Hallo!
ich bin 40 Jahre alt, weiblich und trinke seit ich mitte 20 bin. Ich hatte alkoholfreie Phasen durch meine beiden Schwangerschaften. Am Beginn der zweiten Schwangerschaft wurde festgestellt, dass ich mit Diabtes Typ 2 ein Problem habe und auch sonst haben meine Blutwerte gezeigt, dass der Alkohol seine Spuren hinterlassen hat. Das war so ein Schlag ins Gesicht, dass ich auch nach der Schwangerschaft mehrere Jahre nichts getrunken habe. Das Resultat: 30 Kilo weniger und Blutwerte wie ein Baby (Aussage von meinem Arzt)
Dann kam der Klassiker: ich war mir sicher meinen Alkoholkonsum jetzt im Griff zu haben und einen Aperol hin und wieder nicht schadet. Irrtum! Seit 1,5 Jahren trinke ich jetzt wieder so wie in alten Zeiten – so ziemlich täglich, mind. 1 Flasche Wein.
Grundsätzlich funktioniere ich. Ich habe eher selten Katererscheinungen am nächsten Tag, habe keine Probleme in der Arbeit. Auch meiner Familie gegenüber kann ich den tatsächlichen Konsum sehr gut verheimlichen. Das Verstecken der Flaschen habe ich nahezu perfektioniert. Mein Mann weiß zwar, dass ich wieder trinke, aber das Ausmaß wusste er bis vor ein paar Tagen nicht.
Ich will aber so nicht mehr weitermachen. Es muss sich ändern. Ich habe in den letzten 1,5 Jahren 15 Kilo zugenommen und ich merke körperliche Spuren. Auch die Beziehung zu meinem Mann und den Kindern leidet.
Seit einem Jahr gehe ich wieder zur Psychologin, da es in meinem Leben – sowie bei den meisten Menschen auch – mehrere Baustellen gibt. Da wird das Thema Alkohol natürlich auch intensiv bearbeitet.
Ich bin höchst motiviert, nichts mehr zu trinken…..bis dann der späte Nachmittag/Abend kommt und der Suchtdruck immens stark wird.
Am Wochenende habe ich mich meinem Mann anvertraut und ihn gebeten, sämtlichen Alkohol aus dem Haus zu bringen. In den nächsten Wochen werde ich auch keinen Lebensmittelladen betreten – die Verlockung ist einfach zu groß.
Eine Selbsthilfegruppe habe ich mir auch schon rausgesucht.
Körperliche Entzugserscheinungen habe ich nicht, auch damals bei den Schwangerschaften nicht.
Vielleicht hat jemand Tipps und Tricks wie ich mit dem Suchtdruck besser umgehen kann.
Danke fürs Lesen!
@bluna18 hallo geht mir ähnlich wie dir viele Baustellen und immer wieder diese Abstürze

