2. GABA, Theanin und Glycin zur Entspannung. Habe ich immer noch in meiner Handtasche und wenn ich vorher weiß, dass eine stressige Situation auf mich zukommt, nehme ich meistens 200mg Theanin. Das macht mich innerlich ruhig ohne müde zu werden.
Was mich heute noch triggert ist starke Wut, die daraus entsteht, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle. Aber ich habe gerade durch die Abstinenz gelernt, an diesem Thema zu arbeiten und kann inzwischen viel besser damit umgehen.
In alltäglichen Situationen interessiert mich Alkohol überhaupt nicht mehr, auch nicht, wenn …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkohol adé-Forum. Zum geschützten Austausch für Betroffene
Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Kann Wut in der Abstinenz zum Rückfallrisiko werden – und was hilft, sie zu bewältigen?
Emotionale Trigger wie Wut gehören zu den häufigsten Rückfallrisiken in der Abstinenz. Das HALT-Prinzip benennt Wut (Angry) als einen der vier kritischen Zustände, in denen das Verlangen nach Alkohol sprunghaft ansteigen kann. Während der aktiven Trinkzeit übernimmt Alkohol häufig die Funktion eines Emotionsregulators – fällt er weg, muss das Gehirn diese Fähigkeit erst wieder eigenständig aufbauen. Theanin, eine Aminosäure aus grünem Tee, moduliert das Zusammenspiel von GABA und Glutamat und kann eine beruhigende Wirkung entfalten, ohne die kognitive Leistung einzuschränken. Dass die Verfasserin beschreibt, inzwischen deutlich besser mit ihrer Wut umgehen zu können, spiegelt einen typischen Reifungsprozess wider: Das Gehirn entwickelt in der Abstinenz neue Bewältigungsstrategien – ein Vorgang, den die Neurowissenschaft als Neuroplastizität bezeichnet.
Häufig gestellte Fragen zu Triggern und Abstinenz (FAQ)
Alkohol dämpft das zentrale Nervensystem und unterdrückt dabei auch intensive Emotionen wie Wut. Wer jahrelang Ärger mit Alkohol reguliert hat, hat keine alternativen Strategien aufgebaut. In der Abstinenz treffen starke Gefühle deshalb auf ein Gehirn, das den Umgang damit erst wieder erlernen muss – das macht Wut zu einem der gefährlichsten Rückfallauslöser.
Theanin fördert im Gehirn die Bildung von GABA und moduliert die Glutamat-Aktivität. Dadurch kann es eine spürbare Beruhigung erzeugen, ohne müde zu machen. Als alleinige Strategie gegen Saufdruck reicht es nicht aus, aber als ergänzender Baustein innerhalb eines stabilen Abstinenzplans kann es situativ hilfreich sein.
In vielen Fällen ja. Das Gehirn baut in der Abstinenz neue neuronale Verbindungen auf und lernt, Emotionen ohne Alkohol zu verarbeiten. Dieser Prozess braucht Zeit und aktive Übung, führt aber bei den meisten Betroffenen zu einer deutlich besseren Emotionsregulation.
Warum ist Wut ein besonders starker Trigger in der Abstinenz?
Hilft Theanin bei Stress und Saufdruck?
Werden emotionale Trigger mit der Zeit schwächer?
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