Der Gedanke, zu reduzieren hatte für mich zur Folge, dass ich ständig an Alkohol gedacht habe. Heute nur 2 Bier…Lieber erst um 20.00 Uhr, dann hält es länger…na gut, dann eben 3. Dafür morgen gar nicht. Neinneinnein…ok gestern war zu viel, da kam dann noch der Wein dazu und dann noch…aber ab übermorgen reduzuziere ich wirklich…und und und….das nervt sooo sehr!!!! Und funktioniert nicht.
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Kontrolliert trinken bei Alkoholsucht – fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Warum führt der Versuch, Alkohol zu reduzieren, bei einer Alkoholsucht so oft dazu, dass sich alles nur noch ums Trinken dreht?
Was hier beschrieben wird, ist typisch. Wer kontrolliert trinken will, muss jeden Tag neu entscheiden: wann, wie viel, welches Getränk. Damit steht der Alkohol ständig im Mittelpunkt, und das Suchtgedächtnis bleibt dauerhaft aktiviert. Ist das erste Bier getrunken, verstärkt der Priming-Effekt das Verlangen nach mehr. Aus zwei werden drei, dann kommt der Wein dazu. Bei einer ausgeprägten Alkoholsucht gelingt kontrolliertes Trinken deshalb selten dauerhaft. Viele Betroffene erleben die klare Entscheidung für die Abstinenz als Entlastung, weil die ständigen Verhandlungen im Kopf wegfallen.
Häufig gestellte Fragen zu kontrolliertem Trinken und Alkoholsucht (FAQ)
Kann man mit einer Alkoholsucht kontrolliert trinken?
Bei einer ausgeprägten Alkoholabhängigkeit gelingt kontrolliertes Trinken nur selten auf Dauer. Das Suchtgedächtnis bleibt aktiv, und schon kleine Mengen können das Verlangen nach mehr auslösen. Die meisten Betroffenen erreichen mit Abstinenz eine deutlich stabilere Lage.
Warum denke ich ständig an Alkohol, wenn ich weniger trinken will?
Wer reduziert, muss den Konsum laufend planen, begrenzen und rechtfertigen. Dadurch beschäftigt sich der Kopf fast pausenlos mit Alkohol. Dieses Gedankenkreisen ist ein typisches Zeichen dafür, dass der Alkohol bereits eine zentrale Rolle im Belohnungssystem übernommen hat.
Alkohol reduzieren oder ganz aufhören – was ist leichter?
Viele empfinden den vollständigen Verzicht als einfacher als das Reduzieren, weil die täglichen Entscheidungen über Menge und Zeitpunkt wegfallen. Bei körperlicher Abhängigkeit sollte ein Alkoholentzug ärztlich begleitet werden.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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