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Wasted: Auf der Suche nach den medizinischen Gründen der Sucht

Der Kanadier Mike Pond hat alles: Eine Bilderbuchfamilie, eine brummende psychologische Praxis in der er auch Süchtige behandelt. Was anfangs niemand weiß: Pond trinkt selbst. Bis der Alkohol alles zerstört. Familie zerbrochen, Praxis zu.

Zahllose Krankenhausaufenthalte, Entgiftungen – unendlich viele Versuche, endlich trocken zu werden. Immer wieder hört er: Geh zu den Anonymen Alkoholikern. Das tut er auch – aber es hilft ihm nicht.

Nach einem lebensgefährlichen Krampfanfall im Entzug platzt der Knoten: Er schafft es, trocken zu bleiben. Er lernt die Filmemacherin Maureen Palmer kennen und sie setzt ihn vor die Kamera. Beide zusammen machen sich auf die Suche nach den wissenschaftlichen Gründen der Sucht. Absolut sehenswert: Pond sieht durch Spezialaufnahmen, wie sein Suchtgedächtnis immer noch auf den bloßen Anblick von Alkohol anspringt. Er lernt: Er hat (wie wahrscheinlich seine ganze Familie) zu wenig Dopaminrezeptoren. Sein Gehirn ist also ständig auf der Suche nach mehr Belohnung.

Ponds Reise durch die Medizinwelt Canadas, England und den USA macht eines deutlich: Sucht hat nichts mit der „Psyche“ zu tun. Sondern mit knallharter Medizin und Biochemie. Das wird im Film hervorragend herausgearbeitet. Dann der Schreck: Noch während der Dreharbeiten hat Pond einen Rückfall. Auch das begleitet seine Lebensgefährtin mit der Kamera.

Wasted - A Documentary
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5 Gedanken zu „Wasted: Auf der Suche nach den medizinischen Gründen der Sucht“

    1. @gaby_guzek
      Gleich geschaut, gut gemachter Beitrag. Vor allem sein Gesicht, als er die aktiven Hirnbereiche gezeigt bekommt, die noch “ey geil” zu dem Drink funken, obwohl er selbst sagt, es interessiert ihn nicht. Dagegen kann man ja lange gegenan arbeiten.
      Was sind das für Medikamente, die im letzten Teil erwähnt werden, Gabapentin?

  1. Ja, Gabapentin. Preisfrage: Woran erinnert Dich der Name. Wonach klingt der? Haben wir hier doch schon mal gehört …. grübelgrübel … an welchem Molekül hat man da wohl im Labor ein wenig rumgeschraubt? Ich komm gleich drauf, warte, gleich …..
    Das andere ist retardiertes, also zeitverzögert freigesetztes Naltextron.
    Viele Grüße

    1. @pippilotti
      Richtig. Noch genauer: Nicht nur “auch” ein Antiepileptikum, sondern das war das erste Einsatzgebiet, dafür wurde das Medikament entwickelt und als erstes zugelassen (nennt sich auf Fachdeutsch: Indikationsgebiet).
      Seine Wirkungsweise, sehr vereinfacht und verkürzt: Es blockiert den erregenden Nervenbotenstoff Glutamat.
      Wir erinnern uns: Wovon haben Alkoholiker gerade in der ersten trockenen Zeit zuviel? Genau. Glutamatrezeptoren. Macht nervös, fahrig und weckt den Wunsch nach dem beruhigenden Schluck.
      Im Buch steht einiges auch zum Gabapentin drin. Und auch darüber, dass dieser Effekt auch mit der Aminosäure und dem Namensgeber GABA zu erreichen ist (ich spreche nicht von Epileptikern, die müssen aus anderen Gründen die Finger von GABA lassen).

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