Hallo, mein Name ist Vesper, weiblich, – ich bin neu dabei.
Ich habe mit 16 Jahren angefangen.
Ich habe Veränderungen bemerkt: Ich werde abhängig. Ich weiß schon eine Weile, dass es ein Problem ist – aber der Schritt hierher hat gedauert. Nach außen hin verstecke ich meinen Konsum.
Von außen habe ich im Moment keine Unterstützung. Es gibt Kinder in meinem Leben, die das mitbekommen.
Ich will aufhören – dafür bin ich hier. Schön, dass es diesen Ort gibt.
Hallo MarcoK92,
schon bei Tag 81. Toll super!!! Ich lebe mich durch die Tage. Tag 25. Immerhin. Leider komme ich nicht zur Ruhe. Ständiges Chaos im Kopf. Wobei diese Chaos mich nicht motiviert mal etwas zu machen. Vor lauter Chaos komme ich nicht in die "Puschen". Ich schiebe alles vor mich her. Die Einsamkeit ist komischer Weise gar nicht mehr präsent. Kann es sehr gut mit mir alleine aushalten. Vielleicht manchmal etwas langweilig. Aber besser langweilig als benebelt auf der Couch zu sitzen. Kann jetzt nicht sagen das ich total glücklich bin. Ich verspüre eher so eine neutrale sehr "nüchterne" Stimmung (im wahrsten Sinne des Wortes ; ) ).
Einen sehr schönen Sonntag wünsche ich Dir und allen Anderen
Vesper
Liebe vesper!
Ja, ich empfinde eine große Einsamkeit. Ich kann gut mit mir allein sein. Aber meine Nachmittage und Abende verbringe ich fast ausschließlich allein – und das ist auf Dauer etwas anderes als bewusst gewählte Zeit für mich.
Das hängt auch mit meinem Lebensverlauf zusammen. Ich habe immer viel und lange gearbeitet. Große Teile meiner Familie sind schon früh verstorben, zu meinen Schwestern besteht seit fünfundzwanzig Jahren kein Kontakt mehr. Dann starb mein Mann. Auch seine Familie möchte keinen Kontakt zu mir. Ich hatte immer wenige Freundinnen und Freunde. Durch mein großes berufliches Engagement und verschiedene Lebensumstände ist ein größerer, beständiger Freundeskreis nie wirklich entstanden.
Dieses viele Alleinsein ist heute meine größte Herausforderung. Seit sich die beruflichen Missstände vor einigen Monaten aufgelöst haben, spüre ich das noch deutlicher. Meine Arbeitstage sind weiterhin ausgefüllt, aber die belastenden Nebenschauplätze und unnötigen Eskalationen fehlen inzwischen. Dort war lange ein großer Teil meiner Energie gebunden. Jetzt, wo es ruhiger geworden ist, merke ich stärker, wie viel mir in meinem privaten Leben fehlt.
Mit meinem Mann habe ich meinen Partner, meinen besten Freund und einen großen Teil unseres gemeinsamen Alltags verloren. Unsere Freizeitaktivitäten, die gemeinsamen Hobbys, der Garten – vieles, das meinem Leben Freude und Struktur gegeben hat, ist weggefallen. Und nun steht in absehbarer Zeit auch die Pension bevor. Obwohl ich mich darauf vorbereiten kann, beschäftigt mich die Frage, wie ich die Zeit gestalten werde, die bisher meine Arbeit ausgefüllt hat.
Die derzeit laufende Abklärung auf Autismus hat mir bereits geholfen, manches an mir und meinem Lebensweg besser zu verstehen. Sie verändert noch nichts daran, dass ich viel allein bin. Aber dieses bessere Verständnis gibt mir Raum, genauer hinzusehen: Was brauche ich eigentlich? Was macht es mir schwer, Nähe und Kontakte aufzubauen? Und an welchen kleinen Stellschrauben könnte ich etwas verändern, ohne mich dabei verbiegen zu müssen?
Manchmal komme ich mir trotzdem wie eine Randerscheinung vor. Ein etwas eigenartiger Kauz, der sich Verbundenheit wünscht und sich zugleich schwertut, sie zu finden. So viele Käuze wie mich kann es doch eigentlich gar nicht geben. Oder vielleicht doch?
So viele Käuze wie mich kann es doch eigentlich gar nicht geben. Oder vielleicht doch?
Doch, doch, liebe Sabine, es gibt reichlich. Zu finden in Selbsthilfegruppen - wie ich Dir schon schrieb 🙂 Das sind keine Trauerkloßveranstaltungen, sondern Treffen von, wie sagtest Du, lustig schnatternden seltsamen Käuzen. Alle auf einen Haufen.
Nein, ich sagte nicht Hühnerhaufen 🙂
Liebe Grüße
Gaby
@vesper Herzlichen Dank für deine Antwort
Ich kann das total ähnlich beschreiben wie du ... manchmal wenn ich mit mir alleine bin kommt so eine Langweile und so eine Art Gleichgültigkeit ... so ein dahindösen im Kopf ... ich habe das auch ... jeden Tag ...
Ich nehme mir dann ein Buch zur Hand und lese einfach Literatur über Alkohol...
Oder ich stecke mir die Kopfhörer ins Ohr und höre Musik...antriebslos bin ich auch ... aber nur wenn ich frei daheim sitze...das sind auch die Tage gewesen an denen ich Alkohol getrunken habe....vielleicht war es eben genau diese Langeweile und dieses Grüblen was mich zum Trinken veranlasst hat...
Ich versuche die Leere so gut es geht zu füllen...eben mit Lesen, Musik hören oder einfach mal daheim was umdekorieren...es wirkt wirklich Wunder 🙂
VLG Marco
Danke liebe Gaby 😆
Ich weiß - aber der Weg dorthin hmm ich arbeite daran. Klingt komisch wenn eine gestande Frau das schreibt.
Nachtrag: aber schriftliche Kontaktaufnahme zu einer Selbsthilfegruppe habe ich schon geschafft 😉
