Mich hat am Sonntag vermutlich ein Bandscheibenvorfall niedergeworfen; mir schmerzt das ganze rechte Bein extrem. Da ich so etwas schon mal hatte, ist das ziemlich wahrscheinlich. MRT folgt am Freitag. Gegen die Schmerzen habe ich nun Tilidin/Naloxon (Kombi) bekommen, muss es aber jetzt höher dosieren. Mit normalen Schmerzmitteln braucht man mir gar nicht erst kommen, da könnte ich auch Smarties futtern. Tramal, das ich noch zuhause hatte, wirkte nicht.
Vermute ich richtig, dass ich dann aktuell lieber kein GABA einnehmen sollte?
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Sind Opioide wie Tilidin in der Abstinenz ein Risiko – und was ist bei gleichzeitiger GABA-Einnahme zu beachten?
Die Frage nach der gleichzeitigen Einnahme von Tilidin und GABA-Supplementen ist medizinisch berechtigt. Tilidin gehört zu den Opioiden und wirkt dämpfend auf das zentrale Nervensystem – ebenso wie GABA-Präparate, die auf das hemmende Neurotransmittersystem abzielen. Eine Kombination kann die sedierende Wirkung verstärken und sollte ärztlich abgeklärt werden. Für Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit in der Vorgeschichte kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Opioide aktivieren das Belohnungssystem auf ähnliche Weise wie Alkohol. Das Risiko einer Suchtverlagerung ist in dieser Konstellation erhöht – gerade wenn die Schmerzmedikation über einen längeren Zeitraum eingenommen wird. Die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt über Suchtvorgeschichte, GABA-Supplementierung und Dosisanpassung ist hier entscheidend.
Häufig gestellte Fragen zu Tilidin und Abstinenz (FAQ)
Ist Tilidin für Menschen mit Alkoholabhängigkeit besonders riskant?
Ja. Tilidin ist ein Opioid und aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn auf einem ähnlichen Weg wie Alkohol. Bei Menschen mit Suchtvorgeschichte besteht ein erhöhtes Risiko für eine Suchtverlagerung. Deshalb sollte der behandelnde Arzt immer über die Abhängigkeitsgeschichte informiert werden, damit Dosierung und Dauer der Einnahme engmaschig kontrolliert werden können.
Darf man GABA-Supplemente zusammen mit Opioiden einnehmen?
GABA-Präparate und Opioide wirken beide dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Die Kombination kann die sedierende Wirkung verstärken und Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, verlangsamte Atmung oder Schwindel begünstigen. Eine gleichzeitige Einnahme sollte nur nach ausdrücklicher ärztlicher Freigabe erfolgen.
Welche Alternativen zu Opioiden gibt es bei starken Rückenschmerzen?
Je nach Befund kommen nichtsteroidale Antirheumatika, gezielte Physiotherapie, Wärmeanwendungen oder interventionelle Schmerztherapie wie periradikuläre Injektionen in Frage. Bei einem gesicherten Bandscheibenvorfall entscheidet die Bildgebung über das weitere Vorgehen. Wichtig ist, dem Arzt die Suchtvorgeschichte mitzuteilen, damit die Schmerzbehandlung entsprechend angepasst wird.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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