
Dieser kostenlose ADHS-Selbsttest für Erwachsene ist anonym, ohne Anmeldung und in wenigen Minuten abgeschlossen. Er orientiert sich an gängigen Screening-Kriterien und erfasst vier Kernbereiche: Aufmerksamkeit, Organisation, Impulsivität und innere Unruhe.
Warum steht ein ADHS-Test auf einer Seite über Alkohol? Weil die Verbindung zwischen ADHS und Sucht eine der am stärksten unterschätzten in der gesamten Suchtmedizin ist. Studien zeigen: Etwa jeder vierte Mensch mit einer Alkoholabhängigkeit und bis zu jeder dritte mit einer Substanzabhängigkeit hat ein bislang unerkanntes ADHS.
Die Betroffenen nutzen Alkohol oder andere Substanzen unbewusst als Selbstmedikation gegen innere Unruhe, Reizüberflutung und ständiges Gedankenkreisen. Ohne ADHS-Diagnose läuft jede Suchttherapie ins Leere, weil sie die eigentliche Ursache nicht adressiert.
H2-Block: Warum ein ADHS-Test gerade bei Suchtproblemen wichtig ist
ADHS ist keine Kinderkrankheit. Rund 2,5 Prozent aller Erwachsenen leben mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung — viele davon ohne es zu wissen. Bei Menschen mit Suchterkrankungen liegt die Rate dramatisch höher: Internationale Studien beziffern die ADHS-Prävalenz bei erwachsenen Suchtkranken auf 20 bis 30 Prozent.

Mehr Informationen über ADHS und Suchtrisiko findest Du im Buch “Suchtrisiko ADHS – Wenn das Gehirn nicht anders kann: Warum Betroffene besonders suchtgefährdet sind und wie sie sich schützen können” von Gaby Guzek und Lisa Guzek.
Das Problem: In der Suchttherapie wird ADHS fast nie diagnostiziert. Schätzungen zufolge bleiben bis zu 94 Prozent der ADHS-Fälle unter Suchtkranken unerkannt. Die Betroffenen durchlaufen Entgiftungen, Entwöhnungen und Rückfallpräventionsprogramme, ohne dass die eigentliche neurobiologische Ursache ihres Konsumverhaltens jemals angesprochen wird.
Dabei wäre genau das entscheidend: Wer ein ADHS hat, dessen Gehirn produziert dauerhaft zu wenig Dopamin. Alkohol, Nikotin, Cannabis oder Kokain heben den Dopaminspiegel kurzfristig an — lindern also vorübergehend genau die Symptome, unter denen der Betroffene leidet. Das ist keine Willensschwäche, sondern fehlgeleitete Selbstmedikation.
Ein ADHS-Selbsttest kann der erste Schritt sein, diesen Zusammenhang sichtbar zu machen und den Weg zu einer gezielten Diagnostik beim Facharzt zu öffnen.
ADHS-Symptome, die wie Alkohol- oder Suchtfolgen aussehen
Viele ADHS-Symptome werden bei Suchtkranken fälschlich dem Alkohol oder der Droge zugeschrieben. Das macht die Diagnose so schwierig — denn die Symptomüberdeckung ist erheblich:
- Konzentrationsprobleme: Bei Alkoholikern auf den Alkohol geschoben, bei ADHS eine Kernsymptomatik.
- Innere Unruhe und Getriebenheit: Wird als Entzugssymptom gedeutet, kann aber das ADHS selbst sein.
- Impulsivität und Risikobereitschaft: Gilt als Suchtverhalten, ist bei ADHS neurobiologisch verankert.
- Emotionale Instabilität und Stimmungsschwankungen: Wird der Depression zugeschrieben, die bei Suchtkranken häufig ist, kann aber eine ADHS-typische Affektlabilität sein.
- Desorganisation und Chaos im Alltag: Wird als soziale Folge der Sucht eingeordnet, hat aber bei ADHS eine eigene Ursache.
ADHS-Selbsttest: Gibt es deutliche Verdachtspunkte?
Dieser Selbsttest dient der ersten Orientierung. Er ersetzt keine professionelle Diagnostik.
Datenschutz: Die Auswertung erfolgt anonym in Deinem Browser. Es werden keine Antworten gespeichert oder übertragen. Wenn Du das Browserfenster schließt, sind die Daten weg.
ADHS und Sucht: Warum beides so oft zusammenhängt
Die Verbindung zwischen ADHS und Suchterkrankungen ist gut belegt. Menschen mit ADHS entwickeln zwei- bis dreimal häufiger eine Abhängigkeit von Nikotin, Alkohol, Cannabis oder anderen Substanzen als Personen ohne ADHS. Umgekehrt findet sich bei rund jedem vierten bis fünften erwachsenen Suchtkranken ein bislang undiagnostiziertes ADHS.
Der Grund liegt in der Neurobiologie: ADHS geht mit einem chronisch erniedrigten Dopaminspiegel einher. Dopamin ist der Botenstoff, der für Motivation, Belohnungsempfinden und Impulskontrolle zuständig ist. Alkohol, Nikotin und vor allem Stimulanzien wie Kokain oder Amphetamine erhöhen den Dopaminspiegel kurzfristig. Wer ein unerkanntes ADHS hat, greift deshalb oft instinktiv zu diesen Substanzen — nicht aus Schwäche, sondern weil das Gehirn nach Ausgleich sucht.
Diese Selbstmedikationshypothese erklärt auch, warum klassische Suchttherapieprogramme bei ADHS-Betroffenen häufig scheitern. Solange das ADHS nicht mitbehandelt wird, bleibt der Dopaminmangel bestehen — und damit der Antrieb, ihn durch Substanzen zu kompensieren. Eine gezielte ADHS-Behandlung, oft mit Stimulanzien wie Methylphenidat unter ärztlicher Aufsicht, kann das Suchtrisiko dagegen senken und die Erfolgschancen einer Entwöhnungsbehandlung deutlich verbessern.
Wenn Du den Verdacht hast, dass hinter Deinem Alkohol- oder Drogenproblem ein ADHS stecken könnte, dann ist dieser Selbsttest ein guter erster Schritt. Der nächste wäre ein Gespräch mit einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Neurologie, der Erfahrung mit der Doppeldiagnose ADHS und Sucht hat.
Mehr Informationen auch in unserem Blog:
Warum jeder vierte Alkoholiker ein unerkanntes ADHS hat
Ist dieser ADHS-Test eine medizinische Diagnose?
Nein. Dieser Selbsttest dient der ersten Orientierung und ersetzt keine ärztliche oder psychologische Diagnostik. Bei Verdacht auf ADHS solltest Du Dich an einen Facharzt für Neurologie/Psychiatrie oder einen spezialisierten Psychologen wenden.
Warum ist ADHS bei Alkoholproblemen besonders wichtig?
Studien zeigen, dass etwa jeder vierte bis dritte Mensch mit Alkoholabhängigkeit ein undiagnostiziertes ADHS hat. Viele Betroffene nutzen Alkohol unbewusst als Selbstmedikation gegen innere Unruhe, Konzentrationsprobleme oder Impulsivität.
Kann ADHS auch erst im Erwachsenenalter auffallen?
Ja. Viele Erwachsene erfahren erst spät von ihrem ADHS, weil die Symptome in der Kindheit übersehen oder anders gedeutet wurden. Gerade bei Frauen wird ADHS häufig erst im Erwachsenenalter erkannt.
Kann ein unerkanntes ADHS der Grund für mein Alkoholproblem sein?
Ja, das ist möglich und kommt häufiger vor als gedacht. Studien zeigen, dass etwa jeder vierte bis dritte Mensch mit Alkoholabhängigkeit ein undiagnostiziertes ADHS hat. Die Betroffenen nutzen Alkohol unbewusst als Selbstmedikation, um innere Unruhe, Reizüberflutung oder ständiges Gedankenkreisen zu lindern.
Was ist der Unterschied zwischen ADHS und ADS?
ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) beschreibt die vorwiegend unaufmerksame Form ohne ausgeprägte Hyperaktivität. Medizinisch wird heute beides unter dem Oberbegriff ADHS zusammengefasst, unterteilt in einen vorwiegend unaufmerksamen, einen vorwiegend hyperaktiv-impulsiven und einen kombinierten Typ. Gerade die unaufmerksame Form wird bei Erwachsenen, insbesondere bei Frauen, häufig übersehen.
Wird ADHS in der Suchttherapie berücksichtigt?
Leider nur selten. Schätzungsweise 94 Prozent der ADHS-Fälle unter Suchtkranken bleiben unerkannt. Dabei wäre eine parallele Behandlung beider Störungen entscheidend, denn ohne ADHS-Therapie bleibt der neurobiologische Antrieb zum Substanzkonsum bestehen.
Ist dieser ADHS-Test wissenschaftlich fundiert?
Der Test orientiert sich an gängigen Screening-Kriterien für ADHS im Erwachsenenalter. Er ist als erste Orientierung gedacht und ersetzt keine ärztliche Diagnostik. Für eine belastbare Diagnose kommen standardisierte Verfahren wie das DIVA-5-Interview oder der ASRS-Fragebogen der WHO zum Einsatz.
Wie läuft eine ADHS-Diagnose bei Erwachsenen ab?
Die Diagnostik erfolgt in der Regel durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Neurologie. Sie umfasst ein strukturiertes Interview zur aktuellen Symptomatik und zur Kindheitsgeschichte, standardisierte Fragebögen sowie oft eine Fremdbeurteilung durch eine Bezugsperson. Wichtig ist, dass auch Begleiterkrankungen wie Depression, Angststörungen oder Suchterkrankungen abgeklärt werden.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
Die Texte auf der Seite ersetzen keine medizinische Beratung.
Mehr über das Alkoholiker-Forum: “Ehrlicher Austausch auf dem Weg aus der Sucht”