Hallo, ich bin Mehrvommeer, weiblich, und habe mich gerade hier angemeldet.
Ich trinke seit 30 Jahren. Ich habe mit 20 Jahren angefangen. Ich trinke nicht täglich, aber mehrmals die Woche, eine mittlere Menge. Es gab schon Rückfälle.
Ich habe Veränderungen bemerkt: Geringe Stressresilenz, Wesenveränderung mit unschönen Charakterzügen.
Meine Abhängigkeit ist vor allem psychisch. Körperlich verändert hat sich "nur" mein Energiehaushalt. Ich weiß schon eine Weile, dass es ein Problem ist – aber der Schritt hierher hat gedauert.
Ich habe Unterstützung – meine Familie, Freunde. Es gibt Kinder in meinem Leben – Ich spreche das derzeit mit meinem Sohn offen an, weil ich ihm ein gutes Vorbild sein möchte. Er ist in der Pubertät, er hat mein Trinkverhalten schon einmal kritisch hinterfragt und gesagt, dass er das für sich nicht möchte. Das war erst ein Schock, aber sehr heilend.
Am Ende soll kein Alkohol mehr in meinem Leben stehen. Meiner Erfahrung nach sind es eher mehr als weniger Menschen, die ein Problem mit Alkohol entwickeln. Alkoholkonsum ist gesellschaftlich etabliert, wird staatlich subventioniert, ist in unserer Kultur verankert und macht es für alle so leicht verfügbar. Es werden aber immer mehr Menschen wach, clean, nüchtern im Kopf. Und das braucht es auch, weil nur dann Freiheit möglich ist. Ich wünsche uns allen, dass wir das Nicht-Trinken als Gewinn, nicht als Abstinenz-Verlust fühlen. Ich will frei sein. Danke für eine offene, wertfreie Aufnahme in die Community.
@Mehrvommeer Hallo und auch von mir willkommen hier.
Von Kinder angesprochen auf den Konsum ist schon eine Sache. Ich würde zwar nie von Kinder angesprochen, aber wahr bei einem Gespräch zwischen einem Vater (Alkoholiker) und seinem Sohn (trinkt auch genug) dabei. Zu der Zeit hatte ich noch selbst getrunken, aber das Gespräch hat mich damals sehr getroffen.
LG Michl

