Du hast den Wunsch, ab und an mal Alkohol zu trinken, so ab ich es halt gelesen bez. ist es so bei mir so angekommen. Das wird nicht funktionieren, sollte das ein Alkoholiker versuchen, wird er, bedingt durch die Krankheit, immer mehr benötigt und es ist nur eine Frage der Zeit, dass er dann noch tiefer in der Krankheit steckt. Es gibt Leute die ab und an mal Alkohol trinken, denen ist es aber egal ob es mal keinen gibt oder ob sie ein Bier bestellen und dann das halbe stehen lassen, diese Leute sind nicht süchtig. …
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Kann ein alkoholabhängiger Mensch jemals wieder kontrolliert trinken?
Die Vorstellung, nach einer Abhängigkeit wieder maßvoll trinken zu können, gehört zu den hartnäckigsten Irrtümern rund um Alkoholsucht. Das Gehirn eines abhängigen Menschen hat durch Neuroadaptation gelernt, auf Alkohol mit einer übersteigerten Dopaminausschüttung zu reagieren – diese Bahnung bleibt auch nach Jahren der Abstinenz bestehen. Bereits ein einziger Schluck kann über den sogenannten Priming-Effekt das gesamte Belohnungssystem reaktivieren und ein unkontrollierbares Verlangen auslösen. Was für nicht abhängige Menschen problemlos funktioniert – ein Bier bestellen und die Hälfte stehen lassen –, ist für einen Alkoholiker irgendwann neurobiologisch nicht mehr möglich. Das Suchtgedächtnis vergisst nicht: Es speichert die Verknüpfung zwischen Alkohol und Belohnung dauerhaft und unterscheidet sich damit grundlegend vom normalen Trinkverhalten.
Häufig gestellte Fragen zu kontrolliertem Trinken und Alkoholsucht (FAQ)
Kann man als Alkoholiker lernen, kontrolliert zu trinken?
Nein. Bei einer bestehenden Alkoholabhängigkeit hat das Gehirn dauerhafte Veränderungen im Belohnungssystem durchlaufen. Die Neuroadaptation sorgt dafür, dass bereits geringe Mengen Alkohol das Verlangen nach mehr auslösen. Kontrolliertes Trinken ist bei Alkoholismus nach aktuellem wissenschaftlichem Stand keine realistische Option.
Was passiert, wenn ein Alkoholiker nach längerer Abstinenz wieder trinkt?
Schon ein einzelner Schluck kann den Priming-Effekt auslösen: Das Suchtgedächtnis wird reaktiviert, Dopamin flutet das Belohnungszentrum, und das Verlangen nach weiterem Alkohol wird übermächtig. In vielen Fällen führt das innerhalb kurzer Zeit zurück in alte Konsummuster – häufig sogar in schwerere als zuvor.
Was unterscheidet einen Alkoholiker von jemandem, der ab und zu trinkt?
Menschen ohne Abhängigkeit können Alkohol problemlos stehen lassen – ihnen ist gleichgültig, ob ein Glas voll oder leer ist. Bei alkoholabhängigen Menschen ist diese Gleichgültigkeit durch neurobiologische Veränderungen im Gehirn verloren gegangen. Das Suchtgedächtnis reagiert auf Alkohol mit einem Verlangen, das sich willentlich kaum kontrollieren lässt.
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