Ich konnte es immer nur mit Alkohol alleine aushalten. Entweder ich habe mich in oberflächliche Beziehungen gestürzt und wenn ich ein paar Stunden alleine war, dann hab ich auch getrunken, Oder ich war mal eine Zeit lang ohne Partnerschaft und habe dann auch exzessiv und noch mehr getrunken weil ich die Einsamkeit nicht ausstehen konnte.
Der Gedanke wie ich meine Abstinenz schaffen sollte ohne das ich jemanden an meiner Seite habe der an mich glaubt. Wie fülle ich die Leere und die Freizeit so ganz alleine…? Kann dir nur einen Ratschlag geben…Du “musst” in erster Linie für “DICH” mit dem Alkohol aufhören. Alles andere bringt nichts …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Einsamkeit und Alkohol: Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Warum trinken so viele Menschen gegen die Einsamkeit – und gelingt Abstinenz auch ohne Partner?
Einsamkeit gehört zu den stärksten Auslösern für Saufdruck. Nicht umsonst steht das „L“ im HALT-Prinzip der Suchttherapie für „lonely“. Alkohol betäubt das Gefühl der Leere zuverlässig, aber nur für ein paar Stunden, danach ist sie oft größer als vorher. Echte Nähe setzt im Gehirn das Bindungshormon Oxytocin frei, das beruhigt und Sicherheit vermittelt. Alkohol imitiert diese Wärme, ohne sie je zu liefern. Auch schnelle, oberflächliche Beziehungen erfüllen oft dieselbe Funktion wie das Glas: Sie überbrücken die Stille, füllen sie aber nicht. Der Rat aus dem Beitrag trifft deshalb den Kern: Eine Abstinenz, die an einem Partner hängt, wackelt, sobald die Beziehung wackelt. Wer für sich selbst aufhört, steht stabiler und lernt nach und nach, das Alleinsein ohne Alkohol auszuhalten.
Häufig gestellte Fragen zu Einsamkeit und Alkohol (FAQ)
Warum trinke ich vor allem dann, wenn ich allein bin?
Alkohol dämpft kurzfristig das unangenehme Gefühl von Leere und innerer Unruhe. Das Gehirn lernt schnell, Alleinsein und Trinken zu verknüpfen. So wird Einsamkeit zum festen Auslöser für das Verlangen nach Alkohol.
Kann ich die Abstinenz auch ohne Partner schaffen?
Ja. Eine Abstinenz, die auf der eigenen Entscheidung beruht, ist sogar stabiler als eine, die an einen anderen Menschen gebunden ist. Hilfreich ist trotzdem Austausch mit Gleichgesinnten, etwa in einer Selbsthilfegruppe oder einem Forum.
Was hilft gegen die Einsamkeit ohne Alkohol?
Feste Tagesstrukturen, regelmäßiger Kontakt zu anderen Betroffenen und kleine Rituale für die Abendstunden nehmen der Leere die Schärfe. Wichtig ist, Einsamkeit früh als Auslöser zu erkennen, statt sie auszuhalten, bis der Saufdruck kommt.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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