Ich bin zum Hausarzt gegangen und wollte meine Blutwerte wissen ob ich mir wegen Alkohol schon irgendwas zerschossen habe. Er fragte, warum ich ein Blutbild haben möchte? Meinte dann… naja ich hab ein Alkoholproblem.
Es war die reinste Katastrophe für mich. Wollte mich gleich in eine Klinik einweisen und ne Überweisung für Therapie gab er mir auch gleich weil ohne Therapie werde ich es nicht schaffen! Es war furchtbar für mich. Klinik war für mich keine Option. Er hatte nicht mal gefragt wie viel und was ich trinke. Die erste Frage war … war was in der Kindheit? …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Blutwerte und Alkoholproblem: Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Welche Blutwerte zeigen Schäden durch Alkohol – und muss man bei einem Alkoholproblem wirklich gleich in die Klinik?
Wer seine Blutwerte wegen Alkohol prüfen lassen will, macht einen klugen ersten Schritt. Leberwerte wie die Gamma-GT und das Blutbild zeigen, ob der Körper bereits Schaden genommen hat. Ein gutes Arztgespräch beginnt allerdings mit Fragen: wie viel, wie oft, seit wann. Erst danach werden Behandlungsschritte festgelegt. Nicht jeder Mensch mit Alkoholproblem braucht eine Klinik. Ob ein Entzug ambulant möglich ist, hängt nach den PAWSS-Kriterien von Faktoren wie Trinkmenge, früheren Entzügen, Krampfanfällen oder einem Entzugsdelir ab – die Kindheit gehört nicht dazu. Eine erste Orientierung gibt der Selbsttest „Alkoholentzug zu Hause oder in der Klinik?“. Der US-Suchtforscher Mark Willenbring betont zudem, dass viele Betroffene auch ohne formelle Therapie aus der Sucht finden. Ein misslungener Arzttermin ist deshalb kein Grund aufzugeben, höchstens einer, die Ärztin oder den Arzt zu wechseln.
Häufig gestellte Fragen zu Blutwerten und Alkoholproblem (FAQ)
Welche Blutwerte zeigen Schäden durch Alkohol?
Wichtige Hinweise geben die Leberwerte Gamma-GT, GOT und GPT sowie das MCV im Blutbild, also die Größe der roten Blutkörperchen. Der CDT-Wert kann zusätzlich einen anhaltend hohen Alkoholkonsum anzeigen. Einzeln sind diese Werte nicht beweisend, im Zusammenspiel aber recht aussagekräftig.
Muss ich bei einem Alkoholproblem in eine Klinik?
Nicht unbedingt. Bei geringerer Trinkmenge und ohne frühere schwere Entzüge ist oft ein ambulanter, ärztlich begleiteter Entzug möglich. Nach langem, hohem Konsum oder bei früheren Krampfanfällen ist eine Klinik dagegen der definitiv sicherere Weg.
Sollte ich meinem Hausarzt ehrlich sagen, wie viel ich trinke?
Ja, denn nur so kann er das Risiko eines Entzugs richtig einschätzen und passende Wege vorschlagen. Ärztinnen und Ärzte unterliegen der Schweigepflicht. Fühlst Du Dich nicht ernst genommen, kannst Du jederzeit eine zweite Meinung einholen.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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