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Alkoholiker haben ein überaktives Belohnungsystem – und werden deshalb abhängig

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Wie stark das Belohnungssystem im Gehirn auf Alkohol anspringt, ist nicht bei jedem Menschen gleich. Wessen Hirnchemie ganz besonders stark auf Bier und Wein reagiert, der hat ein besonders hohes Risiko, am Alkohol kleben zu bleiben. Das haben Forscher der Universität Chicago herausgefunden. Sie beobachteten dafür 190 Studienteilnehmer über 10 Jahre. Das Ergebnis war klar: Wer bereits zu Studienbeginn besonders positiv und stark auf Alkohol reagierte, entwickelte später eine Abhängigkeit.

„Das erklärt, warum einige Personen anfälliger für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit sind, während andere soziale Trinker bleiben“, sagt Studienleiterin Dr. Andrea King. „Das könnte eine Möglichkeit für ein frühzeitiges Eingreifen sein“, hofft die Professorin für Psychiatrie. Sie vergleicht das mit einem Cholesterin-Check als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn man anhand von speziellen Tests herausfinden kann, wie das eigene Sucht-Risiko aussieht, kann man seinen Alkoholkonsum von sich aus ändern oder früher Hilfe suchen, um das Fortschreiten zur Sucht zu vermeiden.

Noch ein erstaunliches Ergebnis förderte die Studie zu Tage: Landläufig heißt es, Alkoholiker müssen immer mehr trinken, um noch einen Effekt zu spüren. Das trifft aber auf die euphorisierende Wirkung nicht zu. „Die Betroffenen bekommen den gewünschten Alkoholeffekt schon früh im Trinkrausch und das scheint das Verlangen nach mehr Alkohol zu fördern“, berichtet King. „Diese angenehmen Alkoholeffekte nehmen mit der Zeit sogar an Intensität zu und verschwinden nicht bei Menschen, die exzessiv trinken.“

„Unsere Ergebnisse unterstützen eine Theorie, die Anreiz-Sensibilisierung genannt wird”, sagte King. “Als Reaktion auf eine berauschende Standarddosis Alkohol im Labor verlangten diejenigen Studienteilnehmer nach mehr, die später eine Alkoholabhängigkeit entwickelten.“ Außerdem schilderten die Studienteilnehmer die Alkoholwirkung als sehr positiv. Im Gegensatz zur gängigen Suchttherorie, dass ab einem gewissen Zeitpunkt der Süchtige das Suchtmittel eigentlich ablehnt, er nur nicht aufhören kann, es zu konsumieren.

Kurz: Das Belohnungszentrum des Alkoholsüchtigen liebt bis zum Schluss den Rausch – was den Ausstieg umso schwerer macht.





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