Hallo, mein Name ist MichAAA, männlich, knappe 40 Jahre – ich bin neu dabei.
Ich trinke seit ca. 25 Jahren. Angefangen habe ich mit 15 Jahren. Allgemein Alkohol mit Freunden an meißt beiden Wochenend Tagen und wenn ich Urlaub habe. Hier eigentlich fast immer bis Zustand min. betrunken/Vollsuff/Filmriss, Komasaufen. Unter der Arbeits-Woche kaum Alkohol - im Schnitt 1x unter der Woche 1-2 Bier mit Freunden.
Was ich an mir bemerkt habe: Kater, Depressionen, Schuldgefühle, Schamgefühle, Kopfkino nach Vollrausch. Entzugserscheinungen bei Abstürzen über mehrere Tage. Seit ca. 10 Jahren ist mir bewusst, dass ich ein Problem habe und ich habe mir schon tausende mal gesagt, dass ich dies stoppen muss. Dies hält dann 2-6 Wochen an bis der nächste Vollrausch kommt. Wenn ich mit Freunden auf Partys, Festen und Co. unterwegs bin, gibt es für mich nicht "etwas" trinken sondern es endet immer mit wenigen Ausnahmen im Vollsuff mit Filmrissen.
Im Urlaub oder auch verlängerten Wochenenden wenn ich mit Freunden unterwegs bin, gibt es für mich keine Tage ohne Alkohol. Mir sind hier vorallem die letzten 4-5 Jahre rückblickend aufgefallen, dass ich ab dem ersten Rausch am Folgetag Frühs/Vormittag bereits weiter trinke um zu funktionieren. Dies hält dann über mehrere Tage an. Nach so einer einer "Trinkphase" habe ich irgendwann von selbst keine Lust auf Alkohol oder der Kopf erkennt doch noch irgendwie das Problem und schaltet auf "vernüftig" um. Nach diesen Trinkphasen geht es mit kopfmäßig schlecht und auch körperlich - Nachts Zukungen und starkes schwitzen verbunden mit schlechtem Schlaf über mehrere Tage.
Ich habe Unterstützung – meine Familie, Freunde. Denen sind meine Ausrutscher bewusst ihnen ist aber nicht bekannt das ich mein Problem lösen/stoppen will. Seltener werde ich aber darauf angesprochen bzw. leidet auch das Verhältnis zueinander darunter.
Arbeitsmäßig bin ich seit vielen Jahren in verschieden Führungspositionen. 50 Std Woche, sehr fordernt. Hier weiß keiner von meinen Abstürzen Link entfernt
Ein Beispiel welches sich seit mehreren Jahren wiederholt. 3 Wochen nichts/kaum was getrunken. Dann kommt ein Freitag. Hier weiß ich im Voraus, dass ich mich abschießen werde jede Vernuft ist dann aber ausgeschaltet. Mit Freunden Essen gehen, dort schon 6 Bier reinschütten + 3 Schnäpse und dann noch weiter auf eine Party dort weiter saufen. Nächsten Tag aufwachen, Filmriss + Kater + Depressionen. Hiervon erhole ich mich die nächsten 2-3 Tage. Vosatz nie wieder bis zum Vollrausch saufen, welches sich dann aber ein paar Wochen später wiederholt.
Meine Vosätze schaffe ich nicht einzuhalten.
Ich will aufhören – dafür bin ich hier. Ich suche Unterstützung und Ratschläge wie ich mein Trinkverhalten langfristig in den Griff bekomme. Ich freue mich, hier zu sein.
Willkommen im Forum, @MichAAA!
Ehrlicher als Du kann man sein Muster kaum beschreiben. Drei Wochen nichts, dann kommt der Freitag, und man weiß vorher schon, wie er ausgeht: Das kennen hier einige. Kopfkino und Scham am nächsten Morgen inklusive.
Was Du über die Tage nach so einer Trinkphase schreibst, nehme ich ernst: Zuckungen in der Nacht, starkes Schwitzen, schlechter Schlaf. Wenn Du in so einer Phase schon morgens weitertrinkst, um zu funktionieren, dann lass das bitte mal von einem Arzt anschauen.
Mir hat damals im Entzug orales GABA geholfen, die Unruhe und den Trinkwunsch runterzufahren.
Den Job mit viel Druck kenne ich auch, bei mir war’s das Feierabendbier danach, aber regelmäßig. Ambulant und über die Suchtberatung hab ich’s mehrmals probiert, ohne Erfolg. Erst mit Gabys Buch und ihrem Nährstoffkonzept bin ich vom Nervengift auf Anhieb losgekommen. Für Dein Muster mit den guten Vorsätzen, die nach ein paar Wochen kippen, passt auch ihr neues Buch „Rückfall ade“ gut.
Du schreibst, Deine Freunde wissen nicht, dass Du aufhören willst. Hast Du schon mal überlegt, wenigstens einem von ihnen davon zu erzählen?
Wie auch immer, schön, dass Du hier bist!
