Es ist mir bewusst, dass der Alkohol meine Persönlichkeit, meine Hemmschwellen derart verändert hat im Laufe der letzten Jahre, dass natürlich die 2,2 Promille dieses Verhalten hervorgerufen haben. Ich war in diesem Moment als sie mir den Schein und somit meine Grundlage für meinen Beruf, Teile meiner Freiheit weggenommen haben in einem Ausnahmezustand. Psychisch wie Seelisch…ich wusste sofort, dass ab dem nächsten Morgen nichts mehr so sein wird wie es war. Ich habe wohl deshalb die Beamten beleidigt weil ich in dem Moment wohl den Schuldigen bei Ihnen gesehen habe…nicht bei mir und meinem Verhalten…was ich heute aber auf Grund eines Filmrisses nur noch bruchstückhaft in Erinnerung habe.
Der Alkohol hat aus mir immer ein rücksichtsloses, arrogantes und ungehemmtes Arschloch gemacht…das unbesiegar ist und keine Grenzen kennt. Noch dazu waren die letzten Jahre meines Lebens geprägt von falschen Entscheidungen im Bereich von Partnerschaft und beruflichen Bereich und das unter dem mehrmals pro Woche exzessiven Konsum des Alkohols über Jahre in mich hineingefressen und verdrängt…Ja ich bin betrunken 2km mit meinem Auto gefahren, da ich dachte, dass ich dazu doch in der Lage wäre diese kurze Strecke zur Tankstelle zu fahren für Nachschub. (…)
Habt ihr eine Hilfestellung? War jemand auch in so einer Lage und mit dem Gesetz wegen des Alkohols in Konflikt und kann mir ein bisschen Mut zusprechen? Ich wäre dankbar…
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Kontrollverlust und Filmriss durch Alkohol – fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Was passiert im Gehirn bei extremem Alkoholkonsum – und warum verlieren Betroffene dabei jede Kontrolle?
Bei einem Blutalkoholwert von 2,2 Promille ist der präfrontale Kortex – die Hirnregion, die für Impulskontrolle, Urteilsvermögen und soziales Verhalten zuständig ist – weitgehend ausgeschaltet. Was bleibt, ist ein enthemmtes, reflexgesteuertes Handeln, das mit der eigentlichen Persönlichkeit wenig zu tun hat. Der beschriebene Filmriss entsteht, weil der Hippocampus ab einer bestimmten Alkoholkonzentration keine neuen Erinnerungen mehr speichern kann – das Bewusstsein läuft weiter, das Gedächtnis nicht. Dass jemand mit dieser Promillezahl noch Auto fährt, spricht für eine ausgeprägte Toleranzentwicklung – ein deutliches Zeichen dafür, dass sich das Gehirn längst an hohe Alkoholmengen angepasst hat. Der Verlust des Führerscheins und die strafrechtlichen Konsequenzen sind schwerwiegend, können aber auch einen Wendepunkt markieren: den Moment, in dem die Erkrankung nicht mehr zu verdrängen ist.
Häufig gestellte Fragen zu Alkoholismus und Kontrollverlust (FAQ)
Warum verändert Alkohol die Persönlichkeit so stark?
Alkohol dämpft vor allem den präfrontalen Kortex – den Teil des Gehirns, der Impulse kontrolliert und soziales Verhalten steuert. Bei hohen Promillewerten fällt diese Kontrolle fast vollständig weg. Das Ergebnis sind Enthemmung, Aggressivität oder Rücksichtslosigkeit, die nichts mit dem eigentlichen Charakter zu tun haben, sondern mit einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns.
Was passiert bei einem alkoholbedingten Filmriss im Gehirn?
Ein Filmriss entsteht, wenn Alkohol den Hippocampus so stark beeinträchtigt, dass keine neuen Erinnerungen mehr gebildet werden können. Betroffene handeln in dieser Phase weiter, erleben sich selbst aber nicht bewusst. Der Filmriss ist kein harmloses „Vergessen”, sondern ein Zeichen erheblicher neurotoxischer Wirkung.
Droht nach einer Trunkenheitsfahrt immer eine MPU?
In Deutschland wird eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) in der Regel ab 1,6 Promille angeordnet, bei wiederholten Auffälligkeiten auch früher. Wer mit über 2 Promille am Steuer erwischt wird, muss fast ausnahmslos mit einer MPU rechnen, bevor der Führerschein zurückerteilt wird.
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