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Hallo Zusammen,
ich bin weiblich, 61 Jahre alt und seit dem 10. Januar 2026 alkoholfrei. Ich bin zu Abizeiten mit Biertrinken angefangen, habe also gut 40 Jahre Alkohol getrunken. Es waren bei mir nie die großen Mengen. Meistens um die 2-3 Bier oder 1-2 Gläser Wein, dies aber täglich über Jahrzehnte.
Wir sind groß geworden mit dem Wortlaut, dass eine Flasche Bier oder ein Glas Wein am Tag gesund sei und in unserer Generation gehört Alkohol zu sozialen Treffen einfach dazu. Immer - auch heute noch. Wir haben uns daher NIE Gedanken über den Konsum gemacht.
Vor einigen Jahren habe ich gemerkt, dass ich den Alkohol nicht mehr so gut vertrage und wollte reduzieren - damit meine ich, mal ein oder zwei Tage komplett auf Alkohol zu verzichten. Und das viel mir unendlich schwer. Fast ferngesteuert bin ich abends zum Kühlschrank gegangen und habe mir - trotz guter Vorsätze am Vormittag - doch die Flasche Bier zum Abendbrot gegönnt. Ich habe es nicht geschafft, auf EINE Flasche Bier zu verzichten. Das hat mich wachgerüttelt.
Ich habe mich daraufhin im Internet mit der Thematik beschäftigt und bin über Nathalie Stüben, Maria Brehmer dann bei den Guzeks hängen geblieben Ich habe das Buch „Alkohol ade“ gelesen und diese Theorie fand ich am schlüssigsten.
Letztendlich hat mich dann eine heftige Magen-Darm-Grippe im Urlaub im Januar in die Nüchternheit gestoßen. Ich hatte 14 Tage lang starken Ekel vor allem Essbaren und auch dem Alkoholgeruch und habe dann die Gelegenheit genutzt, mit den NEMs (diese hatte ich mir vorher schon mal vorsichtshalber besorgt) auszusteigen. Und dies ist mir damit wirklich leicht gefallen. Bis heute.
Ursprünglich wollte ich erstmal nur 4 Wochen durchhalten, aber wenn man einmal in den Genuss kommt, die Tage ohne Alkohol zu verbringen und die morgendliche Klarheit zu erleben…..
Mein Mann hat in der Zeit seinen Konsum etwas reduziert. Er ist aber von der kompletten Abstinenz nicht sehr angetan - obwohl er mich dafür bewundert :-). Daher wird das Thema bei uns auch nicht groß angesprochen. Da ich aber seit der Abstinenz mit zunehmenden depressiven Phasen, Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit zu kämpfen habe, möchte ich mich gerne austauschen. LG
Dir auch einen wunderschönen guten Morgen und Danke für Deinen tollen "Erstling." Hier ist eine von "den Guzeks" 🙂
Die erste Zeit der Abstinenz ist leider eine Gefühls-Achterbahn, ja. Das ist genau so erklärbar wie das Reinschlittern in die Sucht.
Ich tu mir ja immer schwer zu sagen: "Lies mein Buch", weil das immer so platt klingt, gerade als Antwort auf Deinen lieben Einstieg.
Mir fällt aber kaum was anderes Hilfreiches ein: Rückfall adé ist frisch erschienen und beschreibt (wie Alkohol adé auch) die Neurobiologie der Abstinenz. Da steht auch genau drin, warum Du Dich so fühlst, wie Du Dich fühlst - und was Du dagegen tun kannst (außer Aussitzen 🙂 )
Nimm es mir nicht krumm, aber das ist wirklich der kompakteste Tipp, den ich derzeit auf Lager habe. Das ganze Buch hier rein zu kopieren wäre irgendwie kontraproduktiv ....
Schön, dass Du bei uns bist, fühl Dich wohl!
Liebe Grüße
Gaby
