Zum Inhalt springen

Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.


Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!

Ad für des Buch "Suchtrisiko ADHS" von Gaby Guzek und Lisa Guzek

Benachrichtigungen
Alle löschen

Hier bin ich …

20 Beiträge
5 Mitglieder
12 Reactions
174 Ansichten
 anko
(@anko)
Mitglied
Nüchtern: 5 monate
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 14
Topic starter  

Hallo,

seit etwas mehr als 5 Monaten bin ich nun dabei, bisher nur als stille Beobachterin. Es wird wohl Zeit, mich auch einmal vorzustellen …

Ich:
56, weibl., verh., 3 wundervolle erwachsene Kinder, 2 wundervolle Enkelkinder (Nr. 3 ist noch unterwegs), Hundemama einer 16järigen Chihuahuadame, seit 25 Jahren selbstständig im Kreativbereich

 

Ein bisschen von meinem Leben:
Eigentlich glückliche Kindheit, große Schwester (ich liebe dich kleiner Bruder), Musterschülerin aus Eigenantrieb, extrem neugierig, vielseitig interessiert, auffallend künstlerisch begabt, gefördert, niedlich … eigentlich alles ziemlich schön. Trotz allem irgendwie einsam, einsam in mir mit meinen Gedanken, starker Hang zur Melancholie.
Mit der Pubertät verstärkte sich dies immer mehr, zog mir immer mehr zurück, in mich selbst. Las und schrieb viel, malen, malen, malen … Sinn des Lebens? Sinn der Menschheit? …?
Magersucht. Drogenexperimente ... Insofern mein Umfeld etwas mitbekommen hat, konnten sie mich nicht wirklich unterstützen Die Themen waren damals noch nicht so populär, Informationsquellen analog, für meine Familie absolutes Neuland. 1989 Umsiedelung in den „Westen“, Geburt Tochter (in der Schwangerschaft habe ich die Magersucht abgelegt), Ausbildung, Geburt Sohn, Kunststudium, Geburt Tochter, Selbstständigkeit, Sport, Yoga, sozial gut vernetzt und integriert, dazwischen die ein oder andere Beziehungskrise, immer mal alleinerziehend …

 

Ich und der Alkohol:
Anfangs spielte der Alkohol nur indirekt eine Rolle in meinem Leben. Es gab ihn, andere tranken ihn, ich brauchte ihn nicht, kam für mich auch als Mutter nicht in Frage. Je älter meine Kinder wurden, umso stärker stieg ich in meinen Job ein. Ich brannte für ihn und liebte ihn (liebe ihn immer noch, aber anders), 50 – 60 h Arbeitspensum die Woche waren keine Seltenheit, dabei immer kreativ und espritgefüllt. Langsam zog auch der Alkohol in meinen Leben ein, zur Entspannung, Belohnung, … das Übliche. Mit 50 dann der große Bruch. Wechseljahre mit all ihren „Nettigkeiten“, Ehekrise, mein jüngstes Kind zog zum Studium aus (Jeder Auszug der Kinder, war eine extreme Herausforderung für mich, dieses Loslassen, Herzschmerz … mittlerweile kann ich es schätzen.), Krebsdiagnose, Corona, Umzug in den „Osten“, Einsamkeit; Depressionen … Der Alkohol wurde wichtiger und mehr: Lückenfüller, Druckstandhalter, Kreativitätskatalalysator, Gefühlsdämpfer, ach es gibt so viele „Gründe“. Letztes Jahr dann der totale Einbruch: Krebsdiagnose kleiner Bruder, Tod, Sterbebegleitung Papa, Tod, eine Hündin tot, Tod im Freundeskreis, Tod der 1. große Liebe (Vater meiner Ältesten), überall war Tod … Ich trank immer mehr (bis zu 2 Flaschen Wein täglich). Ich hatte keine Kraft mehr. Ich wollte nicht mehr, es sollte endlich aufhören. Ich habe mich und den Alkohol gehasst … ich wollte Januar dieses Jahres sterben …

 

Ich und der Entzug:
Mit dem Sterben hat nicht geklappt, was bin ich froh. Mir wurde endlich bewusst, was ich nicht nur mir damit antue … Muss wieder kämpfen, leben, ohne Alkohol. Ich fing an meinen Entzug zu planen, vorzubereiten, sammelte Informationen, speicherte Links (auch dieses Forum) und Apps, informierte meine Lieben … Am 5.2.startete ich meinen kalten Entzug. Mein Mann hatte die ersten Tage frei. Ich hatte Angst und war mir der Risiken bewusst, aber ich wollte es „allein“ schaffen. Es gab einen Notfallplan. Es lief gut. Die ersten Wochen konzentrierte ich mich nur auf meinen Körper, stellte Ernährung um, um die Entgiftung zu fördern, den Körper wieder zu stärken. Machte Termin bei der Suchtberatung, trat einer Selbsthilfegruppe bei, begann wieder Yoga und Mediation zu praktizieren, mich mit mir und meinem Leben auseinander zu setzen und zu stellen. Ich lebte von Tag zu Tag, feierte jeden ohne Alkohol (juchu). Mittlerweile kann ich wieder lachen , Freude zulassen und empfinden … Wow, ich bin trocken! Wow, ist das geil! Momentan habe ich keine Angst (aber Respekt) vor dem Alkohol. Er trifft nicht die Entscheidung, welche Rolle er in meinem Leben spielt. Diese Entscheidung treffe ich! Und ich will nicht!

 

Bisheriges Fazit:
Nach ausgiebigen Phasen der Selbstreflexion, Schuld und Scham … Ich habe für mich aufgehört Ursachenforschung zu betreiben. Warum ich bin, wie ich bin … Bin ich depressiv? Bipolar? Hochsensibel? Extrovertiert introvertiert? ADHS? Traumatisiert? …? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall bin ich ICH mit all meinen Licht- und Schattenseiten. Meine kleinen Dämonen gehören zu mir und das ist ok so. Ich versuche nicht mehr, sie zu bekämpfen, aus meinen Leben verbannen zu wollen. Das funktioniert nicht. Ich versuche, sie anzunehmen. Sie kommen manchmal, aber sie gehen auch wieder. Ich lasse sie aber nicht mehr mein ganzes Sein ausfüllen … Ich kann und muss nicht alles steuern, was in meinem Leben passiert. Was ich steuern kann ist mein Blick, meine Sicht auf die Dinge. Wie ich sie wahrnehme, interpretiere …

Derzeit übe ich mich in Dankbarkeit und Demut, in Annehmen und Loslassen … Ich übe, Frieden zu schließen, mit mir, meinen Dämonen, dem Leben. Hallo Leben, schön, dass du da bist!

In diesem Sinne: Seid gegrüßt! Seid stolz auf euch! Liebt euch und das Leben in allen Facetten! Und Danke, dass es euch und das Forum gibt!

Namaste!



   
🍀
3
AntwortZitat
harley
(@harley)
Ich unterstütze Alkohol adé
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 3047
 

@anko Willkommen im Forum!

„Zur Entspannung, Belohnung, das Übliche", war bei mir auch der Einstieg. Entspannungstrinker. Und dann kommt das Leben dazu, und aus dem Feierabendritual wird ein Zwang.

Abstinent statt sterben hört sich nach einer Alternative an, Respekt für Deinen Entschluß und Handeln, obwohl das Leben Dir grad sehr hart mitgespielt hatte. Ich hab den Entzug auch zu Hause gemacht. Dass Du wieder lachen und Freude zulassen kannst nach dem, was letztes Jahr alles auf Dich eingebrochen ist, sagt viel.

Hast Du bei Deiner Ernährungsumstellung Gabys Konzept eingebaut oder hast Du es selbst aufgesetzt?

Jedenfalls: Es gibt ein Leben ohne Alkohol, und es ist schön. Du lebst den Beweis.

 

------

@lagertha, @natarie, @ulli1962, @bergwacht, @mina



   
1
AntwortZitat
 anko
(@anko)
Mitglied
Nüchtern: 5 monate
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 14
Topic starter  

@harley

Danke 🤗

Ich habe viel zum Thema recherchiert. Natürlich auch hier im Forum und mir dann etwas für mich Passendes gemeinsam mit ChatGPT zusammengestellt 😉
Muss dazu sagen, dass ich mich eigentlich immer ziemlich bewusst ernährt hatte, außer in der Extremphase meiner Selbstzerstörung. Bei der Umstellung habe ich vor allem darauf geachtet, was für mich als Alkoholikerin besonders wichtig ist, meine Entgiftung unterstützt und beschleunigt, Mängel ausgleicht, aber auch zu meinem Ernährungsstil passt. Meine Magen- und Darmflora scheint wieder glücklicher, meine Hirnzellen auch 🤗



   
👏
2
AntwortZitat
michl
(@michl)
Mitglied
Nüchtern: 10 monate
Beigetreten: Vor 11 Monaten
Beiträge: 176
 

@anko Hallo und willkommen, das ist mal eine Vorstellung. Ein gut ausgefülltes Leben und ein guter Ansatz in die richtige Welt.

LG Michl 



   
AntwortZitat
(@marlen)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Monaten
Beiträge: 38
 

@anko 

Hey! Schön das du schreibst und deine Geschichte erzählst. Das hört sich alles krass an und gleichzeitig großen Respekt, wirklich! Wenn ich so an meine Zeit mit dem Alk denke, hatte ich keine wirklichen Gründe. Ich war einfach zu bequem Gefühle, Emotionen egal welche auszuhalten. Was mir jetzt irgendwie gut gelingt. Aber ich muss es immer wieder sagen, ohne Gaby und Bernd hätte das alles nicht funktioniert. Sie haben die Bodenplatte gegossen und jetzt kann ich ein Haus drauf bauen😉. 
LG Marlen



   
2
AntwortZitat
 anko
(@anko)
Mitglied
Nüchtern: 5 monate
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 14
Topic starter  

Ich danke euch 🙂

Ja, ich schätze jeden Tag, jeden Augenblick ohne ... nicht immer easy, aber das ist normal und ok so.

Marlen: die eigenen Gedanken und Gefühle und auch die Anderer zu zulassen und auszuhalten, sich selbst und das Leben spüren, sich diesem stellen, sind auch große Herausforderungen. Auch ich habe den Alkohol dazu missbraucht, mich zu betäuben, nichts zu spüren usw.

Wir schaffen das 🙂



   
AntwortZitat
 anko
(@anko)
Mitglied
Nüchtern: 5 monate
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 14
Topic starter  

Und dann noch ein gaaaaanz dickes Dankeschön an die Initiator:innen und Betreiber:innen dieses Forums! Eure Arbeit ist sooooo wichtig, hilfreich und unterstützend!

DAAAAANKE! 🙂



   
💕
1
AntwortZitat
(@sonne80)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Wochen
Beiträge: 44
 

@anko danke für deine Geschichte. Wie schlimm war der Entzug? Ich war letzten Dienstag bei der Suchtberatung. Hätte dann eigentlich einen weiteren Termin am Donnerstag gehabt um die Entgiftung zu planen. Musste ich leider wegen Zahnarztbesuch verschieben. Nächster Termin ist am 14.07. und wieder frage ich mich, was mache ich bis dahin? Das macht mich wahnsinnig!!!! Warum kann ich nicht einfach auf der Stelle mit dem Trinken aufhören??????

Liebe Grüße 



   
AntwortZitat
 anko
(@anko)
Mitglied
Nüchtern: 5 monate
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 14
Topic starter  

@sonne80 

Liebe Sonne, vielen Dank für dein Feedback. Ich kann deine Ungeduld gut verstehen.

Ich habe mich sehr vorbereitet und war auf jeden Fall nicht allein zu Hause. Mein Mann hatte frei, konnte sich bisschen kümmern, war für den eventuellen Notfall bereit, hat hier alles worum ich mich sonst kümmere erledigt, mich emotional gestützt.

Bei mir war es ähnlich wie eine starke Grippe: Schwitzen, Frieren, Gliederschmerzen, etwas Übelkeit, leichter Schwindel, Erschöpfung und heftige Kopfschmerzen und eine starke innere Unruhe. Die ersten 3-4 Tage habe mehr oder weniger im Bett verbracht, meinen Körper kaum beansprucht und geschont. Ab dem 5. Tag ging es langsam besser, die Kopfschmerzen hielten etwas länger, wurden aber erträglicher.

In dieser Zeit habe ich unwahrscheinlich viel getrunken: stilles Wasser (Leitungswasser), jede Menge Kräutertees, Ingwerwasser, isotonische Getränke, Brühe. Appetit hatte ich kaum. Zu Essen gab es ganz leichte Schonkost, leicht verdauliches: Haferflocken mit Wasser, geriebene Äpfel, Bananen, Reis und Kartoffeln ... Nichts Schweres, Fettiges, sehr Scharfes, nichts mit Koffein wegen der Unruhe.

In der 2. Woche konnte ich langsam "normaler" Essen. Habe meine Ernährung darauf ausgerichtet s.o. Da gibt es hier auch viele Tipps. Ich habe auch Listen 😉 Langsam konnte ich dann auch mit leichter körperlicher Betätigung anfangen: Spazieren usw. Ich habe tatsächlich Gymnastik und Yoga für Senioren auf dem Stuhl gemacht ;). Mir haben in der Zeit auch leichte Entspannungsübungen, PMR und Atemtechniken gegen die innere Unruhe geholfen. Körperlich wurde es relativ schnell immer besser, auch die Schlafqualität.

Was für mich wirklich wichtig wahr: das ich jemanden im Background habe, der Notdienst rufen konnte oder mich ins Krankenhaus bringen, falls etwas schiefgeht. Ich hatte Glück, mein Körper hat es ziemlich gut verkraftet.

Ich drücke dir die Daumen. Halt durch!

Ganz liebe Grüße,

Antje



   
AntwortZitat
(@sonne80)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Wochen
Beiträge: 44
 

@anko  vielen lieben Dank für deine Rückmeldung! Das ist für mich im Moment wirklich so eine große Hilfe🤗. Ich habe ganz viel Angst davor, was jetzt kommt. Aber deine Geschichte stimmt mich zuversichtlich. Darf ich mich bei Bedarf melden? Du hast so viel erreicht und bist für mich eine Motivation.

 

Liebe Grüße 



   
AntwortZitat
Seite 1 / 2

Close Popup

Wir müssen Dir kurz auf den Keks gehen

Auch Alkohol adé braucht Cookies. Wir aktivieren aber nur technisch absolut notwendige Cookies, damit Dein Besuch dieser Seite möglichst nicht durch Dritte verfolgt werden kann.

Einige wenige brauchen wir aber - z.B. um diesen Hinweis anzuzeigen, damit Du Dich nicht für jede Seite erneut anmelden oder dieses Popup nicht bei jeder Seite neu sehen musst.

Sowie Du aber einen externen Link oder ein Video anklickst, können von den Betreibern dieser Seiten Cookies gesetzt werden, die wir nicht beeinflussen können. Mehr auf unserer Datenschutzseite.

Close Popup
Privacy Settings saved!
Wir aktivieren nur absolut notwendige Cookies

Auch Alkohol adé braucht Cookies Wir aktivieren nur technisch absolut notwendige Cookies, damit Ihr Besuch dieser Seite möglichst nicht durch Dritte verfolgt werden kann. Einige wenige brauchen wir aber - z.B. um diesen Hinweis anzuzeigen, damit Sie sich nicht für jede Seite erneut anmelden oder dieses Popup nicht bei jeder Seite neu sehen müssen. Sowie Sie aber einen externen Link oder ein Video anklicken, können von den Betreibern dieser Seiten Cookies gesetzt werden, die wir nicht beeinflussen können. Mehr auf unserer Datenschutzseite

Standard-Kategorie

Technisch notwendige Cookies
Folgende technisch notwendige Cookies können gesetzt werden – fast alle haben mit den Datenschutzbestimmungen zu tun: wordpress_gdpr_allowed_services: Speichert, welche zusätzlichen Cookie-Dienste akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_cookies_allowed: Speichert, ob zusätzliche Cookies neben den notwendigen akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_cookies_declined: Speichert, welche zusätzlichen Cookie-Dienste nicht akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_first_time: Wenn der Nutzer keine Entscheidung trifft, sondern weiter auf der Website navigiert, werden alle Cookies aktiviert und das Cookie speichert , ob die aktuelle Seite mit der zuerst besuchten Seite übereinstimmt. wordpress_gdpr_first_time_url: Speichert die URL des ersten Besuches der Webseite.
  • PHPSESSID
  • cookielawinfo-checkbox-non-necessary
  • cookielawinfo-checkbox-necessary
  • viewed_cookie_policy
  • wordpress_test_cookie

Technisch nicht notwendige Cookies
_koko_analytics_pages_viewed Dieses Cookie wird gesetzt vom datenschutzkompatiblen Plugin (Teil der Software) Koko Analytics.  Koko Analytics ist ein datenschutzfreundliches Analyse-Plugin für WordPress. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben. In der von uns benutzten Standardeinstellung werden durch Koko Analytics folgende Daten erhoben: * Besucher (Visitors) * Seitenaufrufe (Pageviews) * Referrers (Herkunftsseiten) Koko nutzt keine externen Dienste, so dass Daten über Ihre Besucher niemals an Drittunternehmen weitergegeben werden. Darüber hinaus werden keine besucherspezifischen Daten erfasst, und die Besucher können die Nachverfolgung leicht unterbinden, indem sie in ihren Browsereinstellungen "Do Not Track" aktivieren.

Alle Cookies ablehnen
Save
Alle Cookies akzeptieren