Ich wollte gerne mal nach eurer Erfahrung bzw. euren Strategien fragen in Bezug auf gemeinsamen Alkohol Konsum. Bei meinem Mann und mir war es das “Feierabend“-Bier. Jetzt trinke ich seit einer Woche nicht mehr und würde den Feierabend gerne anders füllen. Jetzt kann ich meinen Mann natürlich nicht zwingen komplett aufzuhören zu trinken, auch wenn es ihm gut tun würde. Hat jemand eine ähnliche Situation? Wie geht ihr damit um?
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Abstinenz, wenn der Partner trinkt: Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Was hilft Dir, wenn Du keinen Alkohol mehr trinkst, Dein Partner aber sein Feierabendbier behält?
Das Feierabendbier ist mehr als ein Getränk. Es ist ein eingeübtes Ritual, das Uhrzeit, Ort und gemeinsame Entspannung mit Alkohol verknüpft. Gerade in den ersten Wochen der Abstinenz wirkt diese Situation als starker Trigger, besonders wenn der Partner genau dann zur Flasche greift. Dahinter steckt oft das Muster des Entspannungstrinkens: Das Gehirn hat gelernt, Feierabend mit Alkohol gleichzusetzen. Hilfreich ist deshalb, das Ritual nicht einfach wegzulassen, sondern bewusst neu zu besetzen, etwa mit einem eigenen Getränk, einem Spaziergang oder einer festen gemeinsamen Zeit ohne Glas. Du kannst Deinen Partner nicht zum Verzicht zwingen, aber Du kannst offen sagen, was Dir gerade hilft.
Häufig gestellte Fragen zu Abstinenz und trinkendem Partner (FAQ)
Kann ich abstinent bleiben, wenn mein Partner weiter Alkohol trinkt?
Ja, viele schaffen das. Gerade am Anfang ist es aber eine echte Belastung. Klare Absprachen helfen, zum Beispiel dass in den ersten Wochen kein Alkohol offen herumsteht oder nicht direkt neben Dir getrunken wird.
Wie ersetze ich das gemeinsame Feierabendbier?
Ersetze das Ritual, statt es nur zu streichen. Ein alkoholfreies Lieblingsgetränk, ein gemeinsamer Spaziergang oder eine feste Gesprächszeit geben dem Feierabend eine neue Struktur. Wichtig ist, dass die Entspannung erhalten bleibt, nur ohne Alkohol.
Wie spreche ich meinen Partner auf seinen Alkoholkonsum an?
Sprich vor allem über Dich und Deine Abstinenz, nicht über sein Trinken. Sätze wie „Mir hilft es gerade, wenn …“ öffnen das Gespräch, Vorwürfe verschließen es. Ob er etwas an seinem Konsum ändert, bleibt seine Entscheidung.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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