Hi, ich bin Empowerment0111, weiblich, und möchte mich kurz vorstellen.
Ich trinke seit 30 Jahren. Angefangen habe ich mit 16 Jahren. Ich trinke mehrmals pro Woche, eine mittlere Menge.
Ich habe Veränderungen bemerkt: Gedächtnisprobleme, aggressive Ausbrüche bei Betrunkenheit seit ca. 4 Jahren dazugekommen. Gewichtszunahme. Ich weiß es schon lange – aber manchmal dauert es, bis man wirklich handelt. Für andere sieht es nicht so aus – ich verstecke es.
Ich habe Unterstützung – meine Familie. Es gibt Kinder in meinem Leben, die das mitbekommen.
Weniger – das ist mein Ziel. Ich wurde jahrelang auf chronische Depressionen, Borderline Persönlichkeitsstörung emotional instabiler Typ, leider erfolglos behandelt. Seit anderthalb Jahren habe ich die Diagnose ADHS… Ich schätze mal, ich habe mein ganzes Leben lang selbstmedikation mit Alkohol gemacht. Hätte man es früher erkannt, wäre mir vielleicht vieles erspart gewesen und auch meinen Kindern. Ich steh erst am Anfang das alles zu begreifen und leider gibt es auch dafür keine Therapie, die bei mir anspricht. Zumindest bis jetzt noch nicht. Im Gesundheitssystem steht man mit all dem ziemlich alleine da. Ich komme leider aus einem unsicheren Elterhaus, beziehungsweise der Freund meiner Mutter war ein aggressiver Alkoholiker. Seit ich sechs Jahre alt bin, lebte er bei uns. Spätestens jede 2.- 3. Nacht kam er betrunken nach Hause und hat randaliert. Unter anderem auch Gegenstände kaputt gemacht und meine Mutter geschlagen. Ich wollte ihr damals immer helfen und konnte nicht, weil ich wie gelähmt im Bett lag. Es hat mir auch keiner geglaubt damals… mein Zuhause war nie sicher, ich hatte immer Angst wie die nächste Nacht wird. Meine Mutter meinte immer, wenn er das noch einmal tut, wirft sie ihn raus. Was soll ich sagen? Er wohnt immer noch bei ihr… das gibt einem als Kind doch schon viel zu denken… ich glaube mit zehn Jahren fing ich mit Selbstverletzung an und mit 16 hatte ich dann meine erste depressive Episode… die ich leider unbehandelt überstehen musste, weil keiner mir geglaubt hat, dass es mir so schlecht geht. Die nächste kam dann mit 17 und schließlich bei der mit 18 Jahren bin ich durch Zufall an einen Neurologen gelangt, der festgestellt hat, dass ich depressiv bin.
Es folgte jahrelange Antidepressiva Behandlung, leider erfolglos, eine Ehe mit einem Narzisten, viele verschiedene Psychotherapien und Diagnosen. Nur das Alkoholproblem konnte irgendwie keiner lösen beziehungsweise ich hab es gekonnt vertuscht. Es war ja mein einziger Filter, um meinen Kopf auszuschalten…. Ich weiß nicht ob ich das alles hier so schreiben darf aber ich nehme mal an, es wird vorher geprüft. Der Alkohol hat sehr vieles kaputt gemacht und am meisten bereue ich es, die ganzen vielen Jahre nicht mehr abrufen zu können… das betrifft auch die Entwicklung meiner Kinder. Zwischendurch musste ich durch die Depression immer wieder zu Benzodiazepinen greifen. Ich habe Alkohol getrunken, wenn’s mir schlecht ging. Es gab auch Phasen, wo ich nichts getrunken habe aber es kommt immer wieder zurück. Jetzt suche ich einen Weg, um irgendwie einen gesunden Umgang damit zu finden. Beziehungsweise selbst bestimmen zu können, ob ich jetzt trinken möchte und nicht aus einem Betäubungswunsch handele. Ich bin gespannt, was mich hier erwartet.
@empowerment0111 Grüß Dich ,
Schön, dass du zu uns gestoßen bist und dich uns mitteilst ...
Du sagtest du trinkst phasenweise vorrangig um dich zu betäuben ? ich nehme an du möchtest negative Geffühle betäuben ... ?
Hast du denn schon mal versucht, kontrolliert zu Trinken? Also ein Limit gesetzt ? Z.B. heute nur 1 Glas? Hat das geklappt?
Wenn nicht...so wars bei mir und bei fast allen hier...hat nur die strikte Abstinenz zum Erfolg geführt.
Ich lege dir auch Gabys Bücher ans Herz ...
Bei mir war es ähnlich...ich habe meine Depression unwissentlich mit Alkohol therapiert bzw die Symptome der Depression...niemand konnte mir irgendwie eine Diagnose stellen bis heute...ich dachte ich bin einfach so...traurig...antriebslos...Gedankenkarussell...und habe das nie auf eine Depression geschoben bzw. eine Depression dahinter erkannt...denn ich habe ja funktioniert im Alltag...
Ich wünsche dir alles gute hier ... 🙂
VLG
