Hallo Gemeinde,
ich heiße Andi bin 46J, alkoholiker seit 14J.
Seit meinener Jugend immer bin ich immer wieder im Akohol gelandet. Meine längste Abstinenz war von 2015 bis 2023 als ich 2014 mit Baclofen (Arzt-begleitend) den Absprung versucht habe und es war erfolgreich.
Dann ab 2023 Rückfälle und wieder in der Alkoholspirale festgefahren.
Dieses Jahr war ich in der Psychiatrie zum Entzug und das zwei Mal. Beim letzen mal (war diesen September), bin ich mit 0,0%o gekommen, ging auch schnell mit dem Runterkommen. Zum Glück habe ich bei den Oberärzten meine Baclofenerfahrung erwähnt und die Ärzte habe es mir verschrieben. Bin sehr glücklich darüber, weil Baclofen in seiner Wirkung die GABA-Rezeptoren blockiert, die selben wo Alkohol andockt.
Bin akutell noch im Anfangsstadium, daher noch keine Langzeiterfahrung. Halte euch auf dem Laufenden, falls es jemanden interessiert.
Allen noch einen schönnen (trockenen) Abend
Andi
weil Baclofen in seiner Wirkung die GABA-Rezeptoren blockiert, die selben wo Alkohol andockt.
Herzlich Willkommen bei uns, lieber Andy,
kennst Du das Buch von Oliver Ameisen "Das Ende meiner Sucht"? Ameisen war ja derjenige, der Baclofen für die Alkoholtherapie quasi aus der Versenkung geholt hat, er selbst war schwerer Alkoholiker. Das Buch ist echt super toll, klasse geschrieben, diverse Gänsehäute inclusive.
Kleine Korrektur übrigens: Baclofen blockiert die GABA-Rezeptoren nicht. Das hört sich sonst so an, als würde Baclofen die GABA-Wirkung quasi ausschalten. Es macht genau das Gegenteil. Es legt dort selbst an und übermittelt so das Entspannungssignal. Es entspannt also, genau wie Alkohol. Nur nicht ganz so stark.
Übrigens: GABA selbst kann man auch einnehmen - gibt es in jeder Muckibude :-), Bodybuilder und Leistungssportler nehmen das zum Abspannen nach hoher Belastung.
Für mich war GABA der Schlüssel zum Ausstieg. Für viele andere hier übrigens auch, such mal nach GABA in der Forumssuche. Du wirst überrascht sein.
Schön, dass Du bei uns bist, fühl Dich wohl.
LIebe Grüße
Gaby
@andrej0209 Hallo und willkommen auch von mir. Da hast du ja schon super viel Erfahrung mit der Nüchternheit, das wird dir jetzt auch sehr hilfreich sein.
LG Michl
@andrej0209 Willkommen im Forum!
2015 bis 2023 trocken mit Baclofen — acht Jahre. Und dann doch wieder in der Spirale. Was hat den Rückfall nach so langer Zeit ausgelöst?
Halt uns auf dem Laufenden, wie es diesmal läuft. Solche Erfahrungsberichte sind wertvoll.
Aber eine Nachfrage: Du schreibst, dass Du mit Baclofen acht Jahre trocken warst – aber noch keine Langzeiterfahrung hast. Das kriege ich nicht ganz zusammen, wie ist das gemeint?
Jedenfalls: Es gibt ein Leben ohne das Nervengift, und es ist schön.
Guten Morgen zusammen,
vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
@gaby danke für die Korrektur, was die Funktionsweise von Baclofen und GABA anbelangt.
@harley danke für deinen Beitrag.
Nach meinem ersten Versuch war ich auch acht Jahre trocken, zwar nicht immer glücklich aber denn noch. Im letzten Job habe ich mir eine Schulter-Impingement zugezogen und das war nicht so angenehm über längeren Zeitraum. Die Tortur bei den Ärzten mit Röntgent, MRT hat mich dann den letzten Nerv gekostet, zumal ich ehe schon gut um 'Strom' stand vom ungeliebten Job, Meinungsverschiedenheiten mit der Frau mit anstehender Trennung. Da habe ich es nicht ausgehalten (Schulterschmerzen mit Armtaubheit und leichtem, psychischen Druck zuhause), saß ich da und sah keinen Ausweg aus diesem unerträglichen Gefühlen.
Ihr fragt euch warum keinen anderen Job, und ich denke hier kommt meine tiefsitzende Angst fürs Neue (Wahnsinn, was das Schreiben über sich selbst einem sagen kann, ist mir nie Bewusst gewesen). Unterm Strich habe ich jetzt davon (von der eigenen Angst) was ich habe. Wichtig ist und Priorität Nummer Eins, kein Alkohol mehr.
So, jetzt gehe ich erstmal eine rauchen, bis später
Verstehe ich das richtig, seit September bist du nun wieder trocken? Wie lange nimmst du dann das Medikament?
LG
Das ist richtig, mein zweiter Aufenthalt in der Entzugsklinik war vom 10. September eine Woche und da hast ja Ärzte/Oberärzte Gespräche, da habe ich auch die Möglichkeit mit Baclofen erwähnt ohne mir groß Hoffnung zu machen, hat funktioniert jedoch bis 40mg/Tag (als Maximum, wird ja schrittweise alle drei Tage hochdosiert, angefangen mit 5mg). Und ja, seit dem 10. September kein Alkohol. Baclofen ab dem 18. September.
PS: Noch eine für mich sehr angenehme Wirkung von Baclofen, als ob sich das Gehirn 'wieder richtig' formiert. Kann auch Einbildung sein, hatte es auch so in Erinnerung von damals. Evtl. hat hier Jemand Erfahrung mit Baclofen, darf es gerne mitteilen.
Hey Andi, ich noch mal. Wenn Dich die Rolle von Baclofen, seine Wirkung etc vor allem eben auf die Neurobiologie fasziniert, vielleicht magst Du mal einen Blick in "Alkohol adé" (das Buch) werfen. Da haben Bernd und ich das alles ganz genau erklärt, wie beispielsweise Baclofen wirkt, was GABA ist, wie das System durch Alkohol aus der Bahn geworfen wird, wie es sich neu kalibiert etc.
Ich mache hier sonst keine Werbung für mein eigenes Buch, wirklich nicht. Aber ich glaub, Dir würde das wirklich was bringen.
Liebe Grüße noch mal
Gaby
Hi Gaby,
danke für die Empfehlung, werde es mir anschauen.
LG
andi

