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Nachdem ich mich eingelesen habe und nun auch schon einige Zeit dabei bin traue ich mich mal, etwas mehr über mich zu erzählen.
Ich weiß gar nicht, ob ihr das hier so lesen wollt. Ich habe beschlossen, für mich erstmal, nicht die Alkoholabstinenz anzustreben sondern meine Einstellung zu ändern. Ich möchte frei(er) sein, ich möchte nicht mehr Alkohol trinken "müssen". Ich möchte aber andererseits mir auch nicht den Zwang auferlegen, nie wieder Alkohol zu trinken. Wenn sich das letzlich ergibt, ist es ok 🙂
Wenn ich ehrlich bin, ist Alkohol schon ein Problem, seit ich Teenager war. Damals habe ich mich gerne mal "abgeschossen", trank allerdings nicht regelmäßig. Alkohol hat mich aber mein Leben lang begleitet. Ich bin ein Genussmensch und trinke gerne gute und besondere Biere, besuche gerne alte Gasttätten und Brauhäuser. Bin oft deshalb mit meinem Mann nach Belgien gefahren. Das war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Da wir beide Gluten nicht vertragen haben wir dann unsere besonderen Biere aus Buchweizen selber gebraut. Dann kam der Wein dazu und durch die Unmenge an Obst im Garten das Herstellen von Fruchtweinen und Seccos. Der Alkoholkonsum wurde immer regelmäßiger aber ich fühlte mich immer gesund und fit, wenn auch des öfteren verkatert.
In den letzten Jahren wurde das Trinken dann schon zwanghafter und sehr regelmäßig. Da ich auf meine Gesundheit achten wollte, habe ich versucht, die meiste Zeit während der Woche nichts zu trinken, um dann am Wochenende ohne schlechtes Gewissen trinken zu können.
Mit den Wechseljahren stellte sich bei mir das Gefühl ein, Alkohol einfach nicht mehr so gut zu vertragen. Daher fing ich an, mich zu beobachten und im Hinterkopf war immer die Frage: Kann ich oder will ich damit aufhören?
Ich bin Biologin und sezte mich mit allen Themen, die mich beschäftigen auf wissenschaftlicher Basis auseinander. Das habe ich dann gründlich getan. Und dadurch hat sich meine Einstellung geändert. Alkohol beschäftigt mich nach wie vor aber seit nun etwa 6 Wochen habe ich das Bedürfnis, keinen zu Trinken. Selbst in Gesellschaft trinke ich mal ein Glas aber ich muss oder möchte nicht weiter trinken. Ich genieße es, besser zu schlafen und besser aufzuwachen und auch das Gefühl, klar zu bleiben.
Da ich ja wirklich gerne Wein trinke, entdecke ich nun die mittlerweile große Palette an alkoholfreien Weinen. Ich hatte schon mal erfolglos versucht, auf alkoholfrei umzusteigen. Aber nun, wo ich weiß, das Alkohol mir nichts gibt, kann ich den Geschmack ohne das Gefühl von Verzicht genießen. Und die Qualität scheint sich in den letzten Jahren verbessert zu haben.
Ich bin gespannt wie es weiter geht. Ich habe mir eine Alkohol-tracker-App installiert und tracke den Alkohol ohne zu schummeln. Falls ich diesen Weg schaffe, wäre das wundervoll.
Es stehen noch einige Prüfungen an.
Gibt es jemanden hier, der einen ähnlichen Weg geht?






