Ich sage immer, ich trinke nicht mehr. Ich werde dann nicht weiter gefragt. Als ich einmal einen Bekannten gesagt hatte, ich bin trockener Alkoholiker, hat er mich entsetzt angeschaut und ist gegangen. Das hat mir so weh getan, das ich mir gesagt habe, ich vermeide die Beziehung. In der SHG dagegen …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkohol adé-Forum. Zum geschützten Austausch für Betroffene
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Warum erleben Menschen mit Alkoholsucht so oft Ablehnung, wenn sie offen über ihre Erkrankung sprechen?
Alkoholabhängigkeit ist medizinisch als chronische Erkrankung anerkannt – gesellschaftlich wird sie jedoch häufig noch als persönliches Versagen bewertet. Diese Diskrepanz erklärt die entsetzten Reaktionen, die Betroffene erleben, wenn sie ihre Sucht offenlegen. Stigmatisierung führt dazu, dass viele ihre Erkrankung verheimlichen – was den Zugang zu Hilfe erschwert und die Isolation verstärkt. Die beschriebene Erfahrung zeigt, wie stark soziale Ablehnung als emotionaler Trigger wirken kann. Umso wichtiger sind geschützte Räume wie Selbsthilfegruppen, in denen Offenheit nicht bestraft, sondern getragen wird. Sie sind ein zentraler Baustein der Rückfallprävention – gerade weil sie das Gegenteil von Stigma bieten: Verständnis unter Gleichbetroffenen.
Häufig gestellte Fragen zu Stigma und Alkoholsucht (FAQ)
Warum verschweigen viele Menschen ihre Alkoholsucht?
Viele Betroffene fürchten soziale Ablehnung und Verurteilung, wenn sie offen über ihre Alkoholsucht sprechen. Das Stigma, das mit Suchterkrankungen verbunden ist, führt häufig dazu, dass die Erkrankung verheimlicht wird – obwohl gerade Offenheit ein wichtiger Schritt in der Genesung ist.
Wie wirkt sich Stigma auf die Genesung bei Alkoholismus aus?
Stigmatisierung kann dazu führen, dass Betroffene sich isolieren und seltener professionelle Hilfe suchen. Das Gefühl, für die eigene Erkrankung verurteilt zu werden, erhöht das Rückfallrisiko und erschwert den langfristigen Weg in die Abstinenz.
Warum sind Selbsthilfegruppen bei Alkoholsucht so wichtig?
Selbsthilfegruppen bieten einen geschützten Raum, in dem Betroffene ohne Angst vor Verurteilung über ihre Erfahrungen sprechen können. Der Austausch mit Gleichbetroffenen stärkt das Gefühl, verstanden zu werden, und ist ein anerkannter Baustein der Rückfallprävention.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
Die Texte auf der Seite ersetzen keine medizinische Beratung.
Mehr über das Alkoholiker-Forum: “Ehrlicher Austausch auf dem Weg aus der Sucht”


