht beeinflussen können. Mehr auf unserer Datenschutzseite

Standard-Kategorie

Technisch notwendige Cookies
Folgende technisch notwendige Cookies können gesetzt werden – fast alle haben mit den Datenschutzbestimmungen zu tun: wordpress_gdpr_allowed_services: Speichert, welche zusätzlichen Cookie-Dienste akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_cookies_allowed: Speichert, ob zusätzliche Cookies neben den notwendigen akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_cookies_declined: Speichert, welche zusätzlichen Cookie-Dienste nicht akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_first_time: Wenn der Nutzer keine Entscheidung trifft, sondern weiter auf der Website navigiert, werden alle Cookies aktiviert und das Cookie speichert , ob die aktuelle Seite mit der zuerst besuchten Seite übereinstimmt. wordpress_gdpr_first_time_url: Speichert die URL des ersten Besuches der Webseite.
  • PHPSESSID
  • cookielawinfo-checkbox-non-necessary
  • cookielawinfo-checkbox-necessary
  • viewed_cookie_policy
  • wordpress_test_cookie

Technisch nicht notwendige Cookies
_koko_analytics_pages_viewed Dieses Cookie wird gesetzt vom datenschutzkompatiblen Plugin (Teil der Software) Koko Analytics.  Koko Analytics ist ein datenschutzfreundliches Analyse-Plugin für WordPress. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben. In der von uns benutzten Standardeinstellung werden durch Koko Analytics folgende Daten erhoben: * Besucher (Visitors) * Seitenaufrufe (Pageviews) * Referrers (Herkunftsseiten) Koko nutzt keine externen Dienste, so dass Daten über Ihre Besucher niemals an Drittunternehmen weitergegeben werden. Darüber hinaus werden keine besucherspezifischen Daten erfasst, und die Besucher können die Nachverfolgung leicht unterbinden, indem sie in ihren Browsereinstellungen "Do Not Track" aktivieren.

Alle Cookies ablehnen
Save
Alle Cookies akzeptieren