Damals waren 90 Tage die längste Zeit alkoholfrei (AF). Am ••• hatte ich morgens einen Kater, wie meistens am Wochenende, aber plötzlich wurde mir ganz anders und ich dachte, ich bekomme einen Herzinfarkt. Mit dem RTW ins KH, und da war ich dann den ganzen Tag.
Ich dachte zuerst, jetzt musst du sterben, und das nur wegen dem verdammten Alk. Was für eine Verschwendung, was für ein Schmerz, den man bei solch einer Reue empfindet. Zumindest ich habe es so empfunden. MeinLeben aufs Spiel gesetzt wegen einer Droge, die mich eben aus diesem flüchten lässt, anstatt was zu ändern? Ist nicht wahr, oder? Bist doch nicht dumm. Das waren meine Gedanken da im KH.
Es stellte sich heraus, dass es wohl „nur“ eine Panikattacke aufgrund vonÜbelkeit, Erbrechen und anschließendem Hyperventilieren war… Gut, danach hatte ich erst mal keine Lust auf Alkohol, was mir nicht schwerfiel. …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Kann ein schwerer Kater eine Panikattacke auslösen – und warum fühlt sie sich an wie ein Herzinfarkt?
Was hier beschrieben wird, ist medizinisch gut dokumentiert: Ein Kater versetzt das vegetative Nervensystem in einen Zustand der Übererregung. Übelkeit, Erbrechen und die daraus folgende Hyperventilation verschieben den Säure-Basen-Haushalt im Blut – es entsteht eine sogenannte respiratorische Alkalose. Die Folge sind Brustenge, Herzrasen, Kribbeln und das Gefühl, einen Herzinfarkt zu erleiden. Medizinisch handelt es sich um eine Panikattacke, die durch den körperlichen Alkoholabbau getriggert wird. Dass dieser Moment im Krankenhaus zum Wendepunkt wurde, ist kein Zufall: Solche existenziellen Schreckenserlebnisse können eine tiefe emotionale Neubewertung anstoßen, die stärker wirkt als jedes rationale Argument. Das Suchtgedächtnis speichert nicht nur den Rausch – es speichert auch den Schmerz.
Häufig gestellte Fragen zu Panikattacken durch Alkohol (FAQ)
Kann ein Kater eine Panikattacke auslösen, die sich wie ein Herzinfarkt anfühlt?
Ja. Übelkeit, Erbrechen und Hyperventilation nach starkem Alkoholkonsum können eine respiratorische Alkalose verursachen. Die Symptome – Brustenge, Herzrasen, Todesangst – sind denen eines Herzinfarkts sehr ähnlich, haben aber eine andere Ursache.
Warum bekommen manche Menschen nach Alkohol Panikattacken?
Alkohol stört das Gleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn. Beim Abbau schlägt das Nervensystem in eine Übererregung um. Menschen mit regelmäßigem Konsum sind besonders anfällig, weil ihr Nervensystem dauerhaft aus der Balance gerät.
Hören Panikattacken nach dem Aufhören mit Alkohol auf?
In vielen Fällen lassen alkoholbedingte Panikattacken innerhalb weniger Wochen nach Beginn der Abstinenz deutlich nach. Das Nervensystem braucht Zeit zur Regeneration, aber die Prognose ist bei konsequenter Alkoholfreiheit gut.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
Die Texte auf der Seite ersetzen keine medizinische Beratung.
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