Ich habe vor ein paar Tagen mal spaßeshalber diesen ADHS Selbsttest hier gemacht und das Ergebnis war sehr eindeutig. Ich dachte immer (und es wurde mir auch stets von der Familie so vermittelt) dass ich ein ziemlich anstrengendes Kind war.
Der laute, extrovertierte Klassenclown, der jeden Erwachsenen zur Weißglut bringen konnte. Selbst in meiner Ausbildung eckte ich stets mit Vorgesetzen an, obwohl ich mit 16 schon gelernt hatte, mich zurück zu halten und nicht ständig dazwischen quatschen zu müssen. Das war auch die Zeit, wo ich intensiver mit Alkohol in Berührung kam.
Und seitdem trinke ich ja auch durchgängig, bis vor 21 Tagen. Es passt ALLES. Alkohol zur Entspannung. Alkohol zur Konzentration. Alkohol für Kreativität. Alkohol, um mal richtig heulen zu können. Alkohol, um in Menschenansammlungen die Geräuschkulisse ausblenden zu können. …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Kann eine unerkannte ADHS der eigentliche Grund für jahrelangen Alkoholkonsum sein?
ADHS geht mit einem strukturellen Defizit im Dopamin-Haushalt einher. Betroffene erleben häufig innere Unruhe, Reizüberflutung und Schwierigkeiten in der Emotionsregulation. Alkohol kann diese Defizite vorübergehend ausgleichen – er dämpft Reize, erzeugt Entspannung und simuliert die Belohnungsreaktion, die das Gehirn aus eigener Kraft nicht ausreichend bereitstellen kann. Damit wird Alkohol zu einer scheinbar wirksamen, aber gefährlichen Form der Selbstmedikation. Liegt ADHS als Ursache zugrunde, sind eine professionelle Diagnostik und gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung wichtige Bausteine für eine stabile Abstinenz. Ohne Behandlung der ADHS bleibt das Rückfallrisiko oder die Gefahr einer Suchtverlagerung erhöht.
Häufig gestellte Fragen zu ADHS und Alkoholsucht (FAQ)
Gibt es einen Zusammenhang zwischen ADHS und Alkoholabhängigkeit?
Ja, Studien zeigen, dass Menschen mit ADHS ein deutlich erhöhtes Risiko für Suchterkrankungen haben. Das Dopamin-Defizit bei ADHS begünstigt die Selbstmedikation mit Alkohol, weil er kurzfristig Unruhe dämpft und die fehlende Reizfilterung kompensiert.
Sollte man sich bei Verdacht auf ADHS professionell testen lassen?
Unbedingt. Ein Online-Selbsttest kann erste Hinweise liefern, ersetzt aber keine ärztliche Diagnostik. Eine gesicherte Diagnose eröffnet gezielte Behandlungsmöglichkeiten, die auch die Abstinenz stabilisieren können.
Kann eine ADHS-Behandlung die Abstinenz unterstützen?
Eine adäquate ADHS-Behandlung – ob medikamentös oder verhaltenstherapeutisch – kann die innere Unruhe und Impulsivität reduzieren, die häufig zu Rückfällen führen. Damit wird ein wesentlicher Suchtauslöser gezielt adressiert.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
Die Texte auf der Seite ersetzen keine medizinische Beratung.
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