Alex, 54, Alkoholkrank und seit 04/2025 nüchtern! Bin derzeit im ADHS Test und es wird so sein, wie oben beschrieben. Ich bin derzeit noch unglücklich nüchtern und muss das ändern, da ich sonst wieder zum “Beruhigungsmittel” greife. …
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Warum greifen Menschen mit ADHS besonders häufig zum Alkohol – und was macht die frühe Abstinenz so belastend?
ADHS und Alkoholabhängigkeit treten überdurchschnittlich häufig gemeinsam auf. Studien zeigen, dass Erwachsene mit ADHS ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für eine Suchterkrankung tragen. Der Grund liegt in der Neurobiologie: Das bei ADHS ohnehin dysregulierte Dopaminsystem reagiert auf Alkohol mit kurzfristiger Beruhigung und Reizdämpfung – der Griff zur Flasche wird zur Selbstmedikation gegen Reizüberflutung, innere Unruhe und emotionale Übersteuerung. In der frühen Abstinenz fällt dieses chemische Hilfsmittel weg, während die ADHS-Symptomatik ungedämpft zurückkehrt. Geräusche, die andere kaum registrieren, werden dann zur Belastung. Dass Alex jetzt eine Diagnostik durchläuft, ist medizinisch der entscheidende Schritt: Erst wenn die ADHS erkannt und behandelt wird, lässt sich die sensorische Überlastung adressieren, ohne auf Alkohol als Dämpfer zurückzugreifen. Die Kombination aus ADHS-Behandlung und Craving-Management verbessert die Prognose für eine stabile Abstinenz erheblich.
Häufig gestellte Fragen zu ADHS und Alkoholsucht (FAQ)
Warum ist ADHS ein Risikofaktor für Alkoholabhängigkeit?
Menschen mit ADHS haben häufig ein unterreguliertes Dopaminsystem und eine erhöhte Impulsivität. Alkohol wirkt kurzfristig dämpfend auf Reizüberflutung und innere Unruhe – das macht ihn als Selbstmedikation besonders verführerisch. Langfristig verstärkt regelmäßiger Konsum jedoch die neurobiologische Dysbalance und erhöht das Suchtrisiko deutlich.
Kann eine ADHS-Diagnose die Abstinenz erleichtern?
Ja. Wird die ADHS erkannt und gezielt behandelt – etwa durch Verhaltenstherapie oder Medikation – sinkt der Druck, Symptome wie Reizempfindlichkeit und Konzentrationsprobleme mit Alkohol zu kompensieren. Die Abstinenz wird dadurch stabilisiert und emotional erträglicher.
Ist Reizüberflutung in der frühen Abstinenz bei ADHS normal?
Ja. In den ersten Wochen ohne Alkohol fehlt die gewohnte Reizdämpfung, während das Nervensystem sich neu kalibriert. Bei ADHS kommt hinzu, dass die Filterleistung des Gehirns grundsätzlich eingeschränkt ist. Alltagsgeräusche wie Hintergrundmusik oder klirrendes Geschirr können dann als extrem belastend empfunden werden.
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