Man will ja niemand kränken und dann auch noch verlieren. Ich arbeite dran, dass mein Verhalten „besser” wird. Ich denke mehr an mich. Und sage auch mal nein, dass will ich nicht. Hat bisher auch noch keiner dumm geschaut.
Geht also doch.
Ob ich diese “Macke” jemals ganz verlieren, wird die Zeit zeigen. Ich denke heute, dass auch das ein Grund mit war, dass ich zum Wein gegriffen hatte. Der Ärger über mich selbst, dass ich schon wieder zu allem ja und Amen sagte. Das führte bei mir zu Wut und Traurigkeit und …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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People-Pleasing und Alkohol: Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Welche Rolle spielt People-Pleasing bei Alkoholsucht?
Wer ständig Ja sagt, obwohl er Nein meint, übergeht auf Dauer die eigenen Bedürfnisse. Der Ärger darüber richtet sich oft gegen einen selbst und mischt sich mit Traurigkeit, genau wie in diesem Bericht beschrieben. Viele Alkoholiker kennen das Muster: Das Glas Wein dämpft diese Gefühle für den Moment, ohne ihre Ursache zu berühren. Alkohol wird so zum Ventil, ein Muster, das dem Entspannungstrinken eng verwandt ist. Nicht ohne Grund nennt das HALT-Prinzip der Suchttherapie Wut als einen von vier typischen Rückfallauslösern. Nein sagen zu üben ist in der Abstinenz deshalb kein Egoismus, sondern Selbstschutz. Und wie dieser Bericht zeigt: Es geht.
Häufig gestellte Fragen zu People-Pleasing und Alkoholsucht
Was ist ein People-Pleaser?
Ein People-Pleaser stellt die eigenen Bedürfnisse regelmäßig zurück, um anderen zu gefallen und Konflikte oder Ablehnung zu vermeiden. Das ist keine Diagnose, sondern ein erlerntes Verhaltensmuster. Es lässt sich deshalb auch wieder verändern.
Können People-Pleasing und Alkoholsucht zusammenhängen?
Ja, das ist möglich. Wer dauerhaft gegen die eigenen Wünsche handelt, staut Ärger, Frust und Traurigkeit an. Alkohol dämpft diese Gefühle kurzfristig und kann so zum Ventil werden. Das ist kein Automatismus, aber ein Muster, das viele Betroffene bei sich wiedererkennen.
Wie lerne ich in der Abstinenz, Nein zu sagen?
Am besten fängst Du in kleinen, überschaubaren Situationen an. Achte darauf, wie Dein Umfeld tatsächlich reagiert. Das ist meist viel weniger dramatisch als befürchtet. Der Austausch mit anderen Betroffenen oder eine Therapie kann Dir dabei zusätzlich Rückhalt geben.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
Die Texte auf der Seite ersetzen keine medizinische Beratung.
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