Manchmal ging ich ohne geschlafen zu haben Montags mit Unterstützung von Speed auf meinen Studentenjob ins Behindertenwohnheim. Im Laufe der Zeit entwickelte sich insbesondere nach einem durchgefeierten Wochenende ein regelrechter Horrortrip des “Runterkommens”. Ich bekam die Quittung auf mein synthetisch forciertes Freisetzen von Glückshormonen. Es folgten Angstzustände, Ruhelosigkeit, Panik, Einsamkeit und Verzweiflung. Ich wollte einfach nur noch, dass mich jemand rettet. So kam es dann auch.
Im Jahr 2002 lernte ich dann in Berlin den Vater meiner Tochter kennen. (…) Dies war meine Rettung. Mir gelang der Ausstieg aus dem Drogenkonsum. Der Alkohol blieb jedoch. …
Ein anonymer Erfahrungsbericht aus dem Alkoholiker-Forum von Alkohol adé.
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Runterkommen nach Speed und Alkoholsucht: Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Warum ist das Runterkommen nach einem Wochenende mit Speed so qualvoll – und was hat das mit Alkoholsucht zu tun?
Speed (Amphetamin) setzt schlagartig große Mengen Dopamin und Noradrenalin frei und hält Körper und Psyche künstlich auf Hochtouren. Danach sind die Botenstoffspeicher erschöpft, und das Belohnungssystem reagiert gedämpft. Genau das erklärt den Absturz nach dem Wochenende: Angstzustände, innere Unruhe, Panik und Verzweiflung, zusätzlich verstärkt durch durchwachte Nächte. Bemerkenswert ist das Ende dieses Berichts, denn der Ausstieg aus den Drogen gelingt, der Alkohol aber bleibt. Das kommt häufig vor, weil Alkohol gesellschaftlich akzeptiert ist und selten als gleich ernstes Problem gilt, obwohl er im selben Belohnungssystem wirkt.
Häufig gestellte Fragen zu Speed-Comedown und Alkoholsucht (FAQ)
Warum bekommt man nach Speed Angstzustände und Panik?
Amphetamin leert die Speicher von Dopamin und Noradrenalin. Wenn die Wirkung nachlässt, fehlt dem Gehirn vorübergehend der Antrieb, und das Stresssystem ist überreizt. Schlafmangel verstärkt diesen Zustand zusätzlich.
Wie lange dauert das Runterkommen nach Speed?
Die akute Erschöpfungsphase hält meist einige Tage an. Bei regelmäßigem Konsum können Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit deutlich länger bestehen bleiben. Halten Angst oder depressive Verstimmung an, sollte ärztliche Hilfe gesucht werden.
Warum bleibt der Alkohol oft, wenn man mit anderen Drogen aufhört?
Alkohol ist legal, überall verfügbar und gesellschaftlich akzeptiert. Deshalb wird er oft nicht als eigenes Suchtproblem erkannt. Er wirkt jedoch auf dasselbe Belohnungssystem und kann eine Alkoholsucht unterhalten, auch wenn der Drogenausstieg gelungen ist.
Redaktionelle Texte werden geprüft von Dr. med. Bernd Guzek
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