Gestern durfte ich endlich frei rumlaufen 😉 das war wunderbar. So habe ich gleich Kontakte geknüpft und mit anderen einige Gespräche geführt. Und vor allem raus und spazieren. Körperlich geht’s gut.
Tag 4 heute Morgen ein bisschen Übelkeit, aber sonst nix . Fühle mich normal. die anderen Kollegen hier haben fast alle schon mehrere Entgiftungen und Entzüge hinter sich. Fand ich als „Neuling“ doch sehr krass erstmal. (…)
Suchtdruck kann ich sagen es geht auch gestern und heute gut damit. Ich denke oft an Sekt und Zigis, aber ich hab kein unaushaltbares Verlangen. Alle rauchen hier wie es aussieht. bis auf meine Zimmernachbarin. Ich bin sehr stolz auf mich beides seit nun bald 4 Tagen sein zu lassen. Das gibt mir was für mein Belohnungssystem 😉. …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkohol adé-Forum. Zum geschützten Austausch für Betroffene
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Was passiert im Körper an Tag 3 und 4 einer stationären Alkoholentgiftung – und wann lässt der Suchtdruck nach?
Die ersten 72 Stunden eines Alkoholentzugs gelten medizinisch als die kritischste Phase. Dass an Tag 4 nur noch leichte Übelkeit besteht und kein schwerer Suchtdruck auftritt, ist ein gutes Zeichen für einen stabilen Verlauf. Die Übelkeit in dieser Phase entsteht häufig durch die Umstellung des vegetativen Nervensystems, das sich nach dem Wegfall des Alkohols neu kalibriert. Dass Gedanken an Sekt und Zigaretten auftauchen, ohne in ein unkontrollierbares Verlangen zu kippen, zeigt, dass das Gehirn die Entzugssituation verarbeitet, ohne in eine Stressreaktion zu geraten. Die stationäre Entgiftung bietet genau dafür den geschützten Rahmen – mit ärztlicher Überwachung und der Möglichkeit, den Entzugsverlauf medikamentös zu begleiten, falls nötig. Der gleichzeitige Verzicht auf Nikotin ist anspruchsvoll, aber gerade in den ersten Tagen sinnvoll, weil beide Substanzen das Belohnungssystem über ähnliche Wege aktivieren.
Häufig gestellte Fragen zum stationären Alkoholentzug (FAQ)
Ist Übelkeit an Tag 3 oder 4 im Alkoholentzug normal?
Ja. Leichte Übelkeit gehört zu den häufigen vegetativen Entzugssymptomen und entsteht, weil sich das Nervensystem ohne die dämpfende Wirkung des Alkohols neu reguliert. Sie klingt in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Anhaltendes Erbrechen oder starke Kreislaufbeschwerden sollten jedoch dem Stationspersonal gemeldet werden.
Kann man während einer stationären Entgiftung gleichzeitig mit dem Rauchen aufhören?
Der gleichzeitige Verzicht auf Alkohol und Nikotin ist möglich und wird von manchen Kliniken unterstützt. Beide Substanzen wirken auf das Belohnungssystem, sodass ein gemeinsamer Entzug den Neustart erleichtern kann. Entscheidend ist, dass die Belastung individuell tragbar bleibt und ärztlich begleitet wird.
Wie lange dauert der Suchtdruck während einer Alkoholentgiftung?
In den ersten Tagen schwankt der Suchtdruck oft stark. Viele Betroffene berichten, dass das akute Verlangen nach etwa einer Woche deutlich nachlässt. Situative Auslöser – bestimmte Uhrzeiten, Gerüche oder Stimmungen – können aber noch Wochen später Craving hervorrufen. Die stationäre Umgebung schützt in dieser Phase vor unmittelbarem Zugang zu Alkohol.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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