Ich hatte vor ein paar Tagen auch mal einen wilden Traum. Im Endeffekt war ich mit Freunden unterwegs und habe vergessen, dass ich nicht mehr trinke. Also trank ich ein paar Bier. Irgendwann habe ich dann mitbekommen, dass ich ja nicht mehr trinke. Dann war der Traum vorbei.
Das wirkte Mega realistisch, am nächsten Morgen wusste ich kurzzeitig auch nicht ob es real war. Am Ende war’s nur ein Traum. Gab mir dennoch zu denken. Wie schnell sowas passieren könnte. …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Alkoholträume in der Abstinenz: Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Warum träumen trockene Alkoholiker so oft vom Trinken – und ist ein Alkoholtraum ein Warnsignal?
Träume vom Trinken gehören zu den häufigsten Erfahrungen in der Abstinenz. Fachleute sprechen von Alkoholträumen. Sie entstehen, weil das Suchtgedächtnis typische Trinksituationen über Jahre fest abgespeichert hat: Freunde, gute Stimmung, ein paar Bier. Typisch ist auch, dass man im Traum die eigene Abstinenz einfach vergisst. Nach dem Aufhören holt das Gehirn außerdem die REM-Schlafphasen nach, die der Alkohol zuvor unterdrückt hat. Deshalb wirken Träume oft besonders lebhaft und realistisch. Dass man am Morgen kurz nicht weiß, ob es wirklich passiert ist, kennen viele Betroffene. Ein Alkoholtraum ist kein Rückfall und sagt auch keinen voraus. Er zeigt aber, wie tief die alten Muster verankert sind. Daraus die Lehre zu ziehen, wachsam zu bleiben, ist eine gesunde Reaktion.
Häufig gestellte Fragen zu Alkoholträumen in der Abstinenz (FAQ)
Ist ein Alkoholtraum ein Zeichen für einen drohenden Rückfall?
Nein. Ein Alkoholtraum sagt keinen Rückfall voraus und ist selbst auch kein Rückfall. Er zeigt, dass das Suchtgedächtnis alte Trinksituationen noch gespeichert hat. Viele Betroffene nutzen solche Träume als Anlass, die eigene Abstinenz bewusst zu festigen.
Warum fühlen sich Träume vom Trinken in der Abstinenz so echt an?
Alkohol unterdrückt den REM-Schlaf, also die Schlafphase mit den intensivsten Träumen. Nach dem Aufhören holt das Gehirn diese Phasen nach. Träume werden dadurch lebhafter, detailreicher und wirken am Morgen oft noch eine Weile nach.
Hören Alkoholträume irgendwann auf?
Bei den meisten Betroffenen werden Alkoholträume mit zunehmender Dauer der Abstinenz seltener. Ganz verschwinden müssen sie nicht. Auch nach langer Zeit können sie vereinzelt auftauchen, etwa in stressigen Phasen.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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